Aussichtsplattform an der Senderruine Heiligenstock eröffnet

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Neuer Blickpunkt im Frankfurter GrünGürtel verbindet Naturerlebnis, Landschaft und Radiogeschichte

ffm. Die Hochebene am Heiligenstock hat einen neuen Anziehungspunkt: Über der Ruine einer ehemaligen Senderanlage hat die Stadt Frankfurt am Main eine Aussichtsplattform errichtet. Von dort eröffnet sich eine weite Sicht über die Streuobstwiesen auf die Skyline von Frankfurt und die Höhen des Taunus. Gleichzeitig ermöglicht die Plattform ein Naturerlebnis, ohne ökologisch sensible Bereiche betreten zu müssen.

„Für viele Frankfurter:innen war die alte Senderanlage mit ihren Graffitis auf grauem Beton und den überwucherten Mauern lange eine stille, moderne Ruine mitten in einer traumhaften Landschaft. Jetzt ist daraus ein Ort geworden, der die Geschichte des Heiligenstocks erzählt, zum Entdecken des GrünGürtels einlädt und Frankfurt aus einer neuen Perspektive zeigt. Ein Gewinn für Natur und Menschen“, sagte Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, bei der Eröffnung.

Historische Relikte in besonderer Landschaft

Die baulichen Überreste der ehemaligen Funkanlage prägen bis heute die außergewöhnliche Landschaft am Heiligenstock. Die markanten Reste des früheren Senderhauses, zwei kleine ehemalige Technikgebäude und die zum Teil überwachsenen Befestigungsfundamente der Sendemasten berichten als stumme Zeitzeugen von der Radio-Ära am Heiligenstock. Sie liegen verstreut inmitten der weitläufigen Wiesen und alten Streuobstbeständen, die wertvolle Lebensräume für viele Tierarten wie zum Beispiel Steinkauz und Siebenschläfer bieten.

Konzept zur Sicherung des Areals

Über viele Jahre verfielen sowohl die Senderrelikte als auch Teile der Streuobstwiesen. 2021 wurde deshalb ein ämterübergreifendes Konzept zur Entwicklung des Heiligenstockareals erarbeitet. „Wir wollen die historischen Spuren sichern und gleichzeitig die Landschaft öffnen, erlebbar machen und informieren – von den alten Streuobstwiesen bis zur Aussicht über Frankfurt. Dieser verwunschene Ort ist es wert, erhalten zu bleiben“, sagte Zapf-Rodríguez.

Die neue Aussichtsplattform ist Teil dieses Konzepts. Sie markiert die historische Anlage und trägt zugleich zur statischen Sicherung der zunehmend maroden Senderhausruine bei. Zu dem Ensemble gehören außerdem zwei ehemalige Peilhäuser. Sie wurden in den 1990er-Jahren zur landschaftlichen Gestaltung rot und blau angestrichen. Das sogenannte Blaue Häuschen musste inzwischen wegen schwerer Schäden abgerissen werden. Seine Konturen wurden nun künstlerisch mit blauen Stahlprofilen nachgebildet. Gemeinsam mit der Senderhausruine und dem Roten Häuschen bleibt so das charakteristische Erscheinungsbild der Anlage erhalten.

Förderung durch den Regionalpark RheinMain

Die Neugestaltung des Areals wurde maßgeblich durch den Regionalpark RheinMain unterstützt, der die neue Anlage mit einem Anteil von rund 60 Prozent gefördert hat. Insgesamt belaufen sich die Umgestaltungsmaßnahmen auf rund 113.000 Euro. Das Ensemble am Heiligenstock bietet nun ein neues Highlight im Frankfurter GrünGürtel und damit zugleich im Herzen des Regionalparks RheinMain.

„Dieser mit Radiogeschichte kulturell aufgeladene, landschaftlich herausragende Ort konnte durch die Installationen zu einem neuen Erlebnisort weiterentwickelt werden, der hervorragend in die Philosophie des Regionalparks Rhein Main passt“, erklärte Kjell Schmidt, Geschäftsführer der Regionalpark Ballungsraum RheinMain.

Radiogeschichte vor Ort erlebbar

Neben dem wunderbaren Blick bietet die Aussichtsplattform Informationstafeln und ein Audioangebot zur Frankfurter Radiogeschichte. Das speziell auf diesen Ort zugeschnittene Informationsangebot wurde in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk entwickelt. Über einen QR-Code sind in zwei unterschiedlich langen Versionen Ausschnitte aus Radioprogrammen zu hören, die aus verschiedenen Epochen während des vierzigjährigen Bestehens des Senders am Heiligenstock stammen. Die Soundsequenzen reichen von Tanzmusik in der Weimarer Republik über Propaganda der Nationalsozialisten und Luftlagemeldungen bis zum Bildungsprogramm Funkkolleg in den 1960er-Jahren. In der längeren Version wird der jeweilige historische Kontext der Radio-Sequenzen erläutert. „Vom Heiligenstock aus wurde Radiogeschichte geschrieben – von den frühen Programmen der Weimarer Republik über die Zeit des Wiederaufbaus bis in die 1960er-Jahre. Mit den Audioangeboten vor Ort lässt sich diese Geschichte heute wieder hören. Das macht den Ort zu einem besonderen Fenster in die Mediengeschichte“, freut sich Hans Sarkowicz, Vorsitzender der Historischen Kommission der ARD.

Die Sendeausschnitte finden sich unter Heiligenstock Radiosequenzen | Stadt Frankfurt am Main 

Weiter Informationen zum Heiligenstock gibt es unter Heiligenstock | Stadt Frankfurt am Main 

Am 20. September um 14 Uhr laden die Projektleiterinnen zur Führung „Heiligenstock – eine faszinierende Landschaft und ein Ort voller Geschichte“ ein. Weitere Informationen zur Führung gibt es unter Heiligenstock – eine faszinierende Landschaft und ein Ort voller Geschichte | Stadt Frankfurt am Main  zu finden.

Fachliche Fragen können telefonisch unter 069/212-47778  oder per E-Mail an stephanie.kessler@stadt-frankfurt.de  an Stephanie Keßler von der Projektgruppe GrünGürtel des Umweltamts gerichtet werden.  Fotos Bauarbeiten an der Senderhausruine am Heiligenstock, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Katharina Keib 

Die Senderruine am Heiligenstock vor Beginn der Bauarbeiten, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Katharina Keib 

Hinweis an die Redaktionen

Aktuelles Bildmaterial von der Einweihung der neuen Aussichtsplattform an der Senderhausruine am Heiligenstock wird mit dem Pressenewsletter am Freitag, 27. März, verschickt. 

Kontakt für die Medien Christine Hoffmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Umweltamt, Telefon 069/212-39142 , E-Mail presse.umweltamt@stadt-frankfurt.de