Erläuterungsbericht zur Nutzungsanalyse des Paulsplatzes liegt vor

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Im Zusammenhang mit dem Vorhaben „Entwicklung Paulskirche/Haus der Demokratie“ hat die Stadt Frankfurt am Main die Nutzung des Paulsplatzes aus Sicht des Fußverkehrs untersuchen lassen. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen: Wer nutzt den Platz? Wofür wird er genutzt? Wo halten sich die Menschen auf? Wohin bewegen sie sich? Diese Fragen sind entscheidend für eine zukünftige Gestaltung, die ein gutes Miteinander schafft und wirklich zu den Bedürfnissen der Menschen passt.

Die Untersuchung wurde durchgeführt von der Planungsgesellschaft RV-K Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit der Fußverkehrsbeauftragten der Stadt Frankfurt.

Die Fußverkehrsbeauftragte, die im Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) tätig ist, hat die Arbeit fachlich begleitet. Neben Einzelprojekten wie diesen arbeitet sie gegenwärtig gemeinsam mit dem Straßenverkehrsamt an einer stadtweiten Fußverkehrsstrategie mit individuellen Konzepten für verschiedene Quartiere. Im Fokus der Konzepte, die das städtische Fußverkehrsteam entwickelt, steht die Verbesserung der Sicherheit, aber auch des Komforts und der Aufenthaltsqualität für Menschen, die zu Fuß in Frankfurt unterwegs sind. Ein besonders wichtiger Aspekt ist die Barrierefreiheit.

Die Untersuchung des Paulsplatzes begann mit einer umfassenden Bestandsaufnahme der Verkehrswege, der Erdgeschossnutzungen und der Freiräume. Auch hierbei spielte die Barrierefreiheit eine wichtige Rolle. Ergänzend dazu wurden zu unterschiedlichen Tageszeiten gezielt Verkehrsbeobachtungen durchgeführt. So konnten Stärken und Schwächen des Platzes identifiziert und wichtige Rückschlüsse für die dann folgenden Erhebungen gezogen werden.

Die Erhebungen wurden im April und Juni des vergangenen Jahres durchgeführt. Erfasst wurden alle Zu- und Abgänge des Platzes sowie die Aufenthaltsorte und Aktivitäten der Personen auf dem Platz. Zudem wurde analysiert, wie sich Menschen über den Platz bewegen (Wegebeziehungen). Durch die Erhebung an verschiedenen Wochentagen und Zeiträumen konnten auch zeitliche Unterschiede in der Nutzung des Paulsplatzes sichtbar gemacht werden.

Die Untersuchung hat wertvolle Erkenntnisse über die Nutzung des Paulsplatzes geliefert und damit das Verständnis für diesen Ort verbessert.

So hat die Aufenthaltsanalyse unter anderem eine ungleiche Verteilung der Sitzgelegenheiten verdeutlicht. Während es im Osten Sitzmöglichkeiten durch die vorhandene Gastronomie gibt, fehlen sie im westlichen Teil des Paulsplatzes fast vollständig. Bei den vorhandenen temporären Sitzgelegenheiten – wie beispielsweise die Lange Bank des Deutschen Architekturmuseums – konnte eine fast durchgängige Auslastung festgestellt werden.

Des Weiteren hat die Analyse der Wegebeziehungen unter anderem aufgezeigt, dass sich die Menschen in vielen Richtungen über den Paulsplatz bewegen. Besonders auffällig sind zwei x-förmig verlaufende Bewegungsmuster östlich und südlich der Paulskirche. Dies macht den Bedarf direkter Gehverbindungen über den Paulsplatz deutlich.

Darüber hinaus wurde die Situation in Bezug auf die Barrierefreiheit analysiert: Wie ist es um die Qualität der Oberflächen bestellt? Gibt es auf dem Platz physische Barrieren? Wo fehlen taktile Elemente oder Nullabsenkungen? Die Ergebnisse zeigen den Nachrüstungsbedarf auf, der notwendig ist, um den Paulsplatz flächendeckend barrierefrei zu gestalten.

Diese und alle weiteren Ergebnisse der Nutzungsanalyse aus Sicht des Fußverkehrs sind in einem detaillierten Erläuterungsbericht mit Anlagen dargestellt und können unter Downloads - Haus der Demokratie  nachgelesen werden. 

Der Bericht bildet eine Grundlage für den projektierten freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb, der dem Ideenwettbewerb Haus der Demokratie nachfolgen soll. Die teilnehmenden Planungsbüros sind dann aufgefordert, die gewonnenen Erkenntnisse in ihren Entwürfen zu berücksichtigen, damit die zukünftige Gestaltung und Nutzung des Paulsplatzes optimal auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt werden können. Auch aus diesem Grund wurde das Haus der Demokratie in das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus aufgenommen.

Wer informiert bleiben will, kann sich unter Newsletter - Haus der Demokratie  für den Newsletter anmelden.

Weitergehende Informationen zum Wettbewerb und zu allen eingereichten Wettbewerbsbeiträgen sind unter HDD | Haus der Demokratie  zu finden.

Eine Übersicht der Barrieren für Fußgängerinnen und Fußgänger auf dem Paulsplatz ist als PDF-Dokument beigefügt. 

Download Übersichtsplan Barrieren für Fußgängerinnen und Fußgänger auf dem Paulsplatz, Copyright: Planungsgesellschaft RV-K mbH 

Kontakt für die Medien Stabsstelle Entwicklung Paulskirche/Haus der Demokratie, E-Mail hausderdemokratie@stadt-frankfurt.de