Bürgerpark
Moorteich / Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt – Grünflächenamt
Das Grünflächenamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt saniert bis Ende Februar 2029 den Moorteich im Bürgerpark. Hierbei übernimmt das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) über das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ 89,81 Prozent der Kosten. Die Maßnahme wird das stark gefährdete, 7.000 Quadratmeter große Gewässer ökologisch revitalisieren und einen dauerhaften Beitrag zum Klimaschutz leisten.Der Teich leidet unter akutem Sauerstoffmangel und Überdüngung, da der kontinuierliche Eintrag von Laub und Geäst der dichten Ufervegetation eine fortschreitende Verschlammung bewirkt. Dieser Faulschlamm verbraucht Sauerstoff, setzt das klimaschädliche Gas Methan frei und verursachte in der Vergangenheit bereits ein Fischsterben. Zudem schirmt der dichte Gehölzbestand das Gewässer gegen Windeinflüsse ab, was den notwendigen Sauerstoffeintrag über die Oberflächenbewegung verhindert. Hohe Phosphatwerte beschleunigen das Wachstum nährstoffliebender Algen zusätzlich. Ein weiteres Problem sind die steilen Uferbereiche und das Fehlen von Flachwasserzonen, weshalb Amphibienpopulationen im gesamten Teichgebiet bislang vollständig fehlen.Um das aquatische Ökosystem nachhaltig zu verbessern, ist die Herstellung einer neuen Flachwasserzone und die entsprechende Vergrößerung des Teichs unverzichtbar. Sie wird an der ungenutzten Westseite des Teiches geplant. Dafür müssen 13 von rund 800 Bäumen um den Teich entnommen werden. Die Bäume stehen entweder der baulichen Ausformung der Flachwasserzone im Weg oder blockieren durch fortlaufende Beschattung und Windabschirmung die Sauerstoffanreicherung des Wassers. Die Planung wurde dabei so angepasst, dass eine wertvolle Weidengruppe erhalten bleibt und der Uferrand lebhaft modelliert ist.Umweltdezernent Michael Kolmer erläutert: „Nach der Entschlammung und Ausformung des Flachwasserbereiches soll sich am Ufer eine Schilfzone entwickeln, die für die Sanierung und den Artenschutz zentral ist. Dieses Schilfröhricht wirkt wie eine natürliche Kläranlage, die Schad- sowie Nährstoffe filtert und die Wasserqualität langfristig sichert.“Gleichzeitig schaffe das Schilf wichtige Lebensraumstrukturen, die Sing- und Wasservögeln als Rastplätze dienen, Insekten anziehen und Amphibien als Laichhabitat zur Verfügung stehen, so Kolmer weiter. Auch verschiedene Fischarten nutzen diese Zone künftig als Versteck und Kinderstube. Ergänzt wird das Biotop durch eine geplante Bepflanzung mit ausgewählten heimischen Sumpf- und Wasserpflanzen, welche die biologische Vielfalt weiter erhöhen.Für den Artenschutz wird am ruhigen Westufer zudem eine lehmig-sandige Steilwand mit frischer Abbruchkante modelliert, die dem am Moorteich vorkommenden Eisvogel eine ungestörte und geschützte Brutmöglichkeit bietet. Die Maßnahmen werden innerhalb des naturschutzrechtlich zulässigen Arbeitsfensters von Oktober 2026 bis Februar 2027 durchgeführt.