Die bronzene Schönheit aus Kladina: Ältestes Bieropfer in Mitteleuropa im Archäologischen Museum
ffm. Im Archäologischen Museum Frankfurt ist seit Dienstag, 6. Oktober,
die bronzene Situla aus Kladina zu sehen. Die Präsentation „Die
bronzene Schönheit aus Kladina – Das älteste Bieropfer in
Mitteleuropa“, die in Kooperation mit dem Ostböhmischen Museum in
Pardubice entstanden ist, stellt eine originalgetreue Replik des
außergewöhnlichen Bronzegefäßes aus Ostböhmen in den Mittelpunkt.
Das rund 60 Zentimeter hohe Gefäß mit einem Volumen von etwa 140
Litern stammt aus dem 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus und wurde 2017
bei archäologischen Ausgrabungen in Kladina, Kr. Pardubice (Pardubitz),
entdeckt. Die Präsentation ist bis zum 31. Januar 2027 zu sehen.
Die Situla von Kladina zählt zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Mitteleuropa. Besonders aufschlussreich sind die erhaltenen Rückstände im Inneren des Gefäßes. Naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass die Situla einst ein bierähnliches Getränk oder einen Getreidebrei aus Hirse und Kräutern enthielt. Der Fund eröffnet damit Einblicke in die Ernährungs- und Festkultur der Menschen vor mehr als 3000 Jahren.
Die Verwendung des Gefäßes verweist zugleich auf die soziale und religiöse Bedeutung gemeinschaftlicher Feiern. Solche Feste konnten mit Bestattungsritualen und kultischen Handlungen verbunden sein. Nach Abschluss der Zeremonien wurden wertvolle Gefäße bewusst deponiert und der Erde übergeben. Die Situla zeugt von einer hohen handwerklichen Qualität. Auf ihrer Wandung trägt sie mit der „Vogel-Sonnenbarke“ ein Motiv zeichenhaften Charakters, welches wie die stilisierten menschengestaltigen Klapperbleche an den Henkeln zum gängigen Symbolgut der späten Bronze- und frühen Eisenzeit Alteuropas gehört.
Der Prager Philosoph, Dichter und Prosaautor Michal Ajvaz stellte bei der Eröffnung der Präsentation am Montag, 5. Oktober, seinen Roman „Die andere Stadt“ in einer von Jan Tussing moderierten Lesung mit deutscher Übersetzung vor. Der Roman führt seine Leserschaft über die vertraute Alltagswelt hinaus in eine zweite, verborgene Stadt. Die Mischung aus surrealistischen und magisch-realistischen Elementen ist geprägt von den Erfahrungen Ajvaz’ im kulturellen Untergrund Prags. Inzwischen sind seine Werke in 24 Sprachen übersetzt; „Die andere Stadt“ erschien 2024 erstmals auf Deutsch. Ajvaz ist einer von 75 tschechischen Autorinnen und Autoren, die im Rahmen des diesjährigen Gastlandauftritts Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse vertreten sind.
Die Eröffnung, auf der auch Martin Krafl, Programmdirektor von CZECHIA 2026, dem Ehrengastauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse, sprach, machte damit zugleich die enge Verbindung zwischen Archäologie, Kultur und internationalem Austausch deutlich.
Zur Eröffnung wurde die archäologische Präsentation durch Musik aus Tschechien ergänzt. Studierende und Dozenten des Konservatoriums Pardubice präsentierten mit der Blaskapelle Pardubická muzika unter der Leitung von Michal Chmelař das Programm „Wenn das Lied gefunden wird“ mit Volksliedern aus der Region um Pardubice, aus der auch die Situla stammt. Begleitet wurde der Auftritt vom Ethnografen Matěj Pros, der die Lieder in den Kontext der tschechischen Volkskultur und des Alltagslebens einordnete.
Die musikalische Begegnung wird am Mittwoch, 7. Oktober, um 18 Uhr in der Kaiserpfalz franconofurd fortgesetzt. Pardubická muzika präsentiert dort erneut mit Matěj Pros traditionelle Volkslieder aus der Region um Pardubice. Der Eintritt zum Konzert ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.
Die Präsentation entstand in Kooperation mit dem Ostböhmischen Museum in Pardubice und der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. Sie findet im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern statt, das anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026 organisiert wird.
