Frauen zwischen Ost und Jetzt

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Kostenfreie Veranstaltungsreihe zum Tag der Deutschen Einheit im Rahmen von „Jazz zum Dritten“ auf dem Römerberg

ffm. Am Samstag, 3. Oktober, ist Tag der Deutschen Einheit. Gemeinsam mit der Tourismus- und Congress GmbH Frankfurt am Main (TCF) macht die Volkshochschule (VHS) Frankfurt auch 2026 wieder das Zusammenwachsen von Ost und West zum Thema – im Stadthaus, dem Herzen der neuen Altstadt. Das Motto der diesjährigen Veranstaltungsreihe heißt: „Frauen zwischen Ost und Jetzt“. Damit erweitern TCF und VHS das Bürgerfest „Jazz zum Dritten“ von Samstag,3., bis Sonntag, 4. Oktober, um eine weitere Facette.

Insgesamt sind am 3. und 4. Oktober drei Veranstaltungen geplant, darunter die Mitmach-Lesung „Die Feuerbälle“ mit der Kinderbuchautorin Juliane Breinl. Die Geschichte rund um fünf Kinder im Leipzig der 1980er Jahre ist zugleich der diesjährige Beitrag von TCF und VHS für den Aktionstag „Türen auf mit der Maus“.

Auch bei den anderen beiden Veranstaltungen stehen weibliche Perspektiven auf die Teilung und deren Überwindung im Mittelpunkt. Das Theaterstück „Monika Haeger – Inside Stasi“ erzählt die Geschichte der DDR aus Sicht einer ehemaligen Stasi-Agentin und konfrontiert sie mit den Schicksalen ihrer Opfer. Bei „Zwischen den Zeilen“ geht es um die unterschiedlichen Biografien von Frauen in Ost und West. Ausgangspunkt ist die Anthologie „Ost*West*frau*“ von Franziska Hauser und Maren Wurster.

Die Veranstaltungen in der Übersicht:

Juliane Breinl: Die Feuerbälle – Mitmach-Lesung für Kinder: Samstag, 3. Oktober, 14.30 bis 16 Uhr, Kursnummer 0730-48

Die Lesung entführt die Leserin und den Leser ins Leipzig der 1980er Jahre. Fünf Kinder, eine Bande, ein Geheimnis: Wer steckt hinter dem rätselhaften „Kohle", der in einem Abrisshaus lebt? Und was passiert mit Tobias, als seine Eltern einen Ausreiseantrag stellen? Gemeinsam mit der Autorin Juliane Breinl gehen kleine und große Entdecker auf Spurensuche. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Aktionstags „Türen auf mit der Maus“ statt.

Zwischen den Zeilen der Einheit: Lesung und Gespräch: Samstag, 3. Oktober, 19 bis 20.30 Uhr, Kursnummer 0730-49

Was bedeutet es, als Frau in Ost- oder Westdeutschland aufgewachsen zu sein? Welche Erfahrungen prägen unser Verständnis von Liebe, Familie, Mutterschaft und Selbstbestimmung – und welche Bilder halten sich bis heute hartnäckig? Ausgehend von diesen Fragen entstand die von Franziska Hauser und Maren Wurster herausgegebene Anthologie "Ost*West*frau", herausgegeben von der Frankfurter Verlagsanstalt. Gemeinsam mit einer der Autorinnen, Olga Hohmann, liest Franziska Hauser aus dem Buch. Im anschließenden Gespräch geht es um dessen Entstehung – und die Frage, warum die Auseinandersetzung mit Ost und West noch immer aktuell ist.

Monika Haeger – Inside Stasi: Sonntag, 4. Oktober, 16 bis 18 Uhr, Kursnummer 0730-50

Bei dieser Veranstaltung wird das Stadthaus zur Bühne. Das außergewöhnliche Theaterstück „Monika Haeger – Inside Stasi“ arbeitet mit authentischem Material – und zwar mit „Täterwissen“. Im Mittelpunkt steht eine inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi. Ihre Methoden: Verrat, Betrug und Lügen. Autorin Nicole Heinrich, die auch Regie führt, und Schauspielerin Anja Kimmelmann stellen sich nach der Aufführung den Fragen des Publikums.

Mehr Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden sich unter vhs.frankfurt.de/einheit . Um kostenfreie Anmeldung mit der jeweiligen Kursnummer unter vhs.frankfurt.de  wird gebeten. Die Veranstaltungen werden von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Bildungsdezernentin Weber: „Friedliche Revolution 1989 ohne Frauen nicht denkbar“

„Die Friedliche Revolution 1989 wäre ohne starke und engagierte Bürgerrechtlerinnen nicht denkbar gewesen“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Engagierte Frauen wie Bärbel Bohley, Petra Lux oder Regine Hildebrandt haben möglich gemacht, was lange unmöglich schien: ein freies, demokratisches und vereintes Deutschland. Mit der Reihe ‚Frauen zwischen Ost und Jetzt‘ zollt die VHS diesen Heldinnen Tribut – und gibt starken Frauen der jüngeren Generationen eine Bühne.“

„In den Geschichtsbüchern sind Frauen oft nur Randfiguren“, sagt VHS-Direktor Danijel Dejanović. „Nicht weil sie keine Rolle spielen, sondern weil die Autoren meist Männer sind. Zum Tag der Deutschen Einheit wollen wir bewusst einen Kontrapunkt setzen. Wir wollen zeigen: Frauen sind kein Beiwerk. Sie sind Macherinnen, Vordenkerinnen – und Architektinnen unserer Zukunft.“

Für TCF-Geschäftsführer Thomas Feda ist die VHS-Reihe eine gute Ergänzung zu „Jazz zum Dritten“: „Jazz verbindet – das zeigt schon ein Blick auf unser Line-up: Tom Gaebel & his Orchestra sind praktisch das ganze Jahr auf Tour – jetzt kommt einer der bekanntesten Jazz-Musiker Deutschlands endlich nach Frankfurt. Georgia Cécile gehört zur neuen britischen Jazzszene und verknüpft modernen Soul mit einer gefühlvollen Stimme und charismatischer Bühnenpräsenz, während Louis Matute Fusion-Jazz mit Flamenco und lateinamerikanischen Klängen mischt. Diese Offenheit für andere Perspektiven zeichnet auch die Reihe im Stadthaus aus.

Foto

VHS-Direktor Danijel Dejanović, Copyright: VHS Frankfurt, Foto: Peter Jülich 

Kinderbuchautorin Juliane Breinl, Copyright: Barbara Andres