Albert Mangelsdorffs Klänge neu interpretiert
„resonating_albert“ bringt fünf elektronische Arbeiten in den
KlangRaum des Dialogmuseums
ffm. Zum Deutschen Jazzfestivals 2026 bekommt die Betrachtung des künstlerischen Nachlasses von Albert Mangelsdorff eine weitere Dimension: Sechs Klangkünstlerinnen und Klangkünstler haben aus Audiofragmenten des Mangelsdorff-Archivs fünf eigene Klangstücke geschaffen, die ab Samstag, 17. Oktober, dauerhaft im KlangRaum des Dialogmuseums unter dem Titel „resonating_albert“ erfahrbar sind. In absoluter Dunkelheit werden die Kompositionen durch Klangmöbel und ein Surround-Soundsystem am ganzen Körper spürbar.
Das Dialogmuseum feiert die Erweiterung der Mediathek um fünf neue elektroakustische Arbeiten mit einer Vernissage während der Clubnacht des Deutschen Jazzfestivals am Freitag, 16. Oktober, um 18 Uhr. Um 18.30 Uhr sowie 19.30 Uhr wird „Interferenzen“ des im Februar dieses Jahres verstorbenen Komponisten und Posaunisten Uwe Dierksen zu hören sein. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Resonating Albert - Dialogmuseum Frankfurt.
Die Werke setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Werk und der Klangsprache des Frankfurter Jazzposaunisten Albert Mangelsdorff (1928–2005) auseinander. Sie entstanden im Rahmen des von der Stadt Frankfurt anlässlich des 20. Todestages der Jazzikone initiierten Programms „The Eternal Turn On“ im vergangenen Jahr als Auftragsarbeiten sowie im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs, der sich an Studierende der regionalen Kunst- und Musikhochschulen richtete. Beteiligt sind Uwe Dierksen, Alper Maral, Barnabas Vollmar und Diego Seipel Soubrier, Harin Choi und Bruno Bolz. „The Eternal Turn On“ wurde vom Kulturamt koordiniert.
Wie Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betont, ist Albert Mangelsdorff „bis heute eine der zentralen künstlerischen Identifikationsfiguren“ der Frankfurter Szene und hat „signifikant zur Anerkennung der Jazzstadt Frankfurt weit über die Stadtgrenzen hinaus beigetragen“.
Als künstlerischer Ausgangspunkt für die Klangkunstarbeiten diente die außergewöhnliche Spielweise von Mangelsdorff, mit der er seinem Instrument ungeahnte Zwischentöne und Mehrklänge entlockte und insbesondere durch den Einsatz von Multiphonics die klanglichen Möglichkeiten der Solo-Posaune erweiterte. Die im Jahr 2025 entstandenen Arbeiten übertragen Impulse aus Mangelsdorffs Musik in gegenwärtige kompositorische und digitale Kontexte.
Als Fortführung der im letzten Jahr durchgeführten Programmreihe stellt „resonating_albert“ eine Verbindung zwischen zeitgenössischer Klangkunst, elektroakustischer Komposition und Mangelsdorffs akustischem Erbe her. Die Arbeiten greifen dabei auf O-Töne – Übeaufnahmen, Fieldrecordings unter anderem von Vogelstimmen und private Konzertmitschnitte – aus dem Nachlass Mangelsdorffs zurück, der im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt aufbewahrt wird.
Der KlangRaum des Dialogmuseums ist der deutschlandweit einzige öffentlich zugängliche Raum für Hörtheater, Klangkunst und Soundinstallationen. Auf ergonomischen Klangmöbeln mit Basspumpen werden in absoluter Dunkelheit Dolby-Surround-Soundinstallationen in 7.1 als Ganzkörpererlebnis erfahrbar. „resonating_albert“ ergänzt die bereits vorhandene Klangreihe „Out of Sight“, kuratiert vom Frankfurter Klangkünstler und Medienkomponisten Hannes Seidl, die mehrkanalig produzierte Audiowerke bereithält und das Hören als Rezeptionsform ins Zentrum stellt.
