HEAG mobilo stattet über 60 Straßenbahnhaltepunkte mit Bahnsteigerhöhungen aus
Für leichteren Ein- und Ausstieg: HEAG mobilo stattet über 60 Straßenbahnhaltepunkte mit Bahnsteigerhöhungen aus. Quelle: HEAG mobilo
In diesem Sommer hat das Verkehrsunternehmen an 63 Haltepunkten in ihrem Liniennetz Bahnsteigerhöhungen eingebaut, die das vertikale Spaltmaß zwischen Straßenbahn und Bahnsteig weiter verringern und Fahrgästen den Ein- und Ausstieg damit erleichtern. Bereits in den Jahren 2022 und 2023 hatte die HEAG mobilo zunächst 16 solcher Erhöhungen an den Haltestellen „Merck-Stadion“, „Borsdorffstraße“, „Kranichstein Bahnhof“, „Schloß“, „Waldspirale“, „Landskronstraße“, „Hans-Karl-Platz/Am Markt“ sowie „Berliner Allee“ getestet. Nach den erfolgreichen Langzeittests werden nun insgesamt 63 Haltepunkte in der Wissenschaftsstadt Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit den Bahnsteigerhöhungen ausgestattet.Mobilitätseingeschränkten Menschen entgegenkommenIn Darmstadt sind insgesamt 131 von 168 Straßenbahnhaltepunkten mit Hochborden versehen, von denen wiederum 79 jetzt eine solche Erhöhung haben. „Barrierefreiheit bedeutet Teilhabe und die wird durch diese Einbauten noch erhöht. Ich freue mich, dass die HEAG mobilo nach den ersten erfolgreichen Tests diese praktikable Lösung jetzt auf viele weitere Haltestellen ausgedehnt hat“, erklärt Paul Georg Wandrey, Verkehrsdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg befanden sich zwei Erhöhungen bereits in Griesheim an der Haltestelle „Hans-Karl-Platz / Am Markt“, nun kommen 10 weitere an 6 Haltestellen in Seeheim-Jugenheim sowie in Alsbach-Hähnlein hinzu. „Im Landkreis haben wir die erfreuliche Situation, dass bereits alle Straßenbahnhaltestellen über ein Hochbord verfügen. Mit den zusätzlichen Erhöhungen kommen wir Menschen mit Mobilitätseinschränkungen im wörtlichen Sinne noch weiter entgegen“, unterstreicht Lutz Köhler, ÖPNV-Dezernent und Vize-Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg.Ein deutlicher Schritt nach vorneDer Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Fahrzeug variiert je nach Anzahl der Fahrgäste im Fahrzeug und dem Zustand der Radreifen und des Gleises und kann damit für mobilitätseingeschränkte Menschen trotz des Hochbords ein Hindernis beim Ein- und Ausstieg aus dem Fahrzeug darstellen. „Die variable Lage einer Straßenbahn im Gleis oder auch eines Busses auf der Straße unterscheiden Verkehrsmittel von einem Aufzug im Einkaufszentrum – eine ganz typische Herausforderung im ÖPNV. Es bleibt uns wichtig, unser Angebot so barrierearm wie möglich zu gestalten. Ich freue mich, dass wir diese Lösung nun noch mehr Fahrgästen anbieten können und einen deutlichen Schritt nach vorne geschafft haben“, sagt Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo. Die Bahnsteigerhöhungen befinden sich jeweils an der vorderen großen Tür der Straßenbahnen und damit auch auf Höhe der entsprechenden Plätze für Rollstühle und Kinderwagen im Fahrzeug. Sie sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff hergestellt und damit sowohl rutschfest als auch widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse.Auch an anderen Stellen in ihrem Liniennetz arbeiten die Kommunen und die HEAG mobilo an der Barrierefreiheit: An der Haltestelle Böllenfalltor, die wegen der Kurvenlage und der räumlichen Verhältnisse nicht komplett barrierefrei ausgebaut werden kann, wurde 2024 ein Einstiegspodest errichtet. Dieses ist mit 24 Zentimetern bereits höher als die Hochborde an anderen Haltestellen und auf einer ähnlichen Höhe wie die jetzt installierten Einstiegshilfen. Umfangreiche Baumaßnahmen für einen barrierefreien Zustieg zu den Bussen dort sind in Vorbereitung. In Bessungen wird in diesem Herbst die Haltestelle „Goethestraße“ neu eröffnet, hier baut die HEAG mobilo aktuell die Hochborde direkt auf eine Höhe von 25 Zentimetern. Künftig plant das Verkehrsunternehmen, weitere Haltestellen mit Bahnsteigerhöhungen auszustatten oder gleich höher zu errichten, sofern die räumlichen Gegebenheiten, wie zum Beispiel die Breite des Bahnsteigs es zulassen.Etwa die Hälfte der Straßenbahnhaltestellen ist damit jetzt so ausgerüstet, dass mobilitätseingeschränkte Menschen das Fahrzeug ohne fremde Hilfe erreichen können. An den anderen Haltestellen unterstützen die Fahrerinnen und Fahrer nach Möglichkeit beim Ein- und Aussteigen, soweit die Klapprampen nicht durch Begleitpersonen bedient werden.