Brücken bauen in schwierigen Zeiten

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg eröffnete die Ausstellung „Zusammenhalt in der Krise. Jüdisch-muslimische Freundschaften in Frankfurt am Main“

ffm. Der Krieg in Nahost hat auch Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben in Deutschland. Wie kann es gelingen, dass Menschen jüdischen und Menschen muslimischen Glaubens trotz gesellschaftlicher Polarisierung vertrauensvolle Beziehungen aufbauen oder sogar Freunde sein können? Um diese Frage geht es in der Ausstellung „Zusammenhalt in der Krise. Jüdisch-muslimische Freundschaften in Frankfurt am Main“, die Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg am Montag, 8. Juni, in den Römerhallen eröffnet hat.

Die Ausstellung zeigt Porträts jüdisch-muslimischer Freundschaften und Kooperationen. Organisiert wurde sie von der Bertelsmann-Stiftung. Sie basiert auf einer neuen Studie der Stiftung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten.

„Ich bin der Bertelsmann Stiftung sehr dankbar für das Projekt der ‚Friendship Portraits‘, das so unterschiedliche Menschen zusammenbringt – und die Freundschaft, die sie verbindet“, sagte Eskandari-Grünberg. „Die Spaltung und der Hass haben auch in unserer Stadtgesellschaft Einzug gehalten. Viele Menschen lassen sich nicht mehr auf ihre Gegenüber ein. Sie lehnen sie ab, ohne ein Wort mit ihnen gewechselt zu haben. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Demokratie stärken, in dem wir wieder lernen, richtig miteinander zu streiten. So, dass wir im besten Falle auch etwas von anderen Menschen lernen.“ Eskandari-Grünberg ist gemeinsam mit Simone Hofmann von der B’nai B’rith Frankfurt Schönstädt Loge ebenfalls Teil der porträtierten Freundschaften.

Für die Bertelsmann-Stiftung sagte Yasemin El-Menouar: „Die Ausstellung zeigt, dass Zusammenhalt nicht bedeutet, Unterschiede zu überwinden. Zusammenhalt bedeutet, einen Weg zu finden, mit ihnen zu leben. Die porträtierten Freundschaften machen sichtbar, wie Vertrauen, gemeinsame Verantwortung und persönliche Begegnungen auch in schwierigen Zeiten Brücken bauen können. Die Ausstellung passt gut zu Frankfurt, denn hier wird deutlich, wie Vielfalt zur Stärke werden kann.“

Wie ihre Freundschaften entstanden sind und wie sie mit Konfliktthemen umgehen, beleuchteten anschließend Eskandari-Grünberg, Hofmann, Micky Fuhrmann von der Jüdischen Gemeinde, der Rapper Hassan Annouri, der DJ und Club-Gründer Hannibal Daldaban sowie der Autor der Begleitbroschüre, Arndt Emmerich.

Die Ausstellung „Zusammenhalt in der Krise. Jüdisch-muslimische Freundschaften in Frankfurt am Main“ in den Römerhallen, Römerberg 23, ist bis Donnerstag, 18. Juni, täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Fotos Insgesamt zwölf Porträts von jüdisch-muslimischen Freundschaften sind in der Ausstellung in den Römerhallen zu sehen, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Auch die Freundschaft zwischen Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Simone Hofmann von der B’nai B’rith Frankfurt Schönstädt Loge wird in der Ausstellung dokumentiert, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos