Ausstellung „Positionen zur Freiheit. Gestaltung und ihre Grenzen“ im Museum Angewandte Kunst eröffnet
ffm. Ist Gestaltung ein Werkzeug der Befreiung, der Unterdrückung oder
beides zugleich? Von Donnerstag, 14. Mai, bis Sonntag, 28. Juni, widmet
sich das Museum Angewandte Kunst dieser Frage. Die Ausstellung
„Positionen zur Freiheit. Gestaltung und ihre Grenzen“ versteht
ihren Titel als Methode und entfaltet das Thema als Spektrum in einer
dreiteiligen Ausstellungsstruktur: eine Gruppenausstellung,
hervorgegangen aus einem Open Call und einer Kooperation mit dem Museum,
neue Arbeiten beauftragter Designerinnen und Designern (Fellows) sowie
ein Reader mit theoretischen Beiträgen und Gesprächen.
Freiheit und Gestaltung: Ein Versuch
Freiheit ist selten absolut. Sie beschreibt weniger einen Zustand vollständiger Unabhängigkeit, als eher eine Verhandlung innerhalb sozialer, politischer und materieller Bedingungen. In ihrer grundlegendsten Form meint Freiheit die Möglichkeit, ohne unmittelbare Einschränkung zu denken und zu handeln. Doch sie existiert immer in Beziehung zu Normen, Gesetzen und Machtverhältnissen, kurz, den Grenzen von Freiheit.
Häufig wird zwischen negativer Freiheit (Freiheit von Zwang) und positiver Freiheit (Freiheit zu handeln) unterschieden. In der Realität sind beide ungleich verteilt und werden unterschiedlich interpretiert – auch in liberalen Gesellschaften. Was für die eine Person Freiheit bedeutet, kann für eine andere Einschränkung sein. Freiheit ist daher kein fester Zustand, sondern ein Verhältnis, das fortlaufend ausgehandelt wird. In Deutschland wird dieser „Verhandlungsstand“ im Grundgesetz sichtbar, in dem das Wort „frei“ in verschiedenen Varianten rund 64-mal vorkommt.
Die Ausstellung nähert sich diesem Spannungsfeld über Gestaltung. Design wird dabei nicht als reine Formgebung verstanden, sondern als vermittelnde Praxis innerhalb komplexer Systeme. Sie prägt Räume, Infrastrukturen und Kommunikationsformen – und beeinflusst damit, wer Zugang hat und wer nicht. Gleichzeitig trägt Design zur Normalisierung bei: Was wir wiederholt sehen, wird vertraut und schließlich als selbstverständlich wahrgenommen. So entstehen Standards, die häufig ausschließend wirken. Auch gut gemeinte Gestaltung kann Ungleichheiten verstärken oder gar Gewalt ausüben.
„Positionen zur Freiheit. Gestaltung und ihre Grenzen“ versammelt unterschiedliche Perspektiven auf diese Dynamiken. Die Ausstellung versteht Freiheit nicht als gegebenen Zustand, sondern als umkämpftes, relationales Konzept. Anhand von Objekten, Texten und Installationen wird wahrnehmbar, wie Freiheit entsteht, begrenzt und erlebt wird – und wie Design dazu beitragen kann, sie neu zu formen.
Die Ausstellung ist ein offizielles Projekt im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Pressebilder stehen unter Museum Angewandte Kunst | Ausstellung zum
Download zur Verfügung.
Die vollständige Pressemitteilung ist zum Download als PDF angefügt.
Download Vollständige Pressemitteilung zur Ausstellung „Positionen zur Freiheit. Gestaltung und ihre Grenzen“
Kontakt für die Medien Natali-Lina Pitzer, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museum Angewandte Kunst, Telefon 069-212/75339, E-Mail
natali-lina.pitzer@stadt-frankfurt.de
Freiheit und Gestaltung: Ein Versuch
Freiheit ist selten absolut. Sie beschreibt weniger einen Zustand vollständiger Unabhängigkeit, als eher eine Verhandlung innerhalb sozialer, politischer und materieller Bedingungen. In ihrer grundlegendsten Form meint Freiheit die Möglichkeit, ohne unmittelbare Einschränkung zu denken und zu handeln. Doch sie existiert immer in Beziehung zu Normen, Gesetzen und Machtverhältnissen, kurz, den Grenzen von Freiheit.
Häufig wird zwischen negativer Freiheit (Freiheit von Zwang) und positiver Freiheit (Freiheit zu handeln) unterschieden. In der Realität sind beide ungleich verteilt und werden unterschiedlich interpretiert – auch in liberalen Gesellschaften. Was für die eine Person Freiheit bedeutet, kann für eine andere Einschränkung sein. Freiheit ist daher kein fester Zustand, sondern ein Verhältnis, das fortlaufend ausgehandelt wird. In Deutschland wird dieser „Verhandlungsstand“ im Grundgesetz sichtbar, in dem das Wort „frei“ in verschiedenen Varianten rund 64-mal vorkommt.
Die Ausstellung nähert sich diesem Spannungsfeld über Gestaltung. Design wird dabei nicht als reine Formgebung verstanden, sondern als vermittelnde Praxis innerhalb komplexer Systeme. Sie prägt Räume, Infrastrukturen und Kommunikationsformen – und beeinflusst damit, wer Zugang hat und wer nicht. Gleichzeitig trägt Design zur Normalisierung bei: Was wir wiederholt sehen, wird vertraut und schließlich als selbstverständlich wahrgenommen. So entstehen Standards, die häufig ausschließend wirken. Auch gut gemeinte Gestaltung kann Ungleichheiten verstärken oder gar Gewalt ausüben.
„Positionen zur Freiheit. Gestaltung und ihre Grenzen“ versammelt unterschiedliche Perspektiven auf diese Dynamiken. Die Ausstellung versteht Freiheit nicht als gegebenen Zustand, sondern als umkämpftes, relationales Konzept. Anhand von Objekten, Texten und Installationen wird wahrnehmbar, wie Freiheit entsteht, begrenzt und erlebt wird – und wie Design dazu beitragen kann, sie neu zu formen.
Die Ausstellung ist ein offizielles Projekt im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026.
Pressebilder stehen unter Museum Angewandte Kunst | Ausstellung
Die vollständige Pressemitteilung ist zum Download als PDF angefügt.
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Kontakt für die Medien Natali-Lina Pitzer, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Museum Angewandte Kunst, Telefon 069-212/75339