Digitale und sexualisierte Gewalt brauchen Aufmerksamkeit und Unterstützung
Podiumsgespräch in Hanau beleuchtet Formen von Gewalt gegen Frauen
Hanau. Aufklärung, Prävention und niedrigschwellige Unterstützung sind entscheidende Bausteine im Kampf gegen neue Formen von Gewalt: Darin waren sich die Expertinnen beim Podiumsgespräch „Digitale und sexualisierte Gewalt – neue Formen, reale Folgen“ in Hanau einig. Die Veranstaltung machte deutlich, dass digitale Gewalt zunehmend zum Alltag vieler Betroffener gehört und gesamtgesellschaftliche Antworten erfordert. Zu dem Austausch in der Wallonischen Ruine hatten das Frauenbüro der Stadt Hanau, das Referat für Frauenfragen und Chancengleichheit des Main-Kinzig-Kreises, der Sportkreis Main-Kinzig und der 1. Hanauer Lauftreff eingeladen. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zum 25. Hanauer Stadtlauf "Stärke zeigen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" (18. September, hanauer-stadlauf.de), eine der größten Benefizaktionen in der Brüder-Grimm-Stadt. In ihren Grußworten machte Stadträtin, Ordnungs- und Frauendezernentin Isabelle Hemsley deutlich, dass digitale Gewalt häufig unterschätzt werde: "Die Methoden der Täter verändern sich ständig, die dahinterliegenden Muster sind jedoch seit Jahrhunderten dieselben. Es geht um Macht, Einschüchterung und Unterdrückung." Gleichzeitig verwies sie auf die psychischen Belastungen, die solche Taten für Betroffene oftmals auch noch Jahre später verursachen können. "Digitale Gewalt findet nicht irgendwo anonym im Internet statt. Oft sitzt der Täter sprichwörtlich mit auf der Bettkante. Deshalb müssen wir hinschauen, zuhören und aufmerksam bleiben. Dieses stärker werdende Problem geht uns alle an." Ein Lob gab es an diesem Abend für die enge und gute Zusammenarbeit bei dieser Thematik mit dem Main-Kinzig-Kreis: "Gewalt macht an kommunalen Grenzen nicht Halt. Umso wichtiger ist es, gemeinsam für Aufklärung, Unterstützung und Prävention zu sorgen", so Stadträtin Hemsley. Auch Marisa Lang, Frauenbeauftragte der Stadt Hanau, betonte in ihrem Grußwort die wachsende Bedeutung des Themas und verwies auf die zunehmenden Herausforderungen durch digitale Gewalt: "Gewalt gegen Frauen ist vielschichtig und verändert sich kontinuierlich. Neben den bekannten Formen erleben wir zunehmend Gewalt im digitalen Raum. Dies stellt uns vor neue Herausforderungen – rechtlich, gesellschaftlich und ganz praktisch in der Beratung und Unterstützung von Betroffenen." Hohe Dunkelziffer bei digitaler Gewalt Nach den Grußworten diskutierten Lisa Ortwein von Frauen helfen Frauen – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Hanau, Brigitte Machnitzke und Christine Bechtel von Frauen helfen Frauen e.V. Wächtersbach, Roberta Bandel von Lawine e.V., Corinna Botzum von Hanauer Hilfe e.V. sowie die Rechtsanwältin Zümrut Turan-Schnieders über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Die Moderation übernahm Susanne Ruth von Radio Hanau. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die unterschiedlichen Erscheinungsformen digitaler Gewalt, von digitaler Überwachung und Stalking über Bedrohungen und Belästigungen bis hin zur Verbreitung intimer Inhalte oder von manipulierten Bildern und Videos. Die Expertinnen machten deutlich, dass diese Form der Gewalt häufig im persönlichen Umfeld der Betroffenen stattfindet und eng mit bestehenden Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen verbunden ist. Ein weiteres Thema war die hohe Dunkelziffer. Viele Betroffene suchten aus Scham, Angst oder Unsicherheit zunächst keine Hilfe. Umso wichtiger seien Beratungsstellen und Unterstützungsangebote, die Betroffene individuell begleiten und gemeinsam mit ihnen Schutzstrategien entwickeln. Dabei wurde deutlich, dass die Entscheidung über weitere Schritte stets bei den Betroffenen selbst liegt. Die Podiumsteilnehmerinnen betonten außerdem die Bedeutung von Prävention und früher Aufklärung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssten für digitale Gewalt sensibilisiert werden, um Grenzüberschreitungen frühzeitig erkennen und Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Gleichzeitig seien kontinuierliche Fortbildungen für Fachkräfte sowie eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Beratungs- und Hilfseinrichtungen notwendig. Einigkeit herrschte darüber, dass digitale Gewalt nicht allein ein digitales Problem ist, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und Einstellungen. Umso wichtiger sei es, das Thema sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und Räume für Information und Austausch zu schaffen. "Nicht wegschauen, sondern aufmerksam sein und Haltung zeigen, das ist die Aufgabe von uns allen", fasste Stadträtin Isabelle Hemsley im Rahmen der Veranstaltung zusammen. Sie und die Podiumsteilnehmerinnen äußerten dementsprechend die Hoffnung, dass die Veranstaltung den Auftakt für weitere Gespräche und eine fortgesetzte Auseinandersetzung mit dem Thema bildet.
