„Der Frühling kommt nicht von allein“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Dem Frühling ist der Krieg egal. Er kommt einfach und pflanzt die Hoffnung. Es waren diese Worte der Schauspielerin Barbara Englert, die beim

ffm. „Dem Frühling ist der Krieg egal. Er kommt einfach und pflanzt die Hoffnung.“ Es waren diese Worte der Schauspielerin Barbara Englert, die beim Frühlingsempfang der Stadt im Palmengarten-Gesellschaftshaus die Lage treffend beschrieben. Trotz und wegen der Kriege und Krisen in der Welt haben dort am Montagabend, 20. März, 400 Gäste Nouruz, das Frühlingsfest, gefeiert. Eingeladen hatte Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg.

„Der Frühling kommt nicht von allein. Wir müssen ihn hereinlassen. Ein Neuanfang, eine Feier des Lebens, eine Gesellschaft der Demokratie und der Freiheit – das wünschen sich so viele Menschen gerade überall auf der Welt. Und wir in Frankfurt teilen diesen Wunsch in Solidarität und Verbundenheit“, sagte Eskandari-Grünberg. Sie sei „unendlich dankbar“ für die Hilfsbereitschaft der Frankfurterinnen und Frankfurter. So sei die Stadt ein Zuhause für mittlerweile 14.000 Ukrainerinnen und Ukrainer geworden, die im vergangenen Jahr vor dem Krieg fliehen mussten.

„Im Iran erleben wir gerade eine Revolution der Frauen“, fuhr Eskandari-Grünberg fort. „Die Bilder der Iranerinnen, die ihr Kopftuch abstreifen. Die in der U-Bahn singen. Die auf der Straße tanzen. Die Videos von sich aufnehmen. Die Musik hören. Diese Bilder sind stärker als die Gewalt und der Terror des Regimes.“ Die internationale Unterstützung der Proteste sei sehr wichtig.

Der KAV-Vorsitzende Jumas Medoff hob in seiner Rede hervor, dass „das Nouruz-Fest eng mit dem Wunsch nach Frieden verbunden ist“. Frankfurt habe sehr viel für Geflüchtete und Opfer des Erdbebens in der Türkei und Syrien getan.

Die Kabarettistin Enissa Amani hielt bei ihrem Vortrag ein Mobiltelefon in die Höhe und bemerkte: „Wir können solche Geräte bauen, die uns alle Informationen weltweit liefern. Aber wir sind nicht in der Lage, die Ungerechtigkeit zu beenden? Das ist unfassbar.“ Noch immer würden Frauen zu wenig Gehör in der Gesellschaft finden.

„Der Frühling zwingt uns zum Lachen“, hatte Barbara Englert zu Beginn gesagt. Einen maßgeblichen Teil dazu trugen auch die Musikerinnen und Musiker der afghanischen Band Saaz wa Aawaz und die kurdische Gruppe Nazband bei.

Wie schon bei der Premiere des Frühlingsfestes im vergangenen Jahr war im Foyer des Gesellschaftshauses wieder der „Haft Sin“ aufgebaut, ein nach der Kultur des Nouruz-Festes gestalteter Frühlings-Tisch. Seit Montag, 20. März, ist ein „Haft Sin“ auch im Eingangsbereich des Römers zu bestaunen.

Fotos Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg vor dem Frühlingstisch „Haft Sin“, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Die afghanische Band Saaz wa Aawaz bei ihrem Auftritt, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg mit den Ehrengästen Barbara Englert (2. v. r.), Enissa Amani (3. v. r.) und Jumas Medoff (2. v. l.), Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg bei ihrer Rede vor den Gästen im Gesellschaftshaus, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Die Gäste im Gesellschaftshaus des Palmengartens, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg mit Vertreterinnen und Vertretern der Sufi-Vereinigung MTU, Copyright: privat