Goethe-Preis 2026: Schriftstellerin Shida Bazyar hält die Laudatio auf Uwe Timm

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Am Freitag, 28. August, verleiht die Stadt Frankfurt am Main den mit 50.000 Euro dotierten Goethe-Preis 2026 an den Schriftsteller Uwe Timm. Ausgezeichnet wird er, so das Kuratorium, „für sein reiches und vielfältiges Werk, das wie dasjenige Goethes von tiefster Humanität geprägt ist und weltumspannend die Möglichkeiten der Literatur auslotet“.

Bürgerinnen und Bürger bei Preisverleihung willkommen

Die feierliche Preisverleihung findet am Freitag, 28. August, um 16 Uhr in der Paulskirche statt. Die Urkunde überreicht Oberbürgermeister Mike Josef. Die Laudatio auf Uwe Timm hält die Schriftstellerin Shida Bazyar. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von Anne-Sophie Bertrand an der Harfe.

Die Preisverleihung steht interessierten Bürgerinnen und Bürgern offen. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist bis spätestens Dienstag, 25. August, unter Goethe-Preis 2026 – Stadt Frankfurt  erforderlich. 

Über den Preisträger Uwe Timm, geboren 1940 in Hamburg, studierte Philosophie und Germanistik in München und an der Sorbonne Université in Paris. Von 1967 bis 1969 war er im Sozialistischen Deutschen Studentenbund aktiv und beteiligte sich an der Besetzung der Münchener Universität. 1974 erschien Timms Debütroman „Heißer Sommer“, ein literarisches Zeugnis der 68er-Revolte, das viel Aufmerksamkeit fand. Große Erfolge feierte Timm Anfang der 1990er Jahre mit der Novelle „Die Entdeckung der Currywurst“, die mehrfach übersetzt und 2008 verfilmt wurde. 2003 erschien die autobiografische Erzählung „Am Beispiel meines Bruders“, die eine Diskussion über die deutsche Erinnerungskultur und den Nationalsozialismus auslöste. Auf große Resonanz stieß auch die Erzählung „Der Freund und der Fremde“ aus dem Jahr 2005, in der Timm die Geschichte seiner Freundschaft zu Benno Ohnesorg verarbeitete. Neben zahlreichen Romanen und Erzählungen verfasste Timm auch Lyrik, Hörspiele, Filmdrehbücher sowie Kinder- und Jugendbücher. Sein Kinderbuch „Rennschwein Rudi Rüssel“ wurde 1990 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und 1995 verfilmt. Zuletzt erschien 2023 „Alle meine Geister“. Uwe Timms Werke wurden mehrfach übersetzt und vielfach ausgezeichnet.

Über die Laudatorin Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ aus dem Jahr 2016 wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis, außerdem war er für den International Booker Prize nominiert. „Drei Kameradinnen“ folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt. Demnächst erscheint ihr Roman „Die Lücken“. 

Über den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main Der Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main wird alle drei Jahre am 28. August, dem Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe verliehen – an eine Persönlichkeit, „die durch ihr Schaffen bereits zur Geltung gelangt und deren schöpferisches Wirken einer dem Andenken Goethes gewidmeten Ehrung würdig ist“. Der Goethe-Preis wird in der Paulskirche durch den Oberbürgermeister überreicht, ist mit 50.000 Euro dotiert und eine der renommiertesten Frankfurter Auszeichnungen.

Das Kuratorium setzt sich in diesem Jahr neben den ständigen Mitgliedern aus dem Schriftsteller Eckhart Nickel, der Dichterin Nadja Küchenmeister und Prof. Meron Mendel, Pädagoge, Publizist und Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, zusammen.

Die letzten Preisträgerinnen und Preisträger waren 2023 Barbara Honigmann, 2020 Dževad Karahasan, 2017 Ariane Mnouchkine und 2014 Peter von Matt. Frühere Preisträger waren unter anderem Sigmund Freud (1930), Hermann Hesse (1946) und Thomas Mann (1949). Erster Preisträger war im Jahr 1927 Stefan George.

Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232 , Mobil 0171/1769719 , E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de