Dialogmuseum Das Dialogmuseum ist ein Erlebnismuseum, Inklusionsbetrieb und Sozialunternehmen. Als Erfahrungs-, Lern- und Begegnungsort fördert es Perspektivwechsel und gesellschaftlichen Dialog. Im Mittelpunkt stehen interaktive und immersive Formate, die Besucherinnen und Besucher neue Zugänge zu Themen wie Inklusion, Blindheit, Sehbehinderung, Vielfalt und sozialer Nachhaltigkeit eröffnen. Zu den Angeboten gehören die lichtlose Ausstellung „Dialog im Dunkeln“, durch die blinde und sehbehinderte Guides führen, wechselnde Ausstellungen im Hellen sowie der KlangRaum. Außerdem bietet das Museum eine partizipative Plattform für Sonderveranstaltungen des Sozial- und Kultursektors sowie Bildungsangebote im Zeichen der Demokratie. Das Dialogmuseum wird vom Kulturamt Frankfurt gefördert.
Uwe Dierksen (1959-2026), Posaune: Interferenzen Uwe Dierksen, geboren 1959 in Hannover, studierte Posaune in Hannover, Hamburg und London sowie Dirigieren am Mozarteum Salzburg. Von 1983 bis 2026 war er Posaunist im Ensemble Modern in Frankfurt und arbeitete mit namhaften Musikerinnen und Musikern, Komponistinnen und Komponisten sowie Dirigentinnen und Dirigenten zusammen. Zahlreiche Kompositionen sind für ihn geschrieben und von ihm uraufgeführt worden. Er spielte über 20 CDs ein, davon etwa ein Drittel als Solist. Bei Ensemble Modern Medien erschien 2011 seine Doppel-Porträt-CD „ROOR“.
Als international konzertierender Solist spielte Uwe Dierksen mit dem Radio-Sinfonieorchester Wien (ORF), dem Bayerischen Rundfunksinfonieorchester, dem Westdeutschen Sinfonieorchester (WDR), dem Arditti Quartett, dem Opernorchester Frankfurt, dem Nederlands Philharmonisch Orkest, dem Gulbenkian Orchester Lissabon/Portugal, den Wiener Symphonikern und vielen anderen.
Er arbeitete intensiv im Bereich kultureller Bildung an Schulen und Universitäten und gab Seminare im Auftrag der Altana Kulturstiftung, der Polytechnischen Gesellschaft sowie des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Im Auftrag von ZDF/Arte und der Murnau-Stiftung schrieb er Filmmusik, insbesondere für Stummfilme, sowie Theatermusik und Musik für Industriefilme. Er war künstlerischer Leiter und Komponist des Stummfilm-Revueabends „Welcome to American Vaudeville“ an der Komischen Oper Berlin und dem Kino-Varieté-Abend „Mainhattan“ an der Oper Frankfurt. Im August 2018 fand die Weltpremiere seiner neu komponierten Stummfilmmusik zu „Der Geiger von Florenz“ bei den UFA-Filmnächten auf der Museumsinsel in Berlin statt – eine Auftragskomposition von ZDF/Arte und der Bertelsmann Stiftung. 2019 wurde seine Oper „MINA“ mit großem Erfolg an der Oper Frankfurt uraufgeführt.
