Hochdrucksanierung sorgt für eine sichere und komfortable Straße Am Erlenbruch

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Wochenend- und Nachteinsatz im Frankfurter Osten

ffm. Die Stadt Frankfurt am Main hat von Samstag, 30. Mai, 22 Uhr, bis Montag, 1. Juni, 5 Uhr, die Fahrbahndecke der Straße Am Erlenbruch saniert. Betroffen war der Abschnitt zwischen der Brücke der A661 und der Rümelinstraße. Auf rund 500 Metern Länge wurden dabei etwa 4000 Quadratmeter Fahrbahn erneuert. Damit hat das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) den am stärksten geschädigten Abschnitt dieser wichtigen Verkehrsachse im Frankfurter Osten instandgesetzt. Innerhalb von nur 31 Stunden konnte die Fahrbahn unter Hochdruck wieder leistungsfähig gemacht werden. Das ASE bündelte die Arbeiten in einem kompakten Zeitraum und hielt die Einschränkungen für Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer dadurch so gering wie möglich.

Effiziente Logistik für den Asphalteinbau

Mehrere Kolonnen arbeiteten im Rahmen der Intensivmaßnahme parallel im Schichtbetrieb, unter anderem mit Großfräsen, Straßenfertigern und Walzenzügen. Zunächst wurde die beschädigte Asphaltdeckschicht großflächig abgefräst. Ein Teil des ausgebauten Materials wurde in Mischwerken zu Asphaltgranulat aufbereitet. Im Abschnitt Am Erlenbruch wurden rund 20 Prozent recycelten Asphalts anderer Baumaßnahmen dem Straßenbau wieder zugeführt. Der Einbaudruck erforderte eine kontinuierliche Bereitstellung außergewöhnlich hoher Asphaltmengen direkt an der Baustelle. Deshalb wurde das Material im Asphaltmischwerk vorproduziert und im sogenannten Heißtransport mit thermoisolierten Sattelzügen im Pendelverkehr zur Baustelle gebracht. Dort übernahmen Straßenbauer den Einbau des Asphalts, während mehrere Walzenzüge die noch heiße Masse Schritt für Schritt verdichteten. So entstand ohne Unterbrechung des Bauablaufs eine neue, belastbare Fahrbahn. [Bild: Zwei Fertiger stehen bei den Arbeiten auf der Straße Am Erlenbruch nebeneinander, um die Sanierung schneller voranzutreiben, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos ] Auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt wurden etwa 1200 Tonnen Asphaltdeck- und Binderschicht eingebaut. Dabei kam temperaturabgesenktes Asphaltmischgut mit einer Einbautemperatur von 150 Grad zum Einsatz – statt des bislang üblichen, rund 180 Grad heißen Asphalts. Dadurch wurden