Germania-Statue: Lösung vereinbart
Germania-Statue / Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt – Denkmalarchiv/Julia Ludwar
Im Jahr 2003 beauftragte die Wissenschaftsstadt Darmstadt die Restaurierung der über 120 Jahre alten Germania-Statue bei der Steinbildhauermeisterin Ruth Andres und ihrem Kollegen Andreas Heimbrock. Die rund 1,60 Meter hohe Gipsplastik erinnert seit 1899 im Stadtteil Eberstadt an die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Witterungsschäden hatten 2003 die Anfertigung einer Bronzekopie nötig gemacht, die heute an der Heidelberger Landstraße/Ecke Seeheimer Straße steht.Das restaurierte Original sollte danach im Eberstädter Rathaus aufgestellt werden. Es wurde jedoch nicht abgeholt und stand über zwei Jahrzehnte – abgedeckt und trocken gelagert – in der Arheilger Werkstatt von Ruth Andres. Nachdem die Stadt bei internen Recherchen erneut auf die Figur aufmerksam wurde, stellte Andres die Lagerkosten für 23 Jahre in Rechnung und bat um eine geordnete Abholung.Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz hat am Mittwochnachmittag mit Ruth Andres telefoniert und mitgeteilt, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt die Lagerkosten übernimmt: 276 Monate zu acht Euro pro Quadratmeter und Monat, insgesamt 2.627,52 Euro. Die Zahlung erfolgt ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.Zudem hat der Oberbürgermeister einen Besuch der Werkstatt Anfang kommender Woche in Arheilgen vereinbart, um sich ein Bild von der Statue zu machen. Die Zwischenlagerung erfolgt im Kunstdepot der Wissenschaftsstadt Darmstadt, bis sie voraussichtlich bis 2027 einen neuen Standort im Eberstädter Rathaus erhalten soll.„Wir danken Ruth Andres und Andreas Heimbrock, dass sie die Statue all die Jahre so sorgfältig behütet haben. Manchmal dauern die Dinge etwas länger", so Oberbürgermeister Hanno Benz vor seinem mit Ruth Andres vereinbarten Werkstattbesuch in Arheilgen etwas augenzwinkernd.