Frankfurt History App: Weitere Hörerlebnisse zu Albert Mangelsdorff Mit der Audiotour im Sammel-Layer „Frankfurt Stories“ der Frankfurt History App flaniert man auf den Spuren Albert Mangelsdorffs durch Frankfurt. Der multimediale Spaziergang wurde von dem Jazzhistoriker Jürgen Schwab entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt und dem Institut für Stadtgeschichte umgesetzt. Die Audiotour steht kostenlos in den App Stores unter frankfurthistory.app zum Download
zur Verfügung.
ffm. Zum Deutschen Jazzfestivals 2026 bekommt die Betrachtung des künstlerischen Nachlasses von Albert Mangelsdorff eine weitere Dimension: Sechs Klangkünstlerinnen und Klangkünstler haben aus Audiofragmenten des Mangelsdorff-Archivs fünf eigene Klangstücke geschaffen, die ab Samstag, 17. Oktober, dauerhaft im KlangRaum des Dialogmuseums unter dem Titel „resonating_albert“ erfahrbar sind. In absoluter Dunkelheit werden die Kompositionen durch Klangmöbel und ein Surround-Soundsystem am ganzen Körper spürbar.
Das Dialogmuseum feiert die Erweiterung der Mediathek um fünf neue elektroakustische Arbeiten mit einer Vernissage während der Clubnacht des Deutschen Jazzfestivals am Freitag, 16. Oktober, um 18 Uhr. Um 18.30 Uhr sowie 19.30 Uhr wird „Interferenzen“ des im Februar dieses Jahres verstorbenen Komponisten und Posaunisten Uwe Dierksen zu hören sein. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Resonating Albert - Dialogmuseum Frankfurt
Die Werke setzen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Werk und der Klangsprache des Frankfurter Jazzposaunisten Albert Mangelsdorff (1928–2005) auseinander. Sie entstanden im Rahmen des von der Stadt Frankfurt anlässlich des 20. Todestages der Jazzikone initiierten Programms „The Eternal Turn On“ im vergangenen Jahr als Auftragsarbeiten sowie im Rahmen eines Kompositionswettbewerbs, der sich an Studierende der regionalen Kunst- und Musikhochschulen richtete. Beteiligt sind Uwe Dierksen, Alper Maral, Barnabas Vollmar und Diego Seipel Soubrier, Harin Choi und Bruno Bolz. „The Eternal Turn On“ wurde vom Kulturamt koordiniert.
Wie Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betont, ist Albert Mangelsdorff „bis heute eine der zentralen künstlerischen Identifikationsfiguren“ der Frankfurter Szene und hat „signifikant zur Anerkennung der Jazzstadt Frankfurt weit über die Stadtgrenzen hinaus beigetragen“.
Als künstlerischer Ausgangspunkt für die Klangkunstarbeiten diente die außergewöhnliche Spielweise von Mangelsdorff, mit der er seinem Instrument ungeahnte Zwischentöne und Mehrklänge entlockte und insbesondere durch den Einsatz von Multiphonics die klanglichen Möglichkeiten der Solo-Posaune erweiterte. Die im Jahr 2025 entstandenen Arbeiten übertragen Impulse aus Mangelsdorffs Musik in gegenwärtige kompositorische und digitale Kontexte.
Als Fortführung der im letzten Jahr durchgeführten Programmreihe stellt „resonating_albert“ eine Verbindung zwischen zeitgenössischer Klangkunst, elektroakustischer Komposition und Mangelsdorffs akustischem Erbe her. Die Arbeiten greifen dabei auf O-Töne – Übeaufnahmen, Fieldrecordings unter anderem von Vogelstimmen und private Konzertmitschnitte – aus dem Nachlass Mangelsdorffs zurück, der im Institut für Stadtgeschichte Frankfurt aufbewahrt wird.
Der KlangRaum des Dialogmuseums ist der deutschlandweit einzige öffentlich zugängliche Raum für Hörtheater, Klangkunst und Soundinstallationen. Auf ergonomischen Klangmöbeln mit Basspumpen werden in absoluter Dunkelheit Dolby-Surround-Soundinstallationen in 7.1 als Ganzkörpererlebnis erfahrbar. „resonating_albert“ ergänzt die bereits vorhandene Klangreihe „Out of Sight“, kuratiert vom Frankfurter Klangkünstler und Medienkomponisten Hannes Seidl, die mehrkanalig produzierte Audiowerke bereithält und das Hören als Rezeptionsform ins Zentrum stellt.
