Darmstädter Geschichte jetzt online entdecken
Archivarin Sabine Lemke bei der Vorbereitung eines Negativstreifens für seine Digitalisierung. Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt – Rebekka Friedrich
Das Stadtarchiv Darmstadt macht ausgewählte Bestände nicht nur über die Online-Datenbank Arcinsys (https://arcinsys.hessen.de/) recherchier-, sondern online auch direkt einsehbar. Durch die Zusammenarbeit mit dem Amt für IT können Interessierte ab sofort rund 1.500 Dokumente (circa 13.000 Digitalisate) einsehen und sich rund um die Uhr mit der Geschichte Darmstadts befassen.Unter den nun neu verfügbaren Archivalien befinden sich Grafiken des Darmstädter Hofmalers Ernst August Schnittspahn (1795-1882) sowie historische Ratsprotokolle und Verwaltungsberichte, u.a. Unterlagen der Bürgermeisterei und verschiedener Fachkommissionen, etwa zu Tiefbau oder Viehhandel. Diese Dokumente ermöglichen es, die politischen Entscheidungen und Arbeitsweisen städtischer Ämter und Dienststellen in den letzten Jahrhunderten nachzuvollziehen. Zudem dokumentieren sie die Entwicklung der Bevölkerung, soziale und wirtschaftliche Themen sowie Bauvorhaben der Vergangenheit.Aktuell sind rund 35.000 Archivalien in Arcinsys recherchierbar. Neue Daten werden fortlaufend in das System eingegeben, was unter anderem interdisziplinäre Studien, etwa zur Stadtentwicklung, Sozialgeschichte oder Kunst, vereinfacht und die Einbindung lokaler Bestände in überregionale Forschungsprojekte erleichtert.Die Digitalisierung der Ratsprotokolle und Verwaltungsberichte wurde im Rahmen der Bundessicherungsverfilmung in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, realisiert. Das Programm sichert seit den 1950er-Jahren Archivgut auf langlebigen Mikrofilmen. Seit dem Wechsel zu digitalen Scannern werden die Dokumente zunächst digital erfasst und anschließend für die Langzeitarchivierung wieder auf Mikrofilm ausbelichtet.Unter der Leitung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) werden dabei nicht nur staatliche Archivalien digitalisiert und auf Mikrofilm kopiert. Auch Kommunalarchive können ihr Archivgut zur Digitalisierung anmelden, um es so in das bundesweite Sicherungssystem einzubinden. Die Originale verbleiben in den Archiven, während die Sicherungskopien im Barbarastollen, dem zentralen Bergungsort der Bundesrepublik, gelagert werden. Auch die Inhalte der historischen Quellen aus Darmstadt werden so zusammen mit den wichtigsten Dokumenten anderer Archive bewahrt.