„Es brennt“: Filmvorführung zum Tag gegen antimuslimischen Rassismus

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Regisseur Erol Afşin kommt für eine Diskussionsrunde auf das Podium

ffm. Vier von zehn Deutschen teilen laut dem repräsentativen Motra-Monitor antimuslimische Einstellungen – eine bedrückende Zahl. Der 2015 ins Leben gerufene Aktionstag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli will hier einen Gegenakzent setzen.

Anlässlich des Gedenktags laden das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) Frankfurt und die Volkshochschule Frankfurt (VHS) am Mittwoch, 24. Juni, 18 Uhr, im Stadthaus, Markt 1, zu einer ganz besonderen Veranstaltung. Gezeigt wird der Film „Es brennt“.

Das Spielfilmdebüt von Schauspieler und Regisseur Erol Afşin nimmt Bezug auf den antimuslimisch motivierten Mord an Marwa El-Sherbini 2009 in Dresden auf. Der Tag gegen antimuslimischen Rassismus am Mittwoch, 1. Juli, erinnert an ihren Tod, der stellvertretend für die Erfahrung vieler Musliminnen und Muslime mit täglicher Diskriminierung und Gewalt steht.

Erol Afşin wird im Anschluss an die Filmvorführung auf dem Podium Platz nehmen und mit weiteren Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern über die im Film aufgeworfenen Fragen sprechen – und darüber, wie sich die Situation aktuell ausnimmt.

Der Eintritt ist frei. Es wird um Anmeldung unter vhs.frankfurt.de  mit Kursnummer 0108-30 oder unter VHS Frankfurt || Es brennt  gebeten.

„Antimuslimischem Rassismus entschlossen entgegenzutreten, ist eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe. Notwendig sind nachhaltige strukturelle Veränderungen, die Diskriminierung wirksam entgegenwirken – auch innerhalb unserer Stadtverwaltung“, betont Bürgermeisterin und Diversitsätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg.

Das Bundesinnenministerium registrierte 2024 in Deutschland 26 Prozent mehr islamfeindliche Straftaten als im Vorjahr. „Antimuslimischer Rassismus beginnt nicht erst bei Straftaten, sondern im Alltag: bei abwertend Blicken und wie wir miteinander umgehen", sagt Armin von Ungern-Sternberg, Leiter des AmkA.

„Frankfurt und Rhein-Main sind weltoffen“, sagt Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen. „Doch wahr ist leider auch: Der Anschlag von Hanau 2020 fand nicht irgendwo statt, sondern bei uns. Wir sind es den Opfern schuldig, antimuslimischem Rassismus entschieden entgegenzutreten.“

„Erol Afşin nimmt uns mit seinem Film ‚Es brennt‘ in die Pflicht“, sagt VHS-Direktor Danijel Dejanovic. „Der Titel nimmt Bezug auf ein jiddisches Lied, das nach den antijüdischen Pogromen in Polen in den Jahren 1936 und 1937 entstand. Wir, so Afşins Botschaft, dürfen nicht länger tatenlos zusehen. Wir müssen das Feuer endlich löschen.“