Frankfurt gründet eine Bildungsbaugesellschaft

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Gesellschaft übernimmt Sanierungen und Erweiterungen an 14 Schulen

ffm. Frankfurt bekommt eine Bildungsbaugesellschaft. Die Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am Donnerstag, 11. Dezember, die Gründung der Bildungsbaugesellschaft Frankfurt mbH beschlossen. Die neue Gesellschaft soll das Amt für Bau und Immobilien (ABI) entlasten und ein weiterer Baustein sein, um Schulen noch schneller bauen, sanieren und erweitern zu können.

Denn einige Schulliegenschaften sind in einem schlechten baulichen Zustand und es braucht zusätzliche Kapazitäten, um alle notwendigen Bauaufgaben zeitnah bewältigen zu können. Die groß angelegte Schulbauoffensive gibt hierfür den Rahmen vor; die künftige Bildungsbaugesellschaft wird unterstützend tätig werden.

Zunächst werden 14 Schulliegenschaften durch die GmbH bearbeitet – diese werden jedoch nicht rechtlich übertragen, sondern bleiben im Eigentum der Stadt Frankfurt. Die Bildungsbaugesellschaft wird an diesen Schulen die Bauherrnaufgabe und die Objektverantwortung übernehmen. Sie wird dabei nicht selbst planerisch tätig sein, sondern in der Umsetzung mit externen Partnerinnen und Partnern zusammenarbeiten. Vorgesehen ist, dass die Gesellschaft mit einem festen Stamm von elf Vollzeitstellen, zuzüglich der Geschäftsführung, ausgestattet wird.

„Mit der Bildungsbaugesellschaft gehen wir einen wichtigen Schritt, um die enormen Herausforderungen im Schulbau rascher, effektiver und verlässlicher zu bewältigen“, sagt Oberbürgermeister Mike Josef. „Beispiele anderer Städte zeigen, dass spezialisierte Gesellschaften die bestehenden kommunalen Strukturen sinnvoll ergänzen können. Diesen Weg gehen wir nun auch in Frankfurt. Wir wollen die nötigen Sanierungen und Neubauten zügig voranbringen. Es ist unsere Aufgabe, allen Kindern und Jugendlichen sowie ihren Lehrkräften eine moderne, funktionale und zukunftsfähige Lern- und Arbeitsumgebung zu bieten.“ Josef verweist darauf, dass die Stadt Frankfurt eine Milliarde Euro zusätzlich für die Bildung bereitstellt. „Die Bildungsbaugesellschaft ist ein wichtiges Instrument, damit dieses Geld optimal zum Einsatz kommt und volle Wirkung entfaltet.“

Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, sagt: „Momentan wird immer noch eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern in Interimsbauten unterrichtet. Inklusionsmaßnahmen, Maßnahmen für den Ganztag oder notwendige Sanierungen können oft nicht schnell genug bearbeitet werden. Im Rahmen unserer Schulbauoffensive haben wir eine Priorisierung von Baumaßnahmen an Schulen vorgenommen und 228 erforderliche Aufgaben ermittelt. Trotz der bereits angelaufenen Maßnahmen bleiben noch etliche Themen offen, die derzeit nicht bearbeitet werden können. Daher ist die Gründung der Bildungsbaugesellschaft der richtige Schritt. Die Gesellschaft wird schnell für eine weitere Verbesserung sorgen, denn sie schafft zusätzliche Kapazitäten, die wir dringend benötigen“. 

Stadtkämmerer Bastian Bergerhoff sagt: „Unsere Schüler:innen haben die besten Voraussetzungen zum Lernen verdient. Deshalb stellen wir im Haushalt immer wieder sehr viel Geld für den Neubau und für die Sanierung städtischer Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. Allerdings dauert es trotz der Anstrengungen aller Beteiligten in der Verwaltung immer wieder zu lange, bis wir das Geld für diese wichtigen Investitionen ausgeben können. Wir bekommen es einfach nicht schnell genug verbaut. Um als Stadt besser zu werden beim Investieren, müssen wir deshalb auch unsere Strukturen verändern. Das tun wir mit der Gründung der Bildungsbaugesellschaft: Sie ist ein weiterer Baustein, um bei den Schulen schneller und effizienter zu werden und sie kann dazu beitragen, den Investitionsstau aufzulösen – für die Zukunft der Frankfurter Schüler:innen“.

Ausgewählt wurden Schulen unterschiedlicher Schulformen und aus verschiedenen Bildungsregionen. Konkret sind das die Georg-Büchner-Schule, die Boehleschule, die Astrid-Lindgren-Schule, die Liebigschule, die Heinrich-Seliger-Schule, die Viktor-Frankl-Schule, die Albert-Schweitzer-Schule, die Niddaschule, die Engelbert-Humperdinck-Schule, die Eichendorffschule, die Steffi-Jones-Schule, die Riedhofschule, die Paul-Ehrlich-Schule und die Ludwig-Erhard-Schule.

In Frankfurt gibt es bereits positive Beispiele, vergleichbare Bau- und Betriebsthemen zu bündeln und von spezialisierten Teams in Gesellschaften bearbeiten zu lassen. Auch andere Kommunen wie Hamburg, Köln oder Mannheim haben bereits gute Erfahrungen mit der Bearbeitung besonders drängender Projekte im Bildungsbereich in Eigenbetrieben oder Gesellschaften gemacht. Die Stadt Frankfurt beschreitet daher kein Neuland, sondern folgt hier dem allgemeinen Trend, das kommunale Bauen auf breitere Füße zu stellen und Auftragsspitzen in flankierenden Organisationseinheiten zu bearbeiten.

Kontakt für die Medien

Christina Čurin, Pressesprecherin, Dezernat für Bildung, Immobilien und Neues Bauen, Telefon 069/212-43334 , E-Mail christina.curin@stadt-frankfurt.de