Hanau. Aufklärung, Prävention und niedrigschwellige Unterstützung sind entscheidende Bausteine im Kampf gegen neue Formen von Gewalt: Darin waren sich die Expertinnen beim Podiumsgespräch „Digitale und sexualisierte Gewalt – neue Formen, reale Folgen“ in Hanau einig. Die Veranstaltung machte deutlich, dass digitale Gewalt zunehmend zum Alltag vieler Betroffener gehört und gesamtgesellschaftliche Antworten erfordert. Zu dem Austausch in der Wallonischen Ruine hatten das Frauenbüro der Stadt Hanau, das Referat für Frauenfragen und Chancengleichheit des Main-Kinzig-Kreises, der Sportkreis Main-Kinzig und der 1. Hanauer Lauftreff eingeladen. Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zum 25. Hanauer Stadtlauf "Stärke zeigen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" (18. September, hanauer-stadlauf.de), eine der größten Benefizaktionen in der Brüder-Grimm-Stadt. In ihren Grußworten machte Stadträtin, Ordnungs- und Frauendezernentin Isabelle Hemsley deutlich, dass digitale Gewalt häufig unterschätzt werde: "Die Methoden der Täter verändern sich ständig, die dahinterliegenden Muster sind jedoch seit Jahrhunderten dieselben. Es geht um Macht, Einschüchterung und Unterdrückung." Gleichzeitig verwies sie auf die psychischen Belastungen, die solche Taten für Betroffene oftmals auch noch Jahre später verursachen können. "Digitale Gewalt findet nicht irgendwo anonym im Internet statt. Oft sitzt der Täter sprichwörtlich mit auf der Bettkante. Deshalb müssen wir hinschauen, zuhören und aufmerksam bleiben. Dieses stärker werdende Problem geht uns alle an." Ein Lob gab es an diesem Abend für die enge und gute Zusammenarbeit bei dieser Thematik mit dem Main-Kinzig-Kreis: "Gewalt macht an kommunalen Grenzen nicht Halt. Umso wichtiger ist es, gemeinsam für Aufklärung, Unterstützung und Prävention zu sorgen", so Stadträtin Hemsley. Auch Marisa Lang, Frauenbeauftragte der Stadt Hanau, betonte in ihrem Grußwort die wachsende Bedeutung des Themas und verwies auf die zunehmenden Herausforderungen durch digitale Gewalt: "Gewalt gegen Frauen ist vielschichtig und verändert sich kontinuierlich. Neben den bekannten Formen erleben wir zunehmend Gewalt im digitalen Raum. Dies stellt uns vor neue Herausforderungen – rechtlich, gesellschaftlich und ganz praktisch in der Beratung und Unterstützung von Betroffenen." Hohe Dunkelziffer bei digitaler Gewalt Nach den Grußworten diskutierten Lisa Ortwein von Frauen helfen Frauen – Hilfe zur Selbsthilfe e.V. Hanau, Brigitte Machnitzke und Christine Bechtel von Frauen helfen Frauen e.V. Wächtersbach, Roberta Bandel von Lawine e.V., Corinna Botzum von Hanauer Hilfe e.V. sowie die Rechtsanwältin Zümrut Turan-Schnieders über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen. Die Moderation übernahm Susanne Ruth von Radio Hanau. Im Mittelpunkt des Austauschs standen die unterschiedlichen Erscheinungsformen digitaler Gewalt, von digitaler Überwachung und Stalking über Bedrohungen und Belästigungen bis hin zur Verbreitung intimer Inhalte oder von manipulierten Bildern und Videos. Die Expertinnen machten deutlich, dass diese Form der Gewalt häufig im persönlichen Umfeld der Betroffenen stattfindet und eng mit bestehenden Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen verbunden ist. Ein weiteres Thema war die hohe Dunkelziffer. Viele Betroffene suchten aus Scham, Angst oder Unsicherheit zunächst keine Hilfe. Umso wichtiger seien Beratungsstellen und Unterstützungsangebote, die Betroffene individuell begleiten und gemeinsam mit ihnen Schutzstrategien entwickeln. Dabei wurde deutlich, dass die Entscheidung über weitere Schritte stets bei den Betroffenen selbst liegt. Die Podiumsteilnehmerinnen betonten außerdem die Bedeutung von Prävention und früher Aufklärung. Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssten für digitale Gewalt sensibilisiert werden, um Grenzüberschreitungen frühzeitig erkennen und Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Gleichzeitig seien kontinuierliche Fortbildungen für Fachkräfte sowie eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Beratungs- und Hilfseinrichtungen notwendig. Einigkeit herrschte darüber, dass digitale Gewalt nicht allein ein digitales Problem ist, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und Einstellungen. Umso wichtiger sei es, das Thema sichtbar zu machen, Betroffene zu stärken und Räume für Information und Austausch zu schaffen. "Nicht wegschauen, sondern aufmerksam sein und Haltung zeigen, das ist die Aufgabe von uns allen", fasste Stadträtin Isabelle Hemsley im Rahmen der Veranstaltung zusammen. Sie und die Podiumsteilnehmerinnen äußerten dementsprechend die Hoffnung, dass die Veranstaltung den Auftakt für weitere Gespräche und eine fortgesetzte Auseinandersetzung mit dem Thema bildet.