„Es ist noch viel zu tun“

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen zieht Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg eine Bilanz

ffm. Etwa zehn Prozent der Menschen in Frankfurt haben einen Behindertenausweis. Deren Belange und Bedürfnisse sollen künftig noch mehr berücksichtigt werden. Darauf hat Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen hingewiesen. „Die Voraussetzungen dafür, dass Menschen mit Behinderungen möglichst selbständig in der Stadt leben und teilhaben können, werden Stück für Stück besser. Zu tun gibt es aber immer noch eine Menge“, sagte Eskandari-Grünberg. „Unser Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen überall dabei sein können.“

Die Stabsstelle Inklusion, die seit 2023 zum Diversitätsdezernat gehört, fördert Investitionen, mit denen die Inklusion in Frankfurt verbessert wird. Im Jahr 2025 wurden bis jetzt 1,2 Millionen Euro dafür eingesetzt. Mit dem Geld werden öffentliche Gebäude barrierefrei umgebaut, um Zugang für alle Menschen zu ermöglichen. Öffentliche Websites bekommen Texte in Leichter Sprache und Gebärdenvideos, damit jeder Mensch die öffentlichen Informationen bekommen kann. Seit 2007 wurden im Haushalt insgesamt 16,5 Millionen Euro Fördermittel für Barrierefreiheit bereitgestellt.

Neu hinzugekommen ist die Förderung für barrierefreie Live-Kommunikation in öffentlichen Veranstaltungen. Ämter und Kultureinrichtungen können mit dieser Förderung etwa Gebärdendolmetscherinnen und -dolmetscher für gehörlose Menschen, Audiodeskription für blinde Menschen, und Leichte Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten finanzieren. Seit November 2025 wurden bereits 200.000 Euro dafür bereitgestellt. Geplant ist, dass die Summe auf mehr als 300.000 Euro steigt.

Ein weiteres Beispiel für mehr Teilhabe ist das erfolgreiche Projekt „Literatur in Einfacher Sprache“ (LiES), dessen dritte Staffel im Herbst 2025 begonnen hat. Bekannte Autorinnen und Autoren schreiben neue Texte in Einfacher Sprache. Im Literaturhaus finden Lesungen statt, und die Texte erscheinen dann im Piper-Verlag. Aktuell wird das dritte Buch der Reihe „LiES“ vorbereitet. Die Stabsstelle Inklusion arbeitet hierfür mit dem Literaturhaus Frankfurt zusammen, gefördert vom Landes-Sozialministerium. Die nächste Lesung ist am 24. März 2026 im Literaturhaus, mit den Autoren Sirka Elspass und André Kubiczek.

Allein 110 Förderprojekte der Stabsstelle sind in barrierefreie Websites und Apps geflossen. 72 Umbau-Maßnahmen gab es für barrierefreie Haltestellen-, Kreuzungs oder Straßenquerungs-Umbauten. „Bei den U-Bahn-Stationen ist die Barrierefreiheit weitgehend erreicht“, sagte Eskandari-Grünberg. Dagegen sei bei den Haltestellen für Straßenbahnen und Busse noch viel zu tun. Die Anstrengungen würden fortgesetzt.

Hintergrund Nachdem die Vereinten Nationen das Jahr 1981 als das „Internationale Jahr der Behinderten“ gefeiert hatten, wurde im Dezember 1982 ein Aktionsplan für die Belange behinderter Menschen entwickelt. Die Jahre 1983 bis 1993 wurden zum „Jahrzehnt der behinderten Menschen“ ausgerufen. Zum Abschluss der Dekade verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 62/127, in der der 3. Dezember als „Internationaler Tag der Behinderten“ (International Day of Disabled Persons) ausgerufen wurde. Er wurde erstmals im Jahr 1993 begangen. Im Dezember 2007 wurde der Gedenktag zum „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“ (International Day of Persons with Disabilities) umbenannt.