35 Jahre gelebte Freundschaft zwischen Frankfurt und Krakau

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Stadt feiert Jubiläum der Städtepartnerschaft und des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags

ffm. Frankfurt und Krakau blicken auf 35 Jahre Städtepartnerschaft zurück. Mit einem Festakt in der Paulskirche hat die Stadt Frankfurt am Donnerstag, 22. Oktober, das Jubiläum gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefeiert. Anlass war zugleich der vor 35 Jahren geschlossene deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag. Oberbürgermeister Mike Josef würdigte die enge Verbindung beider Städte und das Engagement der vielen Menschen, die sie seit Jahrzehnten mit Leben füllen.

Der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag legte 1991 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs eine wichtige Grundlage für die Zusammenarbeit beider Länder. Noch im selben Jahr begründeten Frankfurt und Krakau ihre Städtepartnerschaft. Deren Wurzeln reichen allerdings weiter zurück: Bereits 1989 gründeten Frankfurter Bürgerinnen und Bürger den Freundeskreis Frankfurt/Krakau. Aus dieser Initiative entwickelte sich zwei Jahre später die offizielle Partnerschaft.

„Die polnische Community ist ein aktiver, lebendiger Teil unserer Stadtgesellschaft. Sie leistet nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Zusammenhalt und zum kulturellen Leben dieser Stadt, sondern ist auch die tragende Säule der Städtepartnerschaft“, sagte Josef. Ende 2025 lebten 9425 Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit in Frankfurt. Die polnische Community insgesamt ist noch deutlich größer.

Persönlich erlebte Josef die Verbindung beider Städte bei seinem Besuch in Krakau im Jahr 2024, seinem zweiten Jahr als Oberbürgermeister. „Ich war erstaunt, wie nah Krakau an Frankfurt ist. Selbst bei dem kurzen Besuch konnte man die enge Verbindung zwischen unseren Städten und das Bekenntnis zu unseren gemeinsamen europäischen Werten spüren“, sagte Josef. [Bild: Mit einem Festakt in der Paulskirche hat die Stadt Frankfurt, das 35-jährige Jubiläum gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefeiert, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel ] Wie eng Frankfurt und Krakau miteinander verbunden sind, zeigt sich außerdem in zahlreichen Bereichen. Schulen, Kultur- und Jugendprojekte, soziale Einrichtungen, Vereine, Wirtschaft und Stadtverwaltungen arbeiten zusammen und tauschen regelmäßig Erfahrungen aus. Eine Besonderheit ist die seit mehr als 25 Jahren bestehende Sozialpartnerschaft. Die Sozialämter beider Städte treffen sich regelmäßig, lernen voneinander und suchen gemeinsam nach Lösungen für soziale Fragen. Können persönliche Treffen nicht stattfinden, setzen sie ihren Austausch digital fort.

Auch junge Menschen gestalten die Partnerschaft. So trafen Jugendliche des Projekts „JugendMachtFrankfurt“ Mitglieder des Krakauer Jugendparlaments, um sich über Jugendbeteiligung und den Aufbau eines Jugendparlaments auszutauschen. Im September brachte zudem der „Sister Cities Dialogue“ Menschen aus beiden Städten unmittelbar miteinander ins Gespräch. Über ein digitales Portal konnten Interessierte in Frankfurt und Krakau spontan Kontakt aufnehmen, erzählen, zuhören und Gemeinsamkeiten entdecken.

Die Zusammenarbeit der beiden Städte zeigt sich zudem im gemeinsamen Engagement für Lviv. Bereits bevor Frankfurt 2024 eine offizielle Städtepartnerschaft mit der westukrainischen Stadt einging, unterstützten Frankfurt und Krakau Lviv angesichts des russischen Angriffskrieges. Auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte gehört zur Partnerschaft, etwa durch die Erinnerungsarbeit zum ehemaligen KZ-Außenlager Katzbach in Frankfurt.

Für Josef zeigen diese vielfältigen Verbindungen, was die Städtepartnerschaft und die deutsch-polnischen Beziehungen ausmacht. „Von Mensch zu Mensch entstehen feste Beziehungen. Gemeinsam arbeiten die Menschen unserer beiden Städte und Länder daran, unsere gemeinsamen europäischen Werte – Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit – zu leben und eine dauerhafte europäische Friedensordnung zu verwirklichen“, sagte der Oberbürgermeister.

Beim Festakt sprach neben dem Oberbürgermeister auch Saskia Schneider, Vorsitzende des Freundeskreises Frankfurt/Krakau. Die ehemalige EU-Kommissarin Danuta Hübner hielt die Laudatio. Piotr Machnik am Klavier und der Chor der Domsingschule Frankfurt unter der Leitung von Hermia Schlichtmann gestalteten das musikalische Programm.

Fotos

Mit einem Festakt in der Paulskirche hat die Stadt Frankfurt das 35-jährige Jubiläum gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gefeiert, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel 

Oberbürgermeister Mike Josef begrüßte die Gäste im Namen der Stadt beim Festakt in der Paulskirche, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel 

Die ehemalige EU-Kommissarin Danuta Hübner hielt die Laudatio, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel 

Beim Festakt sprach neben dem Oberbürgermeister auch Saskia Schneider, Vorsitzende des Freundeskreises Frankfurt/Krakau, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel 

Chor der Domsingschule Frankfurt beim Festakt in der Paulskirche zum 35-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Frankfurt/Krakau, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel