Fluch und Segen Sozialer Medien: Strategien gegen Hass und Hetze im Netz standen bei der Fortsetzung des Jugend- und Demokratiekongresses im Mittelpunkt
ffm. Ein Leben ohne Soziale Medien ist für junge, zunehmend aber auch
für ältere Menschen kaum noch vorstellbar. Tiktok, Instagram und Co.
bieten scheinbar unbegrenzte Möglichkeiten – aber auch Gelegenheit
zum Missbrauch. Die Frage, ob Soziale Medien eine Gefahr für die
Demokratie darstellen, stand im Mittelpunkt des Jugendforums am
Dienstag, 9. Juni, im stadtRAUMFrankfurt.
Bereits beim ersten Jugend- und Demokratiekongress im vergangenen August in der Jugendkirche St. Peter wurde darüber gesprochen. Es blieben jedoch Fragen offen, deshalb hatte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg zu der Fortsetzung eingeladen. Mehr als 50 junge und ältere Leute kamen, darunter auch Mitglieder des Stadtschüler*innenrats.
„Viele Jugendliche beschrieben, dass soziale Medien ihr politisches und gesellschaftliches Leben stark prägen“, sagte Eskandari-Grünberg bei der Begrüßung. „Sie informieren sich dort, diskutieren, vernetzen sich und engagieren sich. Aber sie berichteten auch von der anderen Seite: von Hass im Netz, von Rassismus, von Antisemitismus, von Queerfeindlichkeit und von Desinformation und von Inhalten, die gezielt polarisieren und Menschen gegeneinander aufbringen. Deshalb wollen wir genauer hinschauen und besser verstehen, was soziale Medien mit unserer Demokratie machen.“
In seiner Keynote mit dem Titel „Digitales leugnen, relativieren und erinnern. Wie der Holocaust auf Social Media verhandelt wird“ zeigte Kiril Deniso von der Bildungsstätte Anne Frank exemplarisch, wie sich Holocaust-relativierende Inhalte in sozialen Medien durch „Pre-Bunking-Strategien“ dekonstruieren lassen. „Wer verschleiernde Codes und manipulative Darstellungsmuster frühzeitig erkennt, ist besser in der Lage, sich und sein Umfeld vor deren zersetzenden Wirkung zu schützen.“
In zwei Workshops vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Themen. Unter anderem wurde deutlich, wie TikTok insbesondere von extremen Rechten genutzt wird, um Menschen zu beeinflussen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, denn TikTok ist kein rechtsfreier Raum. Umso wichtiger sei es, Informationen kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Quellen einzubeziehen und Medienkompetenz frühzeitig zu stärken.
Wie man Betroffenen von antisemitischer Hetze helfen kann, war Threma des zweiten Workshops. Ergebnis: durch Melden, positive Inhalte durch Likes teilen, selbst positive Inhalte produzieren, aber auch Betroffenen etwa durch persönliche Nachrichten zeigen, dass sie nicht allein sind.
Am Ende machten die Gäste deutlich: Gut, dass es dieses generationsübergreifende Forum gab, es gibt aber weiteren Redebedarf. Insbesondere wünschten sie sich bei einer weiteren Veranstaltung vertiefter in die Frage einzutauchen, wie in Sozialen Medien mehr positive Inhalte entwickelt werden können.
Organisiert wurde das Treffen von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Diversitätsdezernat im Rahmen des Projektes „Partnerschaft für Demokratie“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Fotos Mehr als 50 junge und ältere Menschen kamen zum Jugendforum in den stadtRAUMfrankfurt, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Felix Wachendörfer
Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg begrüßte die Gäste des Jugendforums, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Felix Wachendörfer
Kontakt für die Medien Martin Müller, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat Bürgermeisterin, Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Telefon 069/212-33486,
E-Mail martin.mueller@stadt-frankfurt.de
Bereits beim ersten Jugend- und Demokratiekongress im vergangenen August in der Jugendkirche St. Peter wurde darüber gesprochen. Es blieben jedoch Fragen offen, deshalb hatte Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg zu der Fortsetzung eingeladen. Mehr als 50 junge und ältere Leute kamen, darunter auch Mitglieder des Stadtschüler*innenrats.
„Viele Jugendliche beschrieben, dass soziale Medien ihr politisches und gesellschaftliches Leben stark prägen“, sagte Eskandari-Grünberg bei der Begrüßung. „Sie informieren sich dort, diskutieren, vernetzen sich und engagieren sich. Aber sie berichteten auch von der anderen Seite: von Hass im Netz, von Rassismus, von Antisemitismus, von Queerfeindlichkeit und von Desinformation und von Inhalten, die gezielt polarisieren und Menschen gegeneinander aufbringen. Deshalb wollen wir genauer hinschauen und besser verstehen, was soziale Medien mit unserer Demokratie machen.“
In seiner Keynote mit dem Titel „Digitales leugnen, relativieren und erinnern. Wie der Holocaust auf Social Media verhandelt wird“ zeigte Kiril Deniso von der Bildungsstätte Anne Frank exemplarisch, wie sich Holocaust-relativierende Inhalte in sozialen Medien durch „Pre-Bunking-Strategien“ dekonstruieren lassen. „Wer verschleiernde Codes und manipulative Darstellungsmuster frühzeitig erkennt, ist besser in der Lage, sich und sein Umfeld vor deren zersetzenden Wirkung zu schützen.“
In zwei Workshops vertieften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Themen. Unter anderem wurde deutlich, wie TikTok insbesondere von extremen Rechten genutzt wird, um Menschen zu beeinflussen. Es gibt jedoch Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, denn TikTok ist kein rechtsfreier Raum. Umso wichtiger sei es, Informationen kritisch zu hinterfragen, unterschiedliche Quellen einzubeziehen und Medienkompetenz frühzeitig zu stärken.
Wie man Betroffenen von antisemitischer Hetze helfen kann, war Threma des zweiten Workshops. Ergebnis: durch Melden, positive Inhalte durch Likes teilen, selbst positive Inhalte produzieren, aber auch Betroffenen etwa durch persönliche Nachrichten zeigen, dass sie nicht allein sind.
Am Ende machten die Gäste deutlich: Gut, dass es dieses generationsübergreifende Forum gab, es gibt aber weiteren Redebedarf. Insbesondere wünschten sie sich bei einer weiteren Veranstaltung vertiefter in die Frage einzutauchen, wie in Sozialen Medien mehr positive Inhalte entwickelt werden können.
Organisiert wurde das Treffen von der Stabsstelle Antidiskriminierung im Diversitätsdezernat im Rahmen des Projektes „Partnerschaft für Demokratie“ des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.
Fotos Mehr als 50 junge und ältere Menschen kamen zum Jugendforum in den stadtRAUMfrankfurt, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Felix Wachendörfer
Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg begrüßte die Gäste des Jugendforums, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Felix Wachendörfer
Kontakt für die Medien Martin Müller, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dezernat Bürgermeisterin, Diversität, Antidiskriminierung und gesellschaftlicher Zusammenhalt, Telefon 069/212-33486