Bildmaterial findet sich unter Die bronzene Schönheit aus Kladina – Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa.
Für weitere Informationen sowie Bildmaterial können sich Interessierte per E-Mail an holger.kieburg@stadt-frankfurt.dewenden.
Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, Telefon 069/212-36747, E-Mail
holger.kieburg@stadt-frankfurt.de
Die Situla von Kladina zählt zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der vergangenen Jahre in Mitteleuropa. Besonders aufschlussreich sind die erhaltenen Rückstände im Inneren des Gefäßes. Naturwissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass die Situla einst ein bierähnliches Getränk oder einen Getreidebrei aus Hirse und Kräutern enthielt. Der Fund eröffnet damit Einblicke in die Ernährungs- und Festkultur der Menschen vor mehr als 3000 Jahren.
Die Verwendung des Gefäßes verweist zugleich auf die soziale und religiöse Bedeutung gemeinschaftlicher Feiern. Solche Feste konnten mit Bestattungsritualen und kultischen Handlungen verbunden sein. Nach Abschluss der Zeremonien wurden wertvolle Gefäße bewusst deponiert und der Erde übergeben. Die Situla zeugt von einer hohen handwerklichen Qualität. Auf ihrer Wandung trägt sie mit der „Vogel-Sonnenbarke“ ein Motiv zeichenhaften Charakters, welches wie die stilisierten menschengestaltigen Klapperbleche an den Henkeln zum gängigen Symbolgut der späten Bronze- und frühen Eisenzeit Alteuropas gehört.
Der Prager Philosoph, Dichter und Prosaautor Michal Ajvaz stellte bei der Eröffnung der Präsentation am Montag, 5. Oktober, seinen Roman „Die andere Stadt“ in einer von Jan Tussing moderierten Lesung mit deutscher Übersetzung vor. Der Roman führt seine Leserschaft über die vertraute Alltagswelt hinaus in eine zweite, verborgene Stadt. Die Mischung aus surrealistischen und magisch-realistischen Elementen ist geprägt von den Erfahrungen Ajvaz’ im kulturellen Untergrund Prags. Inzwischen sind seine Werke in 24 Sprachen übersetzt; „Die andere Stadt“ erschien 2024 erstmals auf Deutsch. Ajvaz ist einer von 75 tschechischen Autorinnen und Autoren, die im Rahmen des diesjährigen Gastlandauftritts Tschechiens bei der Frankfurter Buchmesse vertreten sind.
Die Eröffnung, auf der auch Martin Krafl, Programmdirektor von CZECHIA 2026, dem Ehrengastauftritt Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse, sprach, machte damit zugleich die enge Verbindung zwischen Archäologie, Kultur und internationalem Austausch deutlich.
Zur Eröffnung wurde die archäologische Präsentation durch Musik aus Tschechien ergänzt. Studierende und Dozenten des Konservatoriums Pardubice präsentierten mit der Blaskapelle Pardubická muzika unter der Leitung von Michal Chmelař das Programm „Wenn das Lied gefunden wird“ mit Volksliedern aus der Region um Pardubice, aus der auch die Situla stammt. Begleitet wurde der Auftritt vom Ethnografen Matěj Pros, der die Lieder in den Kontext der tschechischen Volkskultur und des Alltagslebens einordnete.
Die musikalische Begegnung wird am Mittwoch, 7. Oktober, um 18 Uhr in der Kaiserpfalz franconofurd fortgesetzt. Pardubická muzika präsentiert dort erneut mit Matěj Pros traditionelle Volkslieder aus der Region um Pardubice. Der Eintritt zum Konzert ist frei, eine Anmeldung nicht notwendig.
Die Präsentation entstand in Kooperation mit dem Ostböhmischen Museum in Pardubice und der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. Sie findet im Rahmen des Jahres der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern statt, das anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026 organisiert wird.
Bildmaterial findet sich unter Die bronzene Schönheit aus Kladina – Das älteste Bieropfer in Mitteleuropa
Für weitere Informationen sowie Bildmaterial können sich Interessierte per E-Mail an holger.kieburg@stadt-frankfurt.de
Kontakt für die Medien Holger Kieburg, Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation, Archäologisches Museum Frankfurt, Telefon 069/212-36747