100 Jahre Mousonturm: Ein Fest für das Haus, das Viertel und die Stadt

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Gut 7000 Besucherinnen und Besucher feierten am Wochenende das Jubiläum des Frankfurter Wahrzeichens

ffm. Zwei Tage lang wurde rund um den Mousonturm gefeiert: Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Frankfurter Wahrzeichens kamen am Samstag, 22., und Sonntag, 23. August, gut 7000 Besucherinnen und Besucher zum großen Jubiläumsfest in die Waldschmidtstraße und auf das Gelände des Künstler*innenhauses.

Gemeinsam mit seinen Nachbarinnen und Nachbarn vom GDA Wohnstift, dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt, dem Produktionshaus Naxos, dem Hessischen Literaturforum und dem Team von Nippon Connection hatte der Mousonturm zum kostenfreien Fest für alle Generationen eingeladen.  Oberbürgermeister Mike Josef, der das Fest am Samstag eröffnete, würdigte die besondere Rolle des Mousonturms für Frankfurt: „Der Frankfurter Mousonturm hat vor 100 Jahren Baugeschichte geschrieben und ist heute ein Ort, an dem die Stadtgesellschaft zusammenkommt und internationale Kunst erlebt. Dass dieses Jubiläum gemeinsam mit den Nachbarinnen und Nachbarn des Mousonturms gefeiert wird, zeigt, wie fest das Haus im Ostend und in Frankfurt verankert ist. Der Mousonturm verbindet Geschichte und Zukunft, Stadtentwicklung und Kultur auf ganz besondere Weise.“

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, die am Abend die Jubiläumsgrüße der Stadt überbrachte, betonte die verbindende Kraft des Festes: „Ein 100. Geburtstag ist ein wunderbarer Anlass, zurückzublicken – vor allem aber, gemeinsam nach vorne zu schauen. Der Mousonturm ist ein Ort, an dem Menschen und Perspektiven aus Frankfurt und aus aller Welt zusammenkommen. Dass heute so viele Nachbarinnen und Nachbarn, Familien, Künstlerinnen und Künstler gemeinsam feiern, macht dieses Haus als Teil unserer Stadtgesellschaft unmittelbar erlebbar.“

Zwei Tage Kunst, Musik und Nachbarschaft

Das zweitägige Festprogramm beleuchtete die Geschichte des Hauses und bot zugleich ein vielfältiges künstlerisches und partizipatives Programm. Suli Puschban und die Kapelle der guten Hoffnung eröffneten den Nachmittag mit einem Konzert für Kinder und Familien, anschließend zog Eisa Jocsons „Princess Parade“ mit Frankfurter Tänzerinnen und Tänzern mehrfach durch die Nachbarschaft. Mit spektakulärer Hochseilartistik auf einer Slackline zwischen Mousonturm und dem Dach des GDA Wohnstifts sowie mit Akrobatik, Walking Acts und Performances verwandelten sich die Waldschmidtstraße und der Hof rund um den Mousonturm in eine öffentliche Bühne.

Frankfurter Autorinnen und Autoren schrieben beim Hessischen Literaturforum Texte nach Wunsch. So entstanden etwa Liebesbriefe, Gedichte oder wütende E-Mails – ganz analog und mit Schreibmaschine. Beim Freundeskreis des Mousonturms wurde in der Jubiläums-Olympiade gerätselt. Am Sonntag setzte das von Mousonturm und Produktionshaus Naxos veranstaltete Seifenkistenrennen die Feier vor jubelndem Publikum fort.

Für Katrin Becker-Oligmüller vom Team des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Frankfurt, die stellvertretend für die beteiligten Nachbarinnen und Nachbarn sprach, stand vor allem das Miteinander im Mittelpunkt: „Dieses Fest hat gezeigt, was Nachbarschaft bedeuten kann: unterschiedliche Menschen und Institutionen kommen zusammen, bringen ihre jeweiligen Stärken ein und schaffen gemeinsam etwas, das größer ist als die einzelnen Beteiligten. Für uns als Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst war es besonders schön, mit Familien, Ehrenamtlichen und vielen Menschen aus dem Viertel dabei zu sein. Gemeinschaft trägt – das konnten wir an diesem Wochenende ganz unmittelbar erleben.“

Am Abend brachten TheOhOhOhs Clubmusik mit Piano und Percussion auf die Wiesenbühne. Später folgten weitere musikalische Beiträge, Walking Acts und Performances, bevor der Mousonturm selbst ab Sonnenuntergang zum Mittelpunkt des Festes wurde: Bei „Lights on Mousonturm – Like 100 Years (tower of dreams) x Zick Zack“ verwandelten Sänger und Komponist Elischa Kaminer gemeinsam mit dem Künstlerduo Jésus Baptista und Amadeo Savio mit Licht, Videokunst und Livemusik den Turm in ein weithin hör- und sichtbares Gesamtkunstwerk.

Eine besondere Verbindung zur Geschichte des Hauses war die Anwesenheit von Dieter Buroch, dem Gründungsintendanten des 1988 eröffneten Künstler*innenhauses Mousonturm. Der erste Intendant Buroch leitete das Haus 23 Jahre lang bis Ende 2011; seine damalige Initiative und die kulturpolitische Entscheidung des damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann zur Umnutzung des ehemaligen Fabrikgebäudes legten den Grundstein für die Entwicklung zum international ausgerichteten Produktions- und Veranstaltungshaus für die freien darstellenden Künste.

Für die Ko-Intendantinnen und -Intendanten Anna Wagner und Marcus Droß war das Wochenende deshalb weit mehr als eine Geburtstagsfeier: „Wir sind überwältigt davon, wie viele Menschen dieses Jubiläum mit uns gefeiert haben. Unser Wunsch war, den Mousonturm an seinem 100. Geburtstag nicht nur als historisches Gebäude zu zeigen, sondern als lebendigen Ort, der zu Frankfurt gehört und den Menschen gehört, die hier leben, arbeiten, Kunst machen und zu Gast sind. Genau das ist an diesem Wochenende passiert: Der Mousonturm und seine Nachbarschaft sind zu einer gemeinsamen Bühne geworden. Für uns hätte dieses Jubiläum kaum schöner, offener und lebendiger gefeiert werden können.“

Das gesamte Programm des Mousonturms findet sich unter Spielplan - Künstler*innenhaus Mousonturm .



Eine Auswahl an Bildern vom Jubiläumswochenende gibt es zur freien redaktionellen Verwendung unter Nennung der angegebenen Copyrights unter 100 Jahre Mousonturm – Straßenfest - Presse - Künstler*innenhaus Mousonturm .

Foto

Hochseilartist balanciert über das Festgelände in der Waldschmidtstraße, Copyright: Andre Wirsig 

Kontakt für die Medien Michel Nölle, Künstler*innenhaus Mousonturm, Telefon 069/40589541 , E-Mail michel.noelle@mousonturm.de