Frankfurt startet die nächste Ausbauphase für E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichem Grund
Über 450 Ladepunkte in Betrieb genommen – stadtweiter Ausbau für
rund 2500 neue Ladepunkte startet im März
ffm. Die Stadt Frankfurt am Main startet im März unter der Federführung des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE) die nächste Ausbauphase der E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Die Standorte, die gemeinsam mit Fachämtern, Ortsbeiräten und externen Fachbüros ermittelt und vorgeprüft worden sind, werden nun veröffentlicht und an interessierte Betreiber vergeben. „Ich freue mich, dass wir mit dem Projekt nun in die nächste Phase eintreten. Der E-Ladeinfrastrukturausbau ist in Frankfurt längst überfällig gewesen – mit dem Start des stadtweiten Rollouts für rund 2500 neue E‑Ladepunkte schaffen wir es nun, vor die Welle zu kommen. Frankfurt holt damit im bundesweiten Vergleich deutlich auf und positioniert sich für die Mobilität von morgen“, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. Aktueller Ausbaustand in Frankfurt und Deutschland
Die Versorgung mit E-Ladeinfrastruktur in Frankfurt entwickelt sich dynamisch. Aktuell sind bei der Bundesnetzagentur rund 2133 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Stadtgebiet gelistet – davon 1890 Wechselstrom- (AC bis 22 Kilowatt) und 243 Schnell-Ladepunkte (DC). Zwischen Januar 2023 und Januar 2026 hat sich damit die Zahl der öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte in Frankfurt um über 350 Prozent erhöht. Reine Elektrofahrzeuge haben aktuell in Frankfurt einen Anteil von sechs Prozent, Plug-In-Hybride einen Anteil von fünf Prozent.
Der Anteil an Neuzulassungen für rein batteriebetriebene Fahrzeuge in Hessen war Ende 2025 mit 22 Prozent fast gleich hoch wie benzingetriebene Fahrzeuge mit 22,5 Prozent, während Diesel mit 14 Prozent und Plug-In Hybride mit 11 Prozent deutlich weniger vertreten sind. Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben steigt kontinuierlich weiter, weshalb das Angebot in Deutschland nun deutlich ausgebaut wird.
Deutschlandweit bildet sich folgender Trend ab:
Anfang 2025 waren laut Bundesnetzagentur in Deutschland über 120.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb – ein Zuwachs von rund 35 Prozent binnen zwei Jahren. Die International Energy Agency berichtet, dass die weltweite öffentliche Ladeinfrastruktur 2024 um rund 40 Prozent gewachsen ist. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes lag der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen in Deutschland 2025 stabil bei etwa 18 Prozent, während elektrifizierte Antriebe insgesamt (inklusive Plug-in-Hybride) deutlich darüber lagen.
Die Zahlen verdeutlichen: Der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur bleibt eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.
Das Frankfurter Modell: Wettbewerb statt kommunaler Eigenbetrieb
Die Stadt Frankfurt am Main arbeitet beim Ausbau der E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichen Flächen mit dem sogenannten „Open-Market-Modell“: Das bedeutet, dass die Stadt selbst gemäß Stadtverordnetenbeschluss keine eigenen Ladestationen baut und betreibt. Stattdessen setzt sie auf den Wettbewerb privater Anbieter, übernimmt aber die Standortplanung und stellt öffentliche Flächen zur Verfügung. „Mit diesem Ansatz stellen wir sicher, dass Ladepunkte dort entstehen, wo sie dringend gebraucht werden. Daneben müssen die Standorte verkehrlich sinnvoll, städtebaulich verträglich und flächendeckend im gesamten Stadtgebiet verteilt sein. Zugleich ermöglicht uns das Modell eine effiziente Abstimmungskultur zwischen Veraltung, Netzbetreibern und weiteren Akteuren – und damit eine schnellere Umsetzung“, erklärt Heiko Nickel, Leiter Strategische Verkehrsplanung im Mobilitätsdezernat.
Die Grundlage für den systematischen Ausbau: Eine Bedarfsanalyse für Frankfurt
Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur gezielt weiterzuentwickeln, hatte das Mobilitätsdezernat mit dem ASE vor einem guten Jahr eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse veröffentlicht. Sie zeigt, dass der Bedarf an Ladeinfrastruktur weiter steigen wird. Dabei stellt sie heraus, dass öffentlich zugängliche Ladepunkte auf privaten Flächen wichtiger werden, weil Menschen ihre Autos häufig während alltäglicher Aktivitäten laden. Prognostiziert wird, dass künftig rund 15 Prozent der Ladeinfrastruktur auf öffentlichen und etwa 85 Prozent auf privaten Flächen – etwa in Wohnanlagen, auf Supermarktstellplätzen oder in Parkhäusern – entstehen werden.
Das Fazit der Analyse: Neben diesen privaten Ladeangeboten muss eine verlässliche, bedarfsgerechte Grundversorgung in allen Stadtteilen sichergestellt werden. Diese richtet die Stadt Frankfurt nun auf öffentlichen Verkehrsflächen ein, angepasst an die jeweilige bauliche Quartierstruktur und zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger.
Die Ziele, die sich aus der Untersuchung von 2024 ergeben, werden in diesem Jahr überprüft und an den aktuellen Stand der Technik, den Elektrofahrzeugbestand und dem Ausbaustand der Ladeinfrastruktur angepasst. Um auf die schnelle Entwicklung der Batterie- und Fahrzeugtechnologie reagieren zu können, werden die Ziele künftig im Abstand von zwei Jahren aktualisiert.
Pilotphase bestätigt hohe Nachfrage: Start mit mehr als 450 neuen Ladepunkten
Parallel startete die Stadt Frankfurt ein Pilotprojekt im kompletten Stadtgebiet. Ziel war es, schnellstmöglich eine Ladeinfrastruktur aufzubauen – trotz der beengten Platzverhältnisse, die Frankfurt von anderen deutschen Großstädten unterscheidet. In dieser Pilotphase wurden 430 AC-Ladepunkte sowie 24 DC-Schnellladepunkte genehmigt und durch vier Unternehmen für Ladeinfrastruktur in Betrieb genommen.
Dabei hat sich herausgestellt, dass die neuen Ladepunkte in Frankfurt über dem Bundesdurchschnitt ausgelastet sind: Laut Betreibern ist die Auslastung teilweise bis zu 1,5 Mal höher als in anderen deutschen Städten – vermutlich aufgrund der hohen Anzahl von Pendlerinnen und Pendlern. Darüber hinaus konnte das ASE Erfahrungen in Bezug auf eine sinnvolle Gestaltung sammeln: Künftige Ladesäulen werden ohne zusätzliche Schaltkästen auf dem Gehweg, bevorzugt im Straßenraum und mit barrierefreien Stellflächen geplant.
Die bereits existierenden Standorte sind in gängigen Lade-Apps sowie in den Anwendungen der jeweiligen Betreiber abrufbar. Ergänzend dazu wurde die Ladeinfrastruktur in den städtischen Parkhäusern in der Innenstadt deutlich ausgebaut
„Hier spiegelt sich wider, was aktuelle Studien bestätigen: Der Bedarf an E-Mobilität steigt kontinuierlich an. Die oft zitierte Reichweiten-Angst der Deutschen ist völlig unbegründet: Etwa 90 Prozent der Menschen, die ihr Auto täglich nutzen, fahren am Tag unter 50 Kilometern; die Pendeldistanz zum Arbeitsplatz beträgt in Deutschland durchschnittlich 18 Kilometer. Damit ist Elektromobilität längst eine praktikable und langfristig wirtschaftliche Lösung“, fasst Nickel zusammen. „Der motorisierte Individualverkehr wird auch künftig Teil des urbanen Mobilitätsmixes sein. Deshalb haben wir im Masterplan Mobilität eine Teilstrategie für einen nachhaltigen MIV entwickelt, in der der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle spielt.“
Start der Ausbauphase I: Flächendeckende Versorgung bis zum Stadtrand
Auf Grundlage der Bedarfsanalyse wurde die erste reguläre Ausbauphase für öffentliche Flächen vorbereitet. In Zusammenarbeit mit einer externen Beratung wurden geeignete Standorte im gesamten Stadtgebiet ausgewählt – unter Einbindung der zuständigen Ämter und Ortsbeiräte. Vorgesehen sind rund 400 AC- und 20 DC-Ladepunkten. Sie werden in stadtteilübergreifende Bündel gegliedert, um eine gerechte, gleichmäßige Standortverteilung im gesamten Stadtgebiet sicherzustellen. Diese Standort-Kontingente werden anschließend, unter anderem im Amtsblatt, veröffentlicht und in einem transparenten Verfahren an Betreiber von Ladeinfrastruktur verlost. Im März startet die Veröffentlichung in fünf Paketen mit je 40 AC-Ladesäulen und weiteren fünf Paketen mit zwei DC-Ladesäulen.
