Ein Bäumchen mit wichtiger Mission
Im Grüneburgpark erinnert jetzt der „Tree of Terezin“ an die
Geschichte des Konzentrationslagers Theresienstadt
ffm. Fünf zarte Blätter hat es schon, das Bäumchen, das seit Freitag, 13. März, im Grüneburgpark steht. Bald sollen es mehr werden, der kleine Spitzahorn soll wachsen und gedeihen. Denn er hat ein wichtige Aufgabe: Der „Tree of Terezin“ wird Teil der Erinnerung an den Holocaust.
Es ist ein Ableger eines Baums, der im September 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt von jüdischen Kindern gepflanzt wurde. Weltweit gibt es, wie der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath bei der Pflanzaktion sagte, nur zwei weitere Ableger: in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und vor dem jüdischen Museum in Washington. [Bild: Sie pflanzten das Bäumchen ein: der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos]
Donath hatte das Bäumchen Ende Januar im Rahmen der Ausstellung
„Bilder aus Theresienstadt“ in den Römerhallen an Bürgermeisterin
Nargess Eskandari-Grünberg übergeben. „Lange mussten wir nicht
überlegen, wo er stehen soll“, sagte sie. Der Grüneburgpark sei
„der jüdischste Park Deutschlands“.
„Ein Baum ist ein besonders starkes Symbol“, sagte Eskandari-Grünberg weiter. „Er wächst langsam, Jahr für Jahr. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde, seine Äste strecken sich in die Zukunft. Auch Erinnerung ist etwas Lebendiges. Sie muss gepflegt werden, weitergegeben werden und immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen werden.“
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, sagte: „Der Grüneburgpark erzählt die Geschichte Frankfurts wie kaum ein anderer Ort. Dass der ,Tree of Terezin' genau hier gepflanzt wird, verbindet Erinnerung an jüdisches Leben in unserer Stadt mit einem der beliebtesten grünen Orte Frankfurts.“
Er wünsche sich, dass der „Tree of Terezin“ Mahnung und Hoffnung sei für die nächsten Generationen, sagte Honorarkonsul Donath. „Dafür tragen wir die Verantwortung.“
Etwa 20 Mitglieder der jüdischen Gemeinde, auch die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi, waren bei der Pflanz-Zeremonie dabei. Pavla Alter, deren Vater das Lager Theresienstadt überlebte, berichtete von der Aufarbeitung der Geschichte des Lagers. „Die jüdischen Opfer kamen da am Anfang überhaupt nicht vor.“ Dass der „Tree of Terezin“ nun in Frankfurt daran erinnere, sei „phantastisch“.
Hintergrund Das Ghetto Theresienstadt, ein ehemaliger Militärstützpunkt in der heutigen Tschechischen Republik, wurde 1941 von den Nationalsozialisten als Sammellager für Jüdinnen und Juden verwendet. In dem Ghetto entwickelte sich ein bemerkenswertes kulturelles Leben, das sich in verschiedenen Formen der Kunst ausdrückte. Mehr als 155.000 Menschen durchliefen das Lager. Etwa 35.000 von ihnen starben dort, 88.000 wurden in Vernichtungslager deportiert. Zu den Überlebenden des Lagers zählte auch der 2023 gestorbene Helmut „Sonny“ Sonneberg, der vor allem als Fan von Eintracht Frankfurt bekannt wurde.
Fotos
Sie trugen den „Tree of Terezin“ in den Grüneburgpark (v.l.): Esther Petri-Adiel vom Treffpunkt der Holocaust-Überlebenden, Pavla Alter, Tochter eines Überlebenden des Lagers, Rachel Heuberger, Vorstand der Jüdische Gemeinde, der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadträtin Tina Zapf-Rodríguez, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos
Sie pflanzten das Bäumchen ein (v.l.): der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos
ffm. Fünf zarte Blätter hat es schon, das Bäumchen, das seit Freitag, 13. März, im Grüneburgpark steht. Bald sollen es mehr werden, der kleine Spitzahorn soll wachsen und gedeihen. Denn er hat ein wichtige Aufgabe: Der „Tree of Terezin“ wird Teil der Erinnerung an den Holocaust.
Es ist ein Ableger eines Baums, der im September 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt von jüdischen Kindern gepflanzt wurde. Weltweit gibt es, wie der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath bei der Pflanzaktion sagte, nur zwei weitere Ableger: in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und vor dem jüdischen Museum in Washington. [Bild: Sie pflanzten das Bäumchen ein: der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos
„Ein Baum ist ein besonders starkes Symbol“, sagte Eskandari-Grünberg weiter. „Er wächst langsam, Jahr für Jahr. Seine Wurzeln reichen tief in die Erde, seine Äste strecken sich in die Zukunft. Auch Erinnerung ist etwas Lebendiges. Sie muss gepflegt werden, weitergegeben werden und immer wieder neu ins Bewusstsein gerufen werden.“
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen, sagte: „Der Grüneburgpark erzählt die Geschichte Frankfurts wie kaum ein anderer Ort. Dass der ,Tree of Terezin' genau hier gepflanzt wird, verbindet Erinnerung an jüdisches Leben in unserer Stadt mit einem der beliebtesten grünen Orte Frankfurts.“
Er wünsche sich, dass der „Tree of Terezin“ Mahnung und Hoffnung sei für die nächsten Generationen, sagte Honorarkonsul Donath. „Dafür tragen wir die Verantwortung.“
Etwa 20 Mitglieder der jüdischen Gemeinde, auch die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi, waren bei der Pflanz-Zeremonie dabei. Pavla Alter, deren Vater das Lager Theresienstadt überlebte, berichtete von der Aufarbeitung der Geschichte des Lagers. „Die jüdischen Opfer kamen da am Anfang überhaupt nicht vor.“ Dass der „Tree of Terezin“ nun in Frankfurt daran erinnere, sei „phantastisch“.
Hintergrund Das Ghetto Theresienstadt, ein ehemaliger Militärstützpunkt in der heutigen Tschechischen Republik, wurde 1941 von den Nationalsozialisten als Sammellager für Jüdinnen und Juden verwendet. In dem Ghetto entwickelte sich ein bemerkenswertes kulturelles Leben, das sich in verschiedenen Formen der Kunst ausdrückte. Mehr als 155.000 Menschen durchliefen das Lager. Etwa 35.000 von ihnen starben dort, 88.000 wurden in Vernichtungslager deportiert. Zu den Überlebenden des Lagers zählte auch der 2023 gestorbene Helmut „Sonny“ Sonneberg, der vor allem als Fan von Eintracht Frankfurt bekannt wurde.
Fotos
Sie trugen den „Tree of Terezin“ in den Grüneburgpark (v.l.): Esther Petri-Adiel vom Treffpunkt der Holocaust-Überlebenden, Pavla Alter, Tochter eines Überlebenden des Lagers, Rachel Heuberger, Vorstand der Jüdische Gemeinde, der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und Stadträtin Tina Zapf-Rodríguez, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos
Sie pflanzten das Bäumchen ein (v.l.): der slowakische Honorarkonsul Imrich Donath, die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi und Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos