Frankfurt erinnert

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Jahrestag der Auflösung des KZ „Katzbach“ und des Todesmarschs Frankfurt-Hünfeld

ffm. Am Dienstag, 24. März, dem Jahrestag der Auflösung des Konzentrationslagers (KZ) und dem Beginn des Todesmarschs Frankfurt-Hünfeld, erinnert der Geschichtsort Adlerwerke mit weiteren zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Stadt Frankfurt am Main an die Inhaftierten und Opfer des Konzentrationslagers „Katzbach“. Das KZ-Außenlager war vom 22. August 1944 bis zum 24. März 1945 im Fabrikgebäude der Adlerwerke im Gallus untergebracht. Insgesamt wurden 1616 Menschen hier inhaftiert und gequält. Die meisten von ihnen kamen aus Polen und wurden im Zuge des Warschauer Aufstandes verhaftet und deportiert. Etwa ein Drittel der KZ-Häftlinge starben in Frankfurt, weitere nach der Verlegung in andere Konzentrationslager oder auf dem Todesmarsch, der am 24. März 1945 in Richtung Hünfeld startete.

Seit März 2022 erinnert mit dem „Geschichtsort Adlerwerke: Fabrik, Zwangsarbeit, Konzentrationslager“ eine Gedenk- und Bildungsstätte vor Ort im Erdgeschoss des historischen Backsteingebäudes mit verschiedenen Veranstaltungen und pädagogischen Angeboten an dieses lange verdrängte Kapitel der Frankfurter Stadtgeschichte.

Gedenken auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Ort des Gedenkens ist das Gemeinschaftsgrab der KZ-Häftlinge des KZ „Katzbach“ in den Adlerwerken auf dem Frankfurter Hauptfriedhof, Gewann E, Nr. 157. Im vergangenen Jahr wurde dort eine neue Gedenkstele errichtet, die alle Namen der in Frankfurt Ermordeten und Verstorbenen nennt.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, betont noch einmal die Bedeutung des 80. Jahrestages im vergangenen Jahr: „2025 haben wir das Gedenken in die Mitte der Stadtgesellschaft geholt. Durch die umfangreiche Veranstaltungsreihe, an der sich zahlreiche Orte und Gemeinden auf der damaligen Todesmarschroute beteiligt haben, sowie die zentrale Gedenkveranstaltung in der Frankfurter Paulskirche, wurde das Thema tief im Bewusstsein der Frankfurterinnen und Frankfurter verankert. Viele wussten bis dahin vielleicht noch gar nicht, dass es in Frankfurt einmal ein Konzentrationslager gegeben hat. Es freut mich daher besonders, dass der Geschichtsort Adlerwerke sich seitdem noch weiter etablieren konnte und nach dem Besucherrekord im vergangenen Jahr auch weiterhin steigende Zahlen verzeichnet.“

Thomas Altmeyer, Leiter des Geschichtsorts Adlerwerke und des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-1945, fügt hinzu: „Das Gemeinschaftsgrab der KZ-Häftlinge des KZ-Außenlagers ‚Katzbach‘ ist ein wichtiger Ort des Gedenkens. Das wurde auch deutlich bei der Einweihung der neuen Gedenkstele im vergangenen Jahr, der zahlreiche Angehörige beiwohnen konnten. Gleichzeitig zeigt dieser Ort mit seinen verschiedenen seit 1948 entstandenen Gedenkzeichen auch das Ringen um die Sichtbarkeit und die Erinnerung an dieses Verbrechen mitten in Frankfurt.“

Rund um den Gedenktag finden folgende Veranstaltungen statt:

Dienstag, 24. März, 15 Uhr | Hauptfriedhof, Gewann E, Nr. 157: Gedenkstunde für die Opfer des KZ “Katzbach” Dienstag, 24. März, 19 Uhr | Gallus Theater: Die letzten Zeugen: Musikalische Lesung mit Christoph Pütthoff vom Schauspiel Frankfurt und Susanne Kohnen Sonntag, 29. März, 12 bis 18 Uhr | Geschichtsort Adlerwerke: Tag der offenen Tür mit Führungen zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Um 12 Uhr: Die Geschichte des KZ „Katzbach“, um 13.30 Uhr: Das KZ und seine Nachbarschaft, um 15 Uhr: Lebensgeschichten der Inhaftierten sowie um 16.30 Uhr: Die Geschichte des KZ „Katzbach“, bilinguale Führung auf Polnisch-Deutsch.

Der Tag der offenen Tür findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Denkmal am Ort statt.

Foto

Die Gedenkstele mit allen Namen der Opfer des „KZ Katzbach“ wurde im vergangenen Jahr auf dem Frankfurter Hauptfriedhof eingeweiht, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Maciej Rusinek