Siefert schließt ab: „Gerade in einer dicht bebauten Stadt wie Frankfurt, in der viele Mobilitätsangebote nebeneinander Raum in Anspruch nehmen, ist ein pragmatisches und zugleich strategisches Vorgehen sinnvoll. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unserem zweigleisigen Vorgehen gemacht: Dabei entwickeln wir umfassende, systematische Ausbaukonzepte für das ganze Stadtgebiet und setzen parallel erste Projekte um – etwa beim Ausbau von Carsharing sowie Park + Ride, und jetzt beim Ausbau unserer E-Ladeinfrastruktur. So entstehen langfristig tragfähige Lösungen, während zugleich konkrete Angebote im Straßenraum nutzbar werden.“
Wie geht es weiter?
Durch die gute Vorqualifikation der Standorte ist davon auszugehen, dass der größte Teil der Ladesäulen schon 2026 in Betrieb sein wird.
Die weiteren Ausbauphasen werden kontinuierlich bedarfsorientiert geplant und schrittweise umgesetzt. Ziel ist es, jedes Jahr weitere Standortbündel zu identifizieren und an Betreiber zu verlosen. Der Magistrat geht davon aus, dass für die Grundversorgung im öffentlichen Raum bis 2035 bis zu 2500 weitere Ladepunkte im öffentlichen Raum erforderlich sein werden. Parallel dazu plant die Stadt in diesem Jahr Gespräche mit privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, etwa Wohnungsbaugesellschaften, um zusätzliche öffentlich zugängliche Ladeangebote zu ermöglichen. Ergänzend treibt der Bund den Aufbau des Deutschlandnetzes mit Schnellladern entlang der Autobahnen rund um Frankfurt weiter voran. Glossar AC- und DC-Laden Beim Laden von Elektrofahrzeugen wird zwischen Wechselstrom- (AC) und Gleichstromladen (DC) unterschieden:
AC-Ladepunkte eignen sich vor allem für längere Standzeiten, etwa im Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz. DC-Ladepunkte ermöglichen ein besonders schnelles Laden und sind vor allem für kürzere Aufenthalte oder stark frequentierte Standorte relevant.
Unterschied zwischen Ladeeinrichtung / Ladesäule und Ladepunkt
Ein Ladepunkt besteht entweder aus einer Steckdose oder einem fest angebrachten Kabel an einer Ladestation, das für das Laden eines Elektrofahrzeugs verwendet wird. Eine Ladeeinrichtung hingegen bezieht sich auf die gesamte Infrastruktur, die für das Laden von Elektrofahrzeugen erforderlich ist, einschließlich der Ladepunkte, der dazugehörigen Technik und dem Gehäuse.
