Flaggentag der „Mayors for Peace“: 81 Jahre nach Hiroshima rufen Städte zu nuklearer Abrüstung und Frieden auf

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Vor 81 Jahren erlebten die Menschen in den Städten Hiroshima und Nagasaki das unbeschreibliche Grauen eines Atombombenabwurfes. Seither warnen die Überlebenden dieser Katastrophe vor den Folgen des Einsatzes von Nuklearwaffen. In Deutschland setzen auch in diesem Jahr am Mittwoch, 8. Juli, vor den Rathäusern mehr als 600 Städte mit dem Hissen der „Mayors for Peace“-Flagge ein klares Bekenntnis zu nuklearer Abrüstung, gegen Kriege und für ein friedliches Zusammenleben der Menschen weltweit.

In verschiedenen Teilen der Welt verschärfen sich die bewaffneten Konflikte und die globale Sicherheit befindet sich in einer schweren Krise. Während die russische Invasion in der Ukraine in ihr fünftes Jahr geht, ist ein neuer bewaffneter Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran ausgebrochen, der zahlreiche zivile Opfer gefordert hat. Angesichts dieser sich verschlechternden Lage hat die Organisation „Mayors for Peace“ einen gemeinsamen Appell  veröffentlicht, in dem nachdrücklich ein sofortiger Waffenstillstand sowie die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität gefordert werden.

Oberbürgermeister Mike Josef sagt: „Frankfurt am Main ist mit 178 hier vertretenen Nationen eine internationale Stadt. Trotz unserer verschiedenen Herkünfte und Perspektiven stehen wir für Zusammenhalt und übernehmen globale Verantwortung. Seit den 1980er-Jahren ist die Stadt Frankfurt Mitglied in der globalen kommunalen Initiative ‚Mayors for Peace‘. Die alljährliche Beflaggung zeigt unsere Verbundenheit mit den Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki – den Hibakusha. Wir ehren ihr Andenken indem wir uns für eine friedlichere Welt ohne Atomwaffen einsetzten. Als Mitglied im weltweiten Bündnis der ‚Mayors for Peace‘ rufen wir am Flaggentag zu nuklearer Abrüstung auf.“

In Frankfurt am Main versammeln sich Friedensaktivistinnen und -aktivisten zu einer Kundgebung auf dem Römerberg, wo die Flaggen hängen, ganz in der Nähe der Paulskirche. Neben dem Frieden ist auch die Demokratie und die bisherige Werteordnung in einem nie gekannten Ausmaß bedroht. Die Paulskirche steht genau für diese Werte, für die sich die Stadt Frankfurt mit ihren Bürgerinnen und Bürgern einsetzt.

Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, sagt: „Gerade in Zeiten zunehmender internationaler Konflikte tragen Städten eine besondere Verantwortung. Im vergangenen Jahr haben wir im Rahmen von ‚Mayors for Peace‘ gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft diskutiert, welchen Beitrag Kommunen zur Friedenssicherung leisten können. Die Veranstaltung hat wertvolle Impulse und konkrete Ansätze für eine friedlichere Zukunft geliefert. Deshalb ist es mir wichtig, dass sich die Stadt Frankfurt am Main aktiv in internationalen Netzwerken, interkommunalen Kooperationen und Städtepartnerschaften engagiert. Durch eine lebendige Städtediplomatie übernehmen wir Verantwortung und leisten einen konkreten Beitrag zum Frieden.“

Was ist der Flaggentag? Am Flaggentag erinnern die „Mayors for Peace“ an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag vom 8. Juli 1996. Der Gerichtshof stellte fest, dass die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen generell gegen das Völkerrecht verstoßen. Zudem stellte der Gerichtshof fest, dass eine völkerrechtliche Verpflichtung besteht, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zu nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen.“

Wer sind die „Mayors for Peace“? Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Netzwerk setzt sich vor allem für die Abschaffung von Atomwaffen ein, greift aber auch andere aktuelle Themen auf, um Wege für ein friedvolles Miteinander zu diskutieren. Mehr als 8480 Städte in 166 Ländern gehören dem Netzwerk an, darunter rund 900 Städte in Deutschland. Mehr als 600 Städte in Deutschland beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag.

Dieses Jahr wird die „Mayors for Peace“-Flagge von Mittwoch, 8. Juli, bis Sonntag, 9. August, wieder vor der Paulskirche zu sehen sein.