Frankfurt unterstützt die Wiederherstellung des Liebling Hauses in Tel Aviv-Yafo

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395.000 Euro für das bei einem Raketenangriff beschädigten Zentrums in der israelischen Partnerstadt

ffm. Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat beschlossen, die Partnerstadt Tel Aviv-Yafo beim Wiederaufbau des durch eine Rakete aus dem Iran beschädigten Liebling Hauses mit 395.000 Euro zu bezuschussen. Dies sei eine wesentliche Unterstützung für eine Institution, die sich für Kultur und Architektur auf der einen, aber auch für Zusammenkunft und Zusammenhalt auf der anderen Seite einsetzt. Der Beschluss muss am Donnerstag, 5. März, noch durch die Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden.

Oberbürgermeister Mike Josef sagt: „In Kriegs- und Krisenzeiten ist es wichtig, dass wir aktiv an der Seite unserer Partnerstädte stehen. Das Liebling Haus ist ein Vorzeigeprojekt der internationalen Zusammenarbeit. Es vereint wichtige Bereiche unserer Zusammenarbeit: Kultur, Stadtentwicklung und sozialer Zusammenhalt. Es ist daher selbstverständlich, dass wir unsere Partnerstadt bei der Instandsetzung dieses wichtigen Kulturzentrums unterstützen. Das ist Ausdruck unserer Solidarität und unserer aktiv gelebten Städtepartnerschaft. Ich bin zuversichtlich, dass die Stadtverordneten unsere Entscheidung bestätigen und damit die in der Resolution vom 2. November 2023 beschlossene Unterstützung der Partnerschaft in die Tat umsetzen.“

Das Liebling Haus wurde in Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung Tel Aviv-Yafo und dem deutschen Bundesbauministerium gegründet und liegt an einer historisch und kulturell bedeutenden Schnittstelle im Herzen von Tel Aviv am Bialik Platz.

Das Zentrum widmet sich der Förderung von Architektur, Denkmalpflege und Stadtentwicklung mit besonderem Schwerpunkt auf moderner Architektur. Als urbanes Gemeinschaftszentrum stärkt das Liebling Haus den lokalen und internationalen Dialog sowie die Zusammenarbeit in den Bereichen Denkmalpflege, Architekturforschung, berufliche Weiterbildung und Wissensvermittlung.

Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen, betont: „Das Liebling Haus steht für ein architektonisches und kulturelles Erbe, das Tel Aviv-Yafo und Frankfurt in besonderer Weise verbindet. Die ‚Weiße Stadt‘ und die Siedlungen des Neuen Frankfurt entstanden aus ähnlichen Ideen einer sachlichen, sozialen und internationalen Moderne. Beide Orte sind geprägt von Architektinnen und Architekten, die in den 1920er- und 1930er-Jahren unter dem Einfluss des Bauhauses für eine offene, internationale Baukultur standen. Als offenes Haus für Austausch, Nachbarschaft und Ausstellungen macht das Liebling Haus diese Geschichte bis heute erlebbar. Deshalb ist es uns ein wichtiges Anliegen, diesen Ort nach der Zerstörung wiederherzustellen und dauerhaft zugänglich zu machen.“

Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, ergänzt: „Unsere Städtepartnerschaft mit Tel Aviv-Yafo zeichnet sich aus durch Austausch, Freundschaft und gegenseitigen Respekt. Sie ist vor allem geprägt durch die persönliche Begegnung von Menschen. Das Liebling Haus erfüllt eine wichtige Funktion für den Zusammenhalt in unserer Partnerstadt. Daher ist es ein wichtiges Zeichen, dass Frankfurt auch in Kriegs- und Krisenzeiten an der Seite seiner Partnerstadt steht und den kontinuierlichen Austausch fördert.“

Ron Huldai, Bürgermeister von Tel Aviv-Yafo, sagt: „Die Unterstützung der Stadt Frankfurt für die Renovierung des Liebling Haus – gegründet von der Tel Aviv Foundation in Zusammenarbeit mit der deutschen Regierung – nach den Schäden durch den zwölftägigen Krieg mit dem Iran im Juni 2025 spiegelt die Tiefe der langjährigen Partnerschaft zwischen Tel Aviv-Yafo und Frankfurt wider. In einer Zeit, die von Unsicherheit und Verlust geprägt war, trug die sofortige und großzügige Entscheidung von Oberbürgermeister Mike Josef und dem Magistrat nicht nur zur Wiederherstellung des Liebling Hauses bei, sondern auch zur Stärkung des sozialen und städtischen Gefüges in Tel Aviv-Yafo.“ Über die Städtepartnerschaft sagt Ron Huldai ergänzend: „Die vor mehr als 45 Jahren begründete, besonders innige Partnerschaft zwischen Tel Aviv-Yafo und Frankfurt basiert auf gemeinsamen Werten und einer engen Zusammenarbeit in den Bereichen Denkmalschutz, Stadtplanung und nachhaltiger Entwicklung, um nur einige zu nennen. Dieser Akt der Solidarität hat eine zusätzliche Bedeutung und unterstreicht, dass Städtepartnerschaften sich nicht nur auf Erfahrungsaustausch konzentrieren, sondern sich vielmehr gegenseitige Verantwortung, Solidarität praktizieren, daraus entsteht die Verpflichtung, in schwierigen Zeiten zusammenzustehen.“

Huldai würdigt zudem den Einsatz von Frankfurts Stadtoberhaupt: „Ich möchte meinem Freund, Oberbürgermeister Mike Josef, mit dem ich gemeinsam den Vorsitz der Tel Aviv Foundation e. V. in Frankfurt inne habe, meine tiefe Dankbarkeit und Wertschätzung für sein kontinuierliches Engagement, seine Freundschaft und seine unerschütterliche Unterstützung über die Jahre hinweg aussprechen – insbesondere seit Beginn des Krieges am 7. Oktober 2023.“