Frankfurt startet Neugestaltung des Platzes an der Dreikönigskirche

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Das Areal soll barrierefrei, grün und denkmalgerecht werden

ffm. Die Stadt Frankfurt am Main beginnt am Montag, 27. Juli, mit der Neugestaltung des Platzes an der Dreikönigskirche in Sachsenhausen. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Anfang 2028 abgeschlossen werden.

Am südlichen Mainufer, direkt gegenüber dem Dom, prägt die neugotische Dreikönigskirche mit ihrem 81 Meter hohen Turm die Frankfurter Stadtsilhouette. Die Kirche liegt an wichtigen Fußverkehrsachsen in Frankfurt, etwa am Museumsufer und auf dem Weg von der Konstablerwache nach Sachsenhausen. Der Kirchenvorplatz mit seiner Lage am Mainufer und dem Blick auf Altstadt und Skyline ist ein beliebter Aufenthaltsort. Der Platz, auf dem bereits seit 1340 eine Kirche steht, wird seiner städtebaulichen und historischen Bedeutung jedoch gegenwärtig nicht gerecht. Im Zuge des Stadtentwicklungsprogramms „Schöneres Frankfurt“ wird er deshalb umfassend neugestaltet und zu einem attraktiven, barrierefreien und denkmalgerechten Stadtraum weiterentwickelt.

Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgruppe „Schöneres Frankfurt“, die sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amts für Straßenbau und Erschließung, des Grünflächenamtes und des Stadtplanungsamtes zusammensetzt.

„Der Platz an der Dreikönigskirche ist einer jener markanten Orte in Sachsenhausen, die den Charakter des Stadtteils ausmachen. Es ist eine schöne Aufgabe, identitätsstiftende Plätze wie diesen attraktiver, grüner und für alle, auch für Menschen im Rollstuhl oder mit Kinderwagen, zugänglich zu machen“, sagt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. „Ich hoffe auf das Verständnis der Anwohnenden und der umliegenden Gastronomie für die Bauarbeiten – aber ich bin mir sicher, dass der Mehrwert dieser vieldimensionalen Umgestaltung die Sachsenhäuserinnen und Sachsenhäuser überzeugen wird.“

Wichtiger Baustein eines vielschichtigen Stadtentwicklungsprojekts

Die nun startende Platzumgestaltung bildet den letzten Baustein des Projekts „Platz an der Dreikönigskirche und Illumination“. Auf rund 4000 Quadratmetern entsteht ein hochwertig gestalteter öffentlicher Raum, der die bauhistorische Qualität des Ortes bewahrt. Bis 2023 wurde die Dreikönigskirche in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt denkmalgerecht saniert. Seit Februar 2024 setzt zudem eine neue Fassadenbeleuchtung das Bauwerk auch in den Abendstunden wirkungsvoll in Szene.

Martin Hunscher, Leiter des Stadtplanungsamtes, ordnet die Bedeutung des Projekts ein: „Der Platz an der Dreikönigskirche zählt zu den bedeutendsten öffentlichen Räumen Sachsenhausens. Er ist ein wichtiger Begegnungsort und bildet zugleich den Vorplatz eines bedeutenden Kultur- und Baudenkmals. Mit der Neugestaltung schaffen wir auf rund 4000 Quadratmetern einen hochwertig gestalteten öffentlichen Raum, der der historischen Bedeutung dieses Ortes gerecht wird. Dank der engen Zusammenarbeit von Stadtplanungsamt, Amt für Straßenbau und Erschließung, Grünflächenamt und Denkmalamt wird zugleich die Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit für alle verbessert.“

Umbau für alle: barrierefrei, klimaangepasst und denkmalgerecht

Wesentlicher Bestandteil des Projektes war ein neuer barrierefreier Zugang zum deutlich höheren Eingangsniveau der Kirche. Mobilitätseingeschränkte Menschen gelangen künftig über eine integrierte Rampe am Nordeingang in die Kirche. Auch der Kirchenvorplatz – mit gesägtem, gut begehbarem Basaltnaturstein gepflastert – ist barrierefrei.

