Die bronzene Schönheit aus Kladina – Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa7

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Führung im Archäologischen Museum am 14. Oktober

ffm. Der Fund eines großen Eimers aus Bronzeblech, der sogenannten Situla aus Kladina in Ostböhmen, zählt zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Mitteleuropa. Das rund 60 Zentimeter hohe Gefäß wurde 2017 entdeckt und stammt aus dem 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus.

Am Mittwoch, 14. Oktober, lässt sich in einer Führung mit Clara Scheller um 18 Uhr mehr über die Situla aus Kladina erfahren. Treffpunkt ist das Foyer des Archäologischen Museums Frankfurt, Karmelitergasse 1. Der Eintritt kostet ermäßigt vier Euro, die Führungsgebühr beträgt fünf Euro, ermäßigt drei Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre und die Mitglieder der Freunde des Archäologischen Museums zahlen nur die ermäßigte Führungsgebühr.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den erhaltenen Rückständen im Inneren des Gefäßes. Naturwissenschaftliche Analysen haben ergeben, dass der Kessel einst ein bierähnliches Getränk oder einen Getreidebrei aus Hirse und Kräutern enthielt. Damit liefert der Fund seltene Einblicke in die Ernährungs- und Festkultur der Menschen vor mehr als 3000 Jahren.

Solche gemeinschaftlichen Feiern waren häufig mit Bestattungsritualen und religiös-kultischen Handlungen verbunden. Nach Abschluss der Zeremonien wurden wertvolle Gefäße bewusst deponiert und der Erde übergeben. Die Situla von Kladina eröffnet faszinierende Perspektiven auf die sozialen, religiösen und kulturellen Praktiken an der Schwelle der späten Bronzezeit zur frühen Eisenzeit. Zugleich bezeugt sie die außergewöhnliche handwerkliche Kunstfertigkeit ihrer Hersteller oder Herstellerinnen.

Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, E-Mail holger.kieburg@stadt-frankfurt.de