Stadtgeläute live oder online erleben

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Vor einem Jahr fiel das Große Stadtgeläute zu Beginn der Adventszeit aus, doch in diesem Jahr müssen die Frankfurterinnen und Frankfurter

ffm. Vor einem Jahr fiel das Große Stadtgeläute zu Beginn der Adventszeit aus, doch in diesem Jahr müssen die Frankfurterinnen und Frankfurter nicht auf die Tradition verzichten. Am Samstag, 27. November, werden die Glocken der Innenstadtkirchen von 16.30 bis 17 Uhr wieder ein einzigartiges Klangerlebnis bieten.

„Das bundesweit einmalige Stadtgeläute ist ein wichtiger Termin in der Vorweihnachtszeit und in diesem Jahr zudem ein Zeichen der Hoffnung und Zuversicht während der Corona-Pandemie“, sagt Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff, der für die Dotationskirchen zuständige Dezernent. „Wir wollen es deshalb ermöglichen, die 50 Glocken von zehn Kirchen live in der Innenstadt anzuhören. Das erfordert aber angesichts steigender Infektionszahlen ein verantwortungsvolles Verhalten aller. Deshalb meine Bitte: Beachten Sie die Maskenpflicht in der Innenstadt, halten Sie Abstand und verzichten Sie darauf, Speisen und Getränke mitzubringen. Nur so ist diese traditionelle Zusammenkunft ohne großes Risiko möglich.“

Alternativ kann man sich das Stadtgeläute aber auch zu Hause auf dem Computer oder auf dem Handy anhören. Eine Audiodatei wird ab Freitag, 26. November, über die Startseite von frankfurt.de abrufbar sein. Zudem wird ein Link über Facebook und Twitter verbreitet. „Dieses Online-Angebot gibt es nicht das ganze Jahr über, sondern nur zu den traditionellen Terminen des Stadtgeläutes, das dadurch etwas Besonderes und Außergewöhnliches bleibt“, sagt Bergerhoff.

Die nächste Gelegenheit, das Glockenkonzert live zu erleben, besteht voraussichtlich an Heiligabend von 17 bis 17.30 Uhr. Weitere Termine sind an Ostern und an Pfingsten. Der Stadtkämmerer appelliert an alle, die bisher keine Corona-Schutzimpfung haben: „Lassen Sie sich impfen! Für die Weihnachtszeit ist eine vollständige Immunisierung wegen der Vorlaufzeiten zwar nicht mehr möglich. Aber wer jetzt handelt, trägt dazu bei, dass wir die Pandemie überwinden – und das Stadtgeläute im kommenden Frühjahr unbeschwert genießen können.“

Das Große Stadtgeläute ist eine einmalige Komposition: Zehn Kirchen mit insgesamt 50 Glocken sind perfekt aufeinander abgestimmt und erklingen in einer festgelegten Reihenfolge. Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Daraufhin folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, im Anschluss stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters, des östlichsten Punkts des Großen Stadtgeläutes. Es fügen sich die sechs Glocken der Leonhardskirche am Main sowie die vier Glocken des Karmeliterklosters ein. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg ergänzen das Klangbild, bevor die auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche mit ihren fünf Glocken ins Stadtgeläute einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms, unter anderem die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen.

Das Glockenkonzert hat eine lange Tradition: Im Mai 1856 beschloss der Senat der Freien Stadt Frankfurt, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten ein Geläute zu veranstalten. Die heutige Komposition geht auf den Mainzer Glockensachverständigen Prof. Paul Smets zurück, der das Klangbild 1954 zusammengestellt hat. Es gilt bis heute als einmalig, nicht nur in Deutschland.