Rund um das Kirchengebäude entsteht ein Beet mit klimaresistenten Staudenarten, um das Mikroklima zu verbessern. Ausgewählt wurden robuste und anpassungsfähige Stauden, die farblich aufeinander abgestimmt und für Insekten als Lebensraum geeignet sind. Dazu zählen Astern, Anemonen, Duftnesseln, Schafgarbe und Bergenien.

In das Staudenbeet integrierte Bodenleuchten ergänzen die Illumination der Kirchenfassade. Die Baumscheiben der sechs großen Platanen vor dem Hauptportal werden vergrößert. Frisches Baumsubstrat wird eingearbeitet und eine Wurzelbelüftung durchgeführt, um eine gesunde Entwicklung der Bäume zu fördern.

Als Ersatz für die bereits gefällte Kastanie an der Westseite zwischen Sachsenhäuser Ufer und Färberstraße wird eine Linde, eine sogenannte „Greenspire“, gepflanzt. Die Fläche erhält zudem – auch als Maßnahme gegen Starkregenereignisse – einen offenen, wasserdurchlässigen Belag.

„Gerade weil der Platz als Ort der Begegnung bedeutend ist, sind Bäume essentiell, die Schatten spenden und das nahe Umfeld angenehm kühlen. Wir werden deshalb die Voraussetzungen für die sechs bestehenden Platanen verbessern, indem die angrenzende Asphaltdecke aufgebrochen und der Boden aufgelockert wird. Da auf Baustellen schweres Gerät im Einsatz ist, besteht die Gefahr, dass Bäume schnell durch ein ungewolltes Manöver zu Schaden kommen können. Es wurde deshalb extra ein baubegleitendes Sachverständigenbüro beauftragt, um den Schutz der Bäume zu überwachen. Die drei neuen Bäume werden in großzügig geschnittenen Pflanzflächen viel Platz für ein ordentliches Wachstum bekommen“, sagt Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen.

Die Sandsteinböschung sowie die Sandsteinmauer entlang der Dreikönigsstraße werden saniert. Darüber hinaus wird die Mauer durch zusätzliche Sandsteinelemente verlängert. So bleibt der charakteristische Bastionscharakter des Platzes an der Dreikönigskirche erhalten und wird weiter betont.

Auf der Ostseite wird der Vorplatz bis in die Oppenheimer Straße erweitert und mit Naturstein gepflastert. So wird der denkmalgeschützte Dreikönigsbrunnen künftig in die Platzfläche integriert. Der Brunnen wird denkmalgerecht restauriert und erhält eine neue Brunnenkammer. Ergänzend entsteht eine Sandsteinmauer, die den Kirchenvorplatz fasst und zugleich als Sitzgelegenheit dient. Zwei neu gepflanzte Linden, ebenfalls die Sorte „Greenspire“, spenden hier künftig Schatten und erhöhen die Aufenthaltsqualität.

Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Platzes an der Dreikönigskirche belaufen sich auf insgesamt 4,45 Millionen Euro.

Bauablauf und Verkehrsregelung Die Bauarbeiten erfolgen überwiegend unter Teilsperrungen. Rettungswege bleiben jederzeit frei. Gottesdienste und Veranstaltungen in der Dreikönigskirche können während der gesamten Bauzeit stattfinden. Das Sachsenhäuser Ufer in Höhe der Dreikönigskirche wird von Montag, 27. Juli, bis Januar 2028 je Fahrtrichtung einspurig befahrbar sein. Die Einbahnstraßenregelung in der Färberstraße und der Dreikönigsstraße bleibt bestehen. Die Zufahrt über die Oppenheimer Straße bleibt frei.

Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende, die Industrie- und Handelskammer Frankfurt sowie weitere betroffene Institutionen wurden bereits im Rahmen des Baustelleninformationsmanagements über das Vorhaben und den geplanten Ablauf informiert. Die Stadt Frankfurt bittet Anwohnerinnen und Anwohner, Besucherinnen und Besucher sowie Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die mit der Baumaßnahme verbundenen Einschränkungen. Mit Abschluss des Projekts gilt die gleiche Verkehrsführung wie vor den Bauarbeiten.