Download Zeitschiene zur Umsetzung der E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichem Grund
Fotos
Von links: Mario Will vom ASE, Heiko Nickel vom Mobilitätsdezernat, Tim Deumlich von der Mainova, Lars Balzer von Qwello, Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert, Dennis Hefft von eze.network und Michaela C. Kraft, Leiterin des ASE, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel
Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert freut sich auf die vielen neuen Ladepunkten, die in Frankfurt im Laufe des Jahres entstehen werden, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel
ffm. Die Stadt Frankfurt am Main startet im März unter der Federführung des Amts für Straßenbau und Erschließung (ASE) die nächste Ausbauphase der E-Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Die Standorte, die gemeinsam mit Fachämtern, Ortsbeiräten und externen Fachbüros ermittelt und vorgeprüft worden sind, werden nun veröffentlicht und an interessierte Betreiber vergeben. „Ich freue mich, dass wir mit dem Projekt nun in die nächste Phase eintreten. Der E-Ladeinfrastrukturausbau ist in Frankfurt längst überfällig gewesen – mit dem Start des stadtweiten Rollouts für rund 2500 neue E‑Ladepunkte schaffen wir es nun, vor die Welle zu kommen. Frankfurt holt damit im bundesweiten Vergleich deutlich auf und positioniert sich für die Mobilität von morgen“, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. Aktueller Ausbaustand in Frankfurt und Deutschland
Die Versorgung mit E-Ladeinfrastruktur in Frankfurt entwickelt sich dynamisch. Aktuell sind bei der Bundesnetzagentur rund 2133 öffentlich zugängliche Ladepunkte im Stadtgebiet gelistet – davon 1890 Wechselstrom- (AC bis 22 Kilowatt) und 243 Schnell-Ladepunkte (DC). Zwischen Januar 2023 und Januar 2026 hat sich damit die Zahl der öffentlich zugänglichen AC-Ladepunkte in Frankfurt um über 350 Prozent erhöht. Reine Elektrofahrzeuge haben aktuell in Frankfurt einen Anteil von sechs Prozent, Plug-In-Hybride einen Anteil von fünf Prozent.
Der Anteil an Neuzulassungen für rein batteriebetriebene Fahrzeuge in Hessen war Ende 2025 mit 22 Prozent fast gleich hoch wie benzingetriebene Fahrzeuge mit 22,5 Prozent, während Diesel mit 14 Prozent und Plug-In Hybride mit 11 Prozent deutlich weniger vertreten sind. Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben steigt kontinuierlich weiter, weshalb das Angebot in Deutschland nun deutlich ausgebaut wird.
Deutschlandweit bildet sich folgender Trend ab:
Anfang 2025 waren laut Bundesnetzagentur in Deutschland über 120.000 öffentliche Ladepunkte in Betrieb – ein Zuwachs von rund 35 Prozent binnen zwei Jahren. Die International Energy Agency berichtet, dass die weltweite öffentliche Ladeinfrastruktur 2024 um rund 40 Prozent gewachsen ist. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes lag der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen in Deutschland 2025 stabil bei etwa 18 Prozent, während elektrifizierte Antriebe insgesamt (inklusive Plug-in-Hybride) deutlich darüber lagen.
Die Zahlen verdeutlichen: Der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur bleibt eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität.
Das Frankfurter Modell: Wettbewerb statt kommunaler Eigenbetrieb
Die Stadt Frankfurt am Main arbeitet beim Ausbau der E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichen Flächen mit dem sogenannten „Open-Market-Modell“: Das bedeutet, dass die Stadt selbst gemäß Stadtverordnetenbeschluss keine eigenen Ladestationen baut und betreibt. Stattdessen setzt sie auf den Wettbewerb privater Anbieter, übernimmt aber die Standortplanung und stellt öffentliche Flächen zur Verfügung. „Mit diesem Ansatz stellen wir sicher, dass Ladepunkte dort entstehen, wo sie dringend gebraucht werden. Daneben müssen die Standorte verkehrlich sinnvoll, städtebaulich verträglich und flächendeckend im gesamten Stadtgebiet verteilt sein. Zugleich ermöglicht uns das Modell eine effiziente Abstimmungskultur zwischen Veraltung, Netzbetreibern und weiteren Akteuren – und damit eine schnellere Umsetzung“, erklärt Heiko Nickel, Leiter Strategische Verkehrsplanung im Mobilitätsdezernat.
