Arbeitnehmerempfang der Stadt würdigt Beschäftigte und Betriebsräte

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Aschaffenburg

Bild: © Alexander Klotz, Stadt Aschaffenburg Mit einem klaren Bekenntnis zu Mitbestimmung, Wertschätzung und sozialer Partnerschaft hat die Stadt Aschaffenburg am Sonntag zum Arbeitnehmerempfang ins Stadttheater eingeladen. Oberbürgermeister Jürgen Herzing begrüßte, gefolgt von Björn Wortmann, DGB-Vorsitzender Aschaffenburg, sowie Stefan Körzell, Mitglied des DGB-Bundesvorstands, zahlreiche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Betriebs- und Personalräte, Gewerkschaftsvertreter sowie Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Der Empfang stand unter dem Motto „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“– ein Leitgedanke, der sich wie ein roter Faden durch die Reden und die anschließende Podiumsdiskussion zog. Auf dem Podium diskutierten Syndia Paul-Beer (ver.di, Klinikum Aschaffenburg-Alzenau), Sandra Link (GdP, Polizei Unterfranken), Özcan Pancarci (IG Metall, Linde Aschaffenburg), Reinhard Nees (IG BCE, DS Smith) sowie Eric Leiderer, Personalreferent der Stadt. In der Diskussion wurde deutlich: Betriebs- und Personalräte sind zentrale Stabilitätsanker in Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche. Gleichzeitig wurde offen angesprochen, dass Interessenvertretungen zunehmend Anfeindungen und Respektlosigkeit ausgesetzt sind – sowohl in Betrieben als auch im öffentlichen Diskurs. Die Podiumsteilnehmer machten deutlich, dass Mitbestimmung gerade in Transformationsprozessen kein Hemmnis, sondern ein Erfolgsfaktor sei. Gute Lösungen entstünden dort, wo Beschäftigte beteiligt werden. Oberbürgermeister Jürgen Herzing betonte: „Mitbestimmung ist nicht das Problem. Mitbestimmung ist Teil der Lösung.“ Diskutiert wurde zudem das geplante Tariftreuegesetz der Bundesregierung, das öffentliche Aufträge stärker an tarifliche Bezahlung knüpfen soll. Auf dem Podium wurde dafür geworben, entsprechende Regelungen auch in Bayern einzuführen, um faire Löhne zu sichern und Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern. Gerade in einer industriell geprägten Region wie dem Bayerischen Untermain gehe es darum, Standorte zu sichern, Beschäftigung zu erhalten und Qualifizierung zu stärken. Betriebsräte spielten dabei eine zentrale Rolle, weil sie nah an den Menschen seien. Der Arbeitnehmerempfang ist bewusst als Zeichen der Anerkennung gedacht. Während es auf Arbeitgeberseite zahlreiche Netzwerk- und Wirtschaftsempfänge gibt, setzt die Stadt Aschaffenburg mit dieser Veranstaltung alle zwei Jahre einen eigenen Schwerpunkt: die Würdigung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie ihrer Interessenvertretungen.