ABG modernisiert Gellertsiedlung klimafreundlich und sozialverträglich

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Zehn-Punkte-Plan als unterstützende Maßnahmen für rund 50 von Kernsanierung betroffene Mieterinnen und Mieter vorgelegt

ffm. In der Gellertsiedlung im Frankfurter Nordend werden bis 2040 rund 900 Wohnungen an klimafreundliche Fernwärme angeschlossen. Damit richtet die ABG Frankfurt Holding ihren Wohnungsbestand konsequent auf eine klimafreundliche Zukunft aus und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Frankfurt. Die Maßnahmen werden nahezu vollständig im bewohnten Zustand erfolgen. Eine umfassende Kernsanierung ist ausschließlich bei den Wohngebäuden in der Münzenberger Straße 10-12 und Rotlintstraße 105-119 erforderlich, die in den 1930er-Jahren errichtet wurden. Sie betreffen 64 der insgesamt knapp 900 Wohneinheiten im Quartier. Aufgrund des baulichen Zustands dieser Wohnungen – insbesondere veralteter Heiz-, Wasser- und Elektroleitungen – ist hier eine Komplettsanierung mit Erneuerung der gesamten technischen Infrastruktur notwendig. Diese Arbeiten können nicht im bewohnten Zustand erfolgen und dauern voraussichtlich 18 bis 24 Monate. Da nicht alle Wohnungen derzeit vermietet sind, betrifft dies rund 50 Mieterinnen und Mieter. Im Zuge der Maßnahmen wird auch der Ausbau von Photovoltaikanlagen vorangetrieben. Durch Dachausbauten entsteht neuer Wohnraum, circa 1100 Quadratmeter, in Erdgeschossen werden acht barrierearme Wohnungen geschaffen.

„Es ist mir wichtig, dass energetische Maßnahmen sozialverträglich umgesetzt werden. Wir haben daher mit der ABG frühzeitig ein umfassendes Paket an unterstützenden Maßnahmen vereinbart, das den rund 50 von Kernsanierung betroffenen Mieterinnen und Mietern in der Gellertsiedlung klare Perspektiven bietet. Hervorzuheben ist, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden, alle Mieterinnen und Mieter eine Rückzugsmöglichkeit erhalten, Mieten auch nach der Modernisierung weiter bezahlbar bleiben und zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum entsteht“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen.

„Wir tragen Verantwortung dafür, unseren Wohnungsbestand für zukünftige Generationen und eine klimafreundliche Zukunft auszurüsten. Unsere Mieterinnen und Mieter in der Münzenberger Straße 10-12 und Rotlintstraße 105-119 haben wir im Dialog frühzeitig über die Planungen und die sozialverträgliche Ausgestaltung der Maßnahmen zur energetischen Modernisierung der genannten Gebäude informiert. Wir unterstützen sie entsprechend ihrer Wohnungswünsche beim Umzug in eine Wohnung in unserem Bestand. Bisher haben viele Mieterinnen und Mieter dieses Angebot genutzt“, sagt Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG.

Die unterstützenden Maßnahmen der Stadt Frankfurt und der ABG haben das Ziel, tragfähige und individuelle Lösungen für alle Mieterinnen und Mieter zu bieten. Über einen Großteil dieser Maßnahmen wurden die Mieterinnen und Mieter seit Mai 2025 schriftlich sowie in zwei Informations- und Dialogveranstaltungen informiert. Folgende Punkte sind Teil des Maßnahmenpakets:

Die ABG spricht keine Wohnungskündigungen aus. Eine umfassende Kernsanierung ist ausschließlich bei den Wohngebäuden in der Münzenberger Straße 10-12 und Rotlintstraße 105-119 erforderlich. Bei allen anderen Wohnungen in der Gellertsiedlung sind keine umfassenden Maßnahmen geplant. Mieterinnen und Mieter der Münzenberger Straße 10-12 und der Rotlintstraße 105-119 können während der Baumaßnahmen in eine andere Wohnung im ABG-Bestand wechseln und nach Abschluss der Sanierung auf Wunsch zurückkehren. Wählen die Mieterinnen und Mieter die alternativen ABG-Bestandswohnungen, können sie ihre bisherige Kaltmiete in Euro pro Quadratmeter in die neuen Wohnungen mitnehmen. Mit rund 20 Haushalten wurden bereits Umzüge in neue ABG-Wohnungen vereinbart, die ihnen auf der Grundlage ihrer Wünsche in Bezug auf Stadtteil, Wohnungsgröße, Etage oder bestimmte Ausstattungsmerkmale wie Balkon oder Terrasse angeboten wurden. In vielen Fällen liegen die neuen Wohnungen im Nordend oder im benachbarten Stadtteil Bornheim. Weitere Wohnungsvermittlungen sind im Gange. Für die derzeitigen Bestandsmieterinnen und -mieter der Münzenberger Straße 10-12 und der Rotlintstraße 105-119 mit Anspruch auf eine geförderte Wohnung wurde zwischen dem Amt für Wohnungswesen und der ABG eine Vereinbarung getroffen, nach der sie in eine geförderte Wohnung im ABG-Bestand wechseln können und gegebenenfalls sogar eine geringere Miete zahlen als bisher. Derzeitige Mieterinnen und Mieter der Münzenberger Straße 10-12 und der Rotlintstraße 105-119, die nach Abschluss der energetischen Modernisierung an ihre bisherige Adresse zurückziehen möchten, erhalten ein Erstzugriffsrecht auf die sanierten Wohnungen. Für derzeitige Bestandsmieterinnen und -mieter gilt eine gedämpfte Kaltmiete von 13 Euro pro Quadratmeter bei gleichzeitigem hohen energetischen Standard. In der Münzenberger Straße 10-12 und der Rotlintstraße 105-119 werden rund 30 Prozent geförderte Wohnungen durch Umbau und Sanierung geschaffen. Diese geförderten Wohnungen werden bei entsprechender Berechtigung insbesondere bisherigen Mieterinnen und Mietern angeboten. Damit kann das aktuelle Mietniveau gehalten oder sogar verringert werden (Einstiegsmieten: sieben Euro pro Quadratmeter im Förderweg 1, zehn Euro pro Quadratmeter im Förderweg 2). Bei Neubezug wird die Grundmiete für neue Bewohnerinnen und Bewohner ohne Förderberechtigung voraussichtlich bei 15 Euro pro Quadratmeter liegen. Maßgeblich dafür ist die ortsübliche Vergleichsmiete zum Zeitpunkt des Rückzugs gemäß Mietspiegel der Stadt Frankfurt im Jahr 2028/29. Stadt Frankfurt und ABG befinden sich weiterhin im engen Austausch mit allen betroffenen Mieterinnen und Mietern. Die anstehenden Maßnahmen werden transparent dargestellt, um individuelle und tragfähige Lösungen zu vereinbaren. Die Mieterinnen und Mieter werden vor Fertigstellung der Modernisierungsmaßnahmen rechtzeitig über den Baufortschritt informiert und haben die Möglichkeit, ihren Rückzugswunsch zu bestätigen oder sich für einen Verbleib in der alternativen Wohnung zu entscheiden.

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Bestandsgebäude Gellertsiedlung in der Rotlintstraße 115, Copyright: ABG Frankfurt Holding 



Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055 , E-Mail presse.dezernat03@stadt-frankfurt.de 

Frank Junker, ABG Frankfurt Holding, Telefon 069/26081000 , E-Mail pressestelle@abg.de