Ein großer Schatz der Frankfurter Stadtgeschichte wurde dauerhaft digital für die Nachwelt gesichert
ffm. Dem Institut für Stadtgeschichte (ISG) ist es gelungen, rund 350
Stunden historische Bewegtbild-Interviews mit Zeitzeuginnen und
Zeitzeugen aus Frankfurt digital zu sichern. Im Rahmen des Projekts
„Zeitzeug*innengespräche – Frankfurter Erzählcafé“ wurden
insgesamt 193 Video-Aufnahmen auf 213 Kassetten mit einer Spieldauer von
insgesamt 349 Stunden langfristig gespeichert und vor dem technischen
Zerfall bewahrt. Dafür hat die Stadtverordnetenversammlung Etatmittel
in Höhe von 17.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Interviews wurden
in dem Zeitraum zwischen 1990 und 2004 vom Institut für Stadtgeschichte
geführt.
„Die nun gesicherten Aufzeichnungen sind ein wertvolles Zeugnis unserer Stadtgeschichte. Sie geben Einblick in das Leben und Wirken bedeutender Frankfurter Persönlichkeiten und machen Geschichte greifbar. Das analoge Videomaterial wurde digital gesichert, durch unser Institut langzeitarchiviert und für die Nutzung leichter zugänglich gemacht“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Mit Blick auf den unweigerlichen Zerfall der in Form von VHS-Kassetten vorliegenden Originalaufnahmen war diese Maßnahme dringend erforderlich. Mein Dank gilt den Frankfurter Stadtverordneten, die uns hierbei großzügig unterstützt haben.“ Berichte von Persönlichkeiten und Originalen
Unter den aufgezeichneten Gesprächen sind spannende „Perlen“ der Stadtgeschichte zu entdecken. Dazu gehören Lebenserinnerungen von im Nationalsozialismus verfolgten Frankfurterinnen und Frankfurtern wie zum Beispiel Trude Simonsohn, Mile Braach oder Peter Cahn sowie die Erzählungen bedeutender Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens wie Ignatz Bubis, Rudi Arndt, Walther Leisler Kiep, Emil Mangelsdorff, Lore Kramer und Frolinde Balser.
Alltagserzählungen von Frankfurterinnen und Frankfurtern
Unter den Aufnahmen befinden sich auch zahlreiche Alltagserzählungen Frankfurter Bewohnerinnen und Bewohner, die von ihren Kindheitserinnerungen berichten. Ebenso umfasst das Material Gespräche mit Migrantinnen und Migranten aus der Türkei, Griechenland, aber auch aus Chile, Guinea und Russland. Sie berichten, wie sie in Frankfurt ein neues Zuhause fanden. Auch Prostituierte und Obdachlose wurden interviewt, genauso wie Menschen mit aussterbenden Berufen, wie zum Beispiel die Mainschiffer. Es kommen Frankfurterinnen und Frankfurter aus Kultur, Sport und Stadtgesellschaft zu Wort, wie Heinz Ulzheimer, Bronzemedaillist der Olympischen Spiele 1952, oder Persönlichkeiten aus dem HR und den großen Frankfurter Verlagen.
Digitalisate wurden vom ISG gesichert und bereitgestellt
Die rund 350 Stunden Interviewmaterial lagen zum großen Teil als VHS-Videobänder vor und wurden durch einen Dienstleister digitalisiert. Mittlerweile sind die Digitalisate auf einem Server des Instituts für Stadtgeschichte gespeichert und können nach Bestellung über das Archivinformationssystem Arcinsys im Lesesaal angesehen werden.
Miriam Sprau, Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte, sagt: „Wir konnten den Erhalt und die Nutzung eines für Frankfurt kulturhistorisch bedeutenden Bestandes sicherstellen. Das freut mich als Leiterin des Stadtarchivs besonders, da es ja unsere ureigene Aufgabe ist, genau solche Schätze für die Nachwelt zu bewahren. Die Interviews bieten einen persönlichen und spannenden Zugang zur Vergangenheit unserer Stadt und Perspektiven, die in amtlichen Dokumenten so kaum sichtbar werden.“
Das ISG ist als kommunales Archiv das „Gedächtnis“ der Stadt Frankfurt und eine ihrer ältesten Kultureinrichtungen. Es bewahrt historisch und rechtlich bedeutsame städtische Unterlagen, sammelt Fotografien, Karten, Nachlässe und Zeugnisse Frankfurter Vereine und Unternehmen und stellt sie der Öffentlichkeit für verschiedene Fragestellungen zur Verfügung.
Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232,
E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de
„Die nun gesicherten Aufzeichnungen sind ein wertvolles Zeugnis unserer Stadtgeschichte. Sie geben Einblick in das Leben und Wirken bedeutender Frankfurter Persönlichkeiten und machen Geschichte greifbar. Das analoge Videomaterial wurde digital gesichert, durch unser Institut langzeitarchiviert und für die Nutzung leichter zugänglich gemacht“, sagt Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft. „Mit Blick auf den unweigerlichen Zerfall der in Form von VHS-Kassetten vorliegenden Originalaufnahmen war diese Maßnahme dringend erforderlich. Mein Dank gilt den Frankfurter Stadtverordneten, die uns hierbei großzügig unterstützt haben.“ Berichte von Persönlichkeiten und Originalen
Unter den aufgezeichneten Gesprächen sind spannende „Perlen“ der Stadtgeschichte zu entdecken. Dazu gehören Lebenserinnerungen von im Nationalsozialismus verfolgten Frankfurterinnen und Frankfurtern wie zum Beispiel Trude Simonsohn, Mile Braach oder Peter Cahn sowie die Erzählungen bedeutender Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens wie Ignatz Bubis, Rudi Arndt, Walther Leisler Kiep, Emil Mangelsdorff, Lore Kramer und Frolinde Balser.
Alltagserzählungen von Frankfurterinnen und Frankfurtern
Unter den Aufnahmen befinden sich auch zahlreiche Alltagserzählungen Frankfurter Bewohnerinnen und Bewohner, die von ihren Kindheitserinnerungen berichten. Ebenso umfasst das Material Gespräche mit Migrantinnen und Migranten aus der Türkei, Griechenland, aber auch aus Chile, Guinea und Russland. Sie berichten, wie sie in Frankfurt ein neues Zuhause fanden. Auch Prostituierte und Obdachlose wurden interviewt, genauso wie Menschen mit aussterbenden Berufen, wie zum Beispiel die Mainschiffer. Es kommen Frankfurterinnen und Frankfurter aus Kultur, Sport und Stadtgesellschaft zu Wort, wie Heinz Ulzheimer, Bronzemedaillist der Olympischen Spiele 1952, oder Persönlichkeiten aus dem HR und den großen Frankfurter Verlagen.
Digitalisate wurden vom ISG gesichert und bereitgestellt
Die rund 350 Stunden Interviewmaterial lagen zum großen Teil als VHS-Videobänder vor und wurden durch einen Dienstleister digitalisiert. Mittlerweile sind die Digitalisate auf einem Server des Instituts für Stadtgeschichte gespeichert und können nach Bestellung über das Archivinformationssystem Arcinsys im Lesesaal angesehen werden.
Miriam Sprau, Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte, sagt: „Wir konnten den Erhalt und die Nutzung eines für Frankfurt kulturhistorisch bedeutenden Bestandes sicherstellen. Das freut mich als Leiterin des Stadtarchivs besonders, da es ja unsere ureigene Aufgabe ist, genau solche Schätze für die Nachwelt zu bewahren. Die Interviews bieten einen persönlichen und spannenden Zugang zur Vergangenheit unserer Stadt und Perspektiven, die in amtlichen Dokumenten so kaum sichtbar werden.“
Das ISG ist als kommunales Archiv das „Gedächtnis“ der Stadt Frankfurt und eine ihrer ältesten Kultureinrichtungen. Es bewahrt historisch und rechtlich bedeutsame städtische Unterlagen, sammelt Fotografien, Karten, Nachlässe und Zeugnisse Frankfurter Vereine und Unternehmen und stellt sie der Öffentlichkeit für verschiedene Fragestellungen zur Verfügung.
Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232