Dialogmuseum Das Dialogmuseum ist ein Erlebnismuseum, Inklusionsbetrieb und Sozialunternehmen. Als Erfahrungs-, Lern- und Begegnungsort fördert es Perspektivwechsel und gesellschaftlichen Dialog. Im Mittelpunkt stehen interaktive und immersive Formate, die Besucherinnen und Besucher neue Zugänge zu Themen wie Inklusion, Blindheit, Sehbehinderung, Vielfalt und sozialer Nachhaltigkeit eröffnen. Zu den Angeboten gehören die lichtlose Ausstellung „Dialog im Dunkeln“, durch die blinde und sehbehinderte Guides führen, wechselnde Ausstellungen im Hellen sowie der KlangRaum. Außerdem bietet das Museum eine partizipative Plattform für Sonderveranstaltungen des Sozial- und Kultursektors sowie Bildungsangebote im Zeichen der Demokratie. Das Dialogmuseum wird vom Kulturamt Frankfurt gefördert.
Uwe Dierksen (1959-2026), Posaune: Interferenzen Uwe Dierksen, geboren 1959 in Hannover, studierte Posaune in Hannover, Hamburg und London sowie Dirigieren am Mozarteum Salzburg. Von 1983 bis 2026 war er Posaunist im Ensemble Modern in Frankfurt und arbeitete mit namhaften Musikerinnen und Musikern, Komponistinnen und Komponisten sowie Dirigentinnen und Dirigenten zusammen. Zahlreiche Kompositionen sind für ihn geschrieben und von ihm uraufgeführt worden. Er spielte über 20 CDs ein, davon etwa ein Drittel als Solist. Bei Ensemble Modern Medien erschien 2011 seine Doppel-Porträt-CD „ROOR“.
Als international konzertierender Solist spielte Uwe Dierksen mit dem Radio-Sinfonieorchester Wien (ORF), dem Bayerischen Rundfunksinfonieorchester, dem Westdeutschen Sinfonieorchester (WDR), dem Arditti Quartett, dem Opernorchester Frankfurt, dem Nederlands Philharmonisch Orkest, dem Gulbenkian Orchester Lissabon/Portugal, den Wiener Symphonikern und vielen anderen.
Er arbeitete intensiv im Bereich kultureller Bildung an Schulen und Universitäten und gab Seminare im Auftrag der Altana Kulturstiftung, der Polytechnischen Gesellschaft sowie des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.
Im Auftrag von ZDF/Arte und der Murnau-Stiftung schrieb er Filmmusik, insbesondere für Stummfilme, sowie Theatermusik und Musik für Industriefilme. Er war künstlerischer Leiter und Komponist des Stummfilm-Revueabends „Welcome to American Vaudeville“ an der Komischen Oper Berlin und dem Kino-Varieté-Abend „Mainhattan“ an der Oper Frankfurt. Im August 2018 fand die Weltpremiere seiner neu komponierten Stummfilmmusik zu „Der Geiger von Florenz“ bei den UFA-Filmnächten auf der Museumsinsel in Berlin statt – eine Auftragskomposition von ZDF/Arte und der Bertelsmann Stiftung. 2019 wurde seine Oper „MINA“ mit großem Erfolg an der Oper Frankfurt uraufgeführt.
Frankfurt History App: Weitere Hörerlebnisse zu Albert Mangelsdorff Mit der Audiotour im Sammel-Layer „Frankfurt Stories“ der Frankfurt History App flaniert man auf den Spuren Albert Mangelsdorffs durch Frankfurt. Der multimediale Spaziergang wurde von dem Jazzhistoriker Jürgen Schwab entwickelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Frankfurt und dem Institut für Stadtgeschichte umgesetzt. Die Audiotour steht kostenlos in den App Stores unter frankfurthistory.app