Die Grundlage für den systematischen Ausbau: Eine Bedarfsanalyse für Frankfurt
Um den Ausbau der Ladeinfrastruktur gezielt weiterzuentwickeln, hatte das Mobilitätsdezernat mit dem ASE vor einem guten Jahr eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse veröffentlicht. Sie zeigt, dass der Bedarf an Ladeinfrastruktur weiter steigen wird. Dabei stellt sie heraus, dass öffentlich zugängliche Ladepunkte auf privaten Flächen wichtiger werden, weil Menschen ihre Autos häufig während alltäglicher Aktivitäten laden. Prognostiziert wird, dass künftig rund 15 Prozent der Ladeinfrastruktur auf öffentlichen und etwa 85 Prozent auf privaten Flächen – etwa in Wohnanlagen, auf Supermarktstellplätzen oder in Parkhäusern – entstehen werden.
Das Fazit der Analyse: Neben diesen privaten Ladeangeboten muss eine verlässliche, bedarfsgerechte Grundversorgung in allen Stadtteilen sichergestellt werden. Diese richtet die Stadt Frankfurt nun auf öffentlichen Verkehrsflächen ein, angepasst an die jeweilige bauliche Quartierstruktur und zugänglich für alle Bürgerinnen und Bürger.
Die Ziele, die sich aus der Untersuchung von 2024 ergeben, werden in diesem Jahr überprüft und an den aktuellen Stand der Technik, den Elektrofahrzeugbestand und dem Ausbaustand der Ladeinfrastruktur angepasst. Um auf die schnelle Entwicklung der Batterie- und Fahrzeugtechnologie reagieren zu können, werden die Ziele künftig im Abstand von zwei Jahren aktualisiert.
Pilotphase bestätigt hohe Nachfrage: Start mit mehr als 450 neuen Ladepunkten
Parallel startete die Stadt Frankfurt ein Pilotprojekt im kompletten Stadtgebiet. Ziel war es, schnellstmöglich eine Ladeinfrastruktur aufzubauen – trotz der beengten Platzverhältnisse, die Frankfurt von anderen deutschen Großstädten unterscheidet. In dieser Pilotphase wurden 430 AC-Ladepunkte sowie 24 DC-Schnellladepunkte genehmigt und durch vier Unternehmen für Ladeinfrastruktur in Betrieb genommen.
Dabei hat sich herausgestellt, dass die neuen Ladepunkte in Frankfurt über dem Bundesdurchschnitt ausgelastet sind: Laut Betreibern ist die Auslastung teilweise bis zu 1,5 Mal höher als in anderen deutschen Städten – vermutlich aufgrund der hohen Anzahl von Pendlerinnen und Pendlern. Darüber hinaus konnte das ASE Erfahrungen in Bezug auf eine sinnvolle Gestaltung sammeln: Künftige Ladesäulen werden ohne zusätzliche Schaltkästen auf dem Gehweg, bevorzugt im Straßenraum und mit barrierefreien Stellflächen geplant.
Die bereits existierenden Standorte sind in gängigen Lade-Apps sowie in den Anwendungen der jeweiligen Betreiber abrufbar. Ergänzend dazu wurde die Ladeinfrastruktur in den städtischen Parkhäusern in der Innenstadt deutlich ausgebaut
„Hier spiegelt sich wider, was aktuelle Studien bestätigen: Der Bedarf an E-Mobilität steigt kontinuierlich an. Die oft zitierte Reichweiten-Angst der Deutschen ist völlig unbegründet: Etwa 90 Prozent der Menschen, die ihr Auto täglich nutzen, fahren am Tag unter 50 Kilometern; die Pendeldistanz zum Arbeitsplatz beträgt in Deutschland durchschnittlich 18 Kilometer. Damit ist Elektromobilität längst eine praktikable und langfristig wirtschaftliche Lösung“, fasst Nickel zusammen. „Der motorisierte Individualverkehr wird auch künftig Teil des urbanen Mobilitätsmixes sein. Deshalb haben wir im Masterplan Mobilität eine Teilstrategie für einen nachhaltigen MIV entwickelt, in der der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur eine zentrale Rolle spielt.“
Start der Ausbauphase I: Flächendeckende Versorgung bis zum Stadtrand
Auf Grundlage der Bedarfsanalyse wurde die erste reguläre Ausbauphase für öffentliche Flächen vorbereitet. In Zusammenarbeit mit einer externen Beratung wurden geeignete Standorte im gesamten Stadtgebiet ausgewählt – unter Einbindung der zuständigen Ämter und Ortsbeiräte. Vorgesehen sind rund 400 AC- und 20 DC-Ladepunkten. Sie werden in stadtteilübergreifende Bündel gegliedert, um eine gerechte, gleichmäßige Standortverteilung im gesamten Stadtgebiet sicherzustellen. Diese Standort-Kontingente werden anschließend, unter anderem im Amtsblatt, veröffentlicht und in einem transparenten Verfahren an Betreiber von Ladeinfrastruktur verlost. Im März startet die Veröffentlichung in fünf Paketen mit je 40 AC-Ladesäulen und weiteren fünf Paketen mit zwei DC-Ladesäulen.
