„Coded Bias“: Ein Film- und Gesprächsabend rund um die Themen Überwachung, Künstliche Intelligenz und Gleichstellung

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Das Frauenreferat lädt zu einem Film- und Gesprächsabend am Dienstag, 14. April, um 19 Uhr im naxos.Kino Frankfurt ein, der im Rahmen des Frankfurter Aktionsplans „FEMINIST FAIR FUTURE“ stattfindet.

Präsentiert wird die vielfach ausgezeichnete Dokumentation „Coded Bias“ von Shalini Kantayya, welche die gesellschaftlichen Folgen algorithmischer Überwachung sichtbar macht. Der Film zeigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) insbesondere in Überwachungs- und Entscheidungssystemen bestehende Ungleichheiten reproduzieren kann. Die Informatikerin Joy Buolamwini macht darin deutlich, dass Gesichtserkennungssoftware Frauen und People of Color systematisch schlechter erkennt – mit realen Konsequenzen für Zugang, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe. Damit berührt der Film zentrale Fragen feministischer und intersektionaler Gleichstellungspolitik.

„Überwachung und Künstliche Intelligenz sind keine abstrakten Zukunftsthemen. Sie prägen bereits heute Entscheidungen in Verwaltung, Arbeitswelt und Alltag. Wenn algorithmische Systeme bestehende Ungleichheiten verstärken, hat das direkte Folgen für Teilhabe und Gerechtigkeit. Deshalb müssen wir die digitale Transformation auch als Gleichstellungsfrage begreifen“, sagt Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen.

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren die KI-Expertin Kenza Ait Si Abbou, Medienwissenschaftlerin Nelly Y. Pinkrah und Francesca Schmidt von der Bundeszentrale für politische Bildung die ungleichen Auswirkungen digitaler Überwachung sowie die Verantwortung von Politik, Gesellschaft und Kommunen für digitale Gerechtigkeit. Es moderiert Kisanet Tesfaye.

Die Veranstaltung ist Teil der Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit des vierten Aktionsplans „FEMINIST FAIR FUTURE“ im Rahmen der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene, mit dem die Stadt Frankfurt die digitale Transformation ausdrücklich als Gleichstellungsthema begreift. Ziel ist es, intersektionale Diskriminierungen im digitalen Wandel sichtbar zu machen, Gender Bias in KI-Systemen zu thematisieren und digitale Teilhabe zu stärken.

„Feministische Perspektiven bringen Erfahrungswissen in die Debatte um KI ein. Sie zeigen, dass technologische Systeme nicht neutral sind, sondern bestehende Machtverhältnisse fortschreiben können. Genau hier setzt ‚FEMINIST FAIR FUTURE‘ an“, sagt Gabriele Wenner, Leiterin des Frauenreferats.

„Mit ‚FEMINIST FAIR FUTURE‘ schaffen wir Räume, in denen digitale Machtverhältnisse kritisch hinterfragt und gerechter gestaltet werden können“, erklären die Projektleiterin im Frauenreferat Saba Afeworki und die Filmwissenschaftlerin und Co-Organisatorin der Veranstaltung Lisa Le Anh. „Der Filmabend ist ein Impuls, um ins Gespräch zu kommen, Perspektiven zu bündeln und kommunale Handlungsmöglichkeiten im digitalen Wandel zu entwickeln.“

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Der Film in der englischen Originalfassung wird mit deutschen Untertiteln gezeigt und durch Live-Audiodeskription auf Deutsch für blinde und sehbehinderte Menschen ergänzt. Das Filmgespräch wird in Deutscher Gebärdensprache gedolmetscht.

Zudem steht ein „Access Buddy“ zur Verfügung, der blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher auf Wunsch von der U-Bahn-Haltestelle Merianplatz abholt und zur Veranstaltung begleitet. Hierfür ist eine Anmeldung per E-Mail an info.frauenreferat@stadt-frankfurt.de  erforderlich. 

Weitere Informationen zur Europäischen Charta und zu den vorangegangenen Frankfurter Aktionsplänen sind unter Webseite des Frauenreferats  zu finden. 

Alle Informationen zum aktuellen Aktionsplan finden sich unter FEMINIST FAIR FUTURE .

Der Einlass zum Film- und Gesprächsabend am Dienstag, 14. April, im naxos.Kino Frankfurt ist ab 18 Uhr. Das Plakat zur Veranstaltung steht als Download zur Verfügung. 

Download Plakat zum Film- und Gesprächsabend „Coded Bias“, Copyright: Julia Kabelka 

Kontakt für die Medien Inga Seggelmann, Referentin für digitale Kommunikation im Frauenreferat, Telefon 069/212-35319 , E-Mail info.frauenreferat@stadt-frankfurt.de