„Einer der wichtigsten Orte der Stadt“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg besucht den Treffpunkt „Überlebende der Shoah und ihrer Angehörigen“

ffm. Immer mittwochs kommen in Frankfurt Menschen zusammen, die eine besondere Geschichte eint. Sie haben die Shoah überlebt oder sind Angehörige von Opfern des Holocaust. Im Treffpunkt „Überlebende der Shoah und ihrer Angehörigen“ haben sie die Gelegenheit, sich auszutauschen und ihre Erinnerungen zu teilen. Am Mittwoch, 11. Februar, hat Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg den Treffpunkt besucht. Zurzeit erhält der 2014 gegründete Treffpunkt von der Stadt Frankfurt pro Jahr 40.000 Euro für die Miete des Raums.

Der Treffpunkt gehöre „zu den wichtigsten Orten dieser Stadt“, sagte Eskandari-Grünberg. „Er macht den Austausch und die Begegnung für Menschen möglich, die Traumata mit sich tragen. Es ist ein niedrigschwelliges Angebot, das auch psychosoziale Betreuung beinhaltet.“

Eine besondere Bedeutung habe der Treff nach dem 7. Oktober erhalten, den viele als zweites Trauma erlebt hätten. Besonders wichtig sei es deshalb, dass auch Kinder und Enkel der Shoah-Überlebenden mit zu dem Treff kämen. „Der Judenhass verbreitet sich wieder. Dagegen müssen wir etwas tun“, sagte Eskandari-Grünberg.

Betrieben wird der Treffpunkt von der Zentralwohlfahrtsstelle (ZWST) der Juden in Deutschland. Dessen Direktor Aaron Schuster erinnerte daran, dass die Einrichtung 1951 zunächst vorübergehend geplant gewesen sei. „Man hat gedacht, die Jüdinnen und Juden werden alle das Land verlassen.“ Es kam anders. Noch immer gehöre die ZWST zu den wesentlichen Aufgaben des Zentralrats der Juden. Der Treffpunkt in Frankfurt sei ein bundesweites Pilotprojekt gewesen, sagte Schuster. „Von Kiel bis Freiburg haben wir inzwischen 20 weitere Treffpunkte.“

Esther Petri-Adiel, die Leiterin des Treffpunkts, bedankte sich für die Unterstützung der Stadt. „Ohne Sie hätten wir diesen geschützten Raum nicht. Sie waren auch für uns da, als wir nach dem 7. Oktober allein waren.“ Als Geschenk überreichte die Leiterin Eskandari-Grünberg einen von einer der Überlebenden gestalteten Jahreskalender.

Fotos

Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg besuchte den Treffpunkt der Shoah-Überlebenden, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel 

Sie begrüßten die Gäste des Treffpunkts (v.l.): Leiterin Esther Petri-Adiel, Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg und ZWST-Direktor Aaron Schuster, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Holger Menzel