Siefert schließt ab: „Gerade in einer dicht bebauten Stadt wie Frankfurt, in der viele Mobilitätsangebote nebeneinander Raum in Anspruch nehmen, ist ein pragmatisches und zugleich strategisches Vorgehen sinnvoll. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit unserem zweigleisigen Vorgehen gemacht: Dabei entwickeln wir umfassende, systematische Ausbaukonzepte für das ganze Stadtgebiet und setzen parallel erste Projekte um – etwa beim Ausbau von Carsharing sowie Park + Ride, und jetzt beim Ausbau unserer E-Ladeinfrastruktur. So entstehen langfristig tragfähige Lösungen, während zugleich konkrete Angebote im Straßenraum nutzbar werden.“
Wie geht es weiter?
Durch die gute Vorqualifikation der Standorte ist davon auszugehen, dass der größte Teil der Ladesäulen schon 2026 in Betrieb sein wird.
Die weiteren Ausbauphasen werden kontinuierlich bedarfsorientiert geplant und schrittweise umgesetzt. Ziel ist es, jedes Jahr weitere Standortbündel zu identifizieren und an Betreiber zu verlosen. Der Magistrat geht davon aus, dass für die Grundversorgung im öffentlichen Raum bis 2035 bis zu 2500 weitere Ladepunkte im öffentlichen Raum erforderlich sein werden. Parallel dazu plant die Stadt in diesem Jahr Gespräche mit privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, etwa Wohnungsbaugesellschaften, um zusätzliche öffentlich zugängliche Ladeangebote zu ermöglichen. Ergänzend treibt der Bund den Aufbau des Deutschlandnetzes mit Schnellladern entlang der Autobahnen rund um Frankfurt weiter voran. Glossar AC- und DC-Laden Beim Laden von Elektrofahrzeugen wird zwischen Wechselstrom- (AC) und Gleichstromladen (DC) unterschieden:
AC-Ladepunkte eignen sich vor allem für längere Standzeiten, etwa im Wohnumfeld oder am Arbeitsplatz. DC-Ladepunkte ermöglichen ein besonders schnelles Laden und sind vor allem für kürzere Aufenthalte oder stark frequentierte Standorte relevant.
Unterschied zwischen Ladeeinrichtung / Ladesäule und Ladepunkt
Ein Ladepunkt besteht entweder aus einer Steckdose oder einem fest angebrachten Kabel an einer Ladestation, das für das Laden eines Elektrofahrzeugs verwendet wird. Eine Ladeeinrichtung hingegen bezieht sich auf die gesamte Infrastruktur, die für das Laden von Elektrofahrzeugen erforderlich ist, einschließlich der Ladepunkte, der dazugehörigen Technik und dem Gehäuse.
Download Zeitschiene zur Umsetzung der E-Ladeinfrastruktur auf öffentlichem Grund
Fotos
Von links: Mario Will vom ASE, Heiko Nickel vom Mobilitätsdezernat, Tim Deumlich von der Mainova, Lars Balzer von Qwello, Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert, Dennis Hefft von eze.network und Michaela C. Kraft, Leiterin des ASE, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel
Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert freut sich auf die vielen neuen Ladepunkten, die in Frankfurt im Laufe des Jahres entstehen werden, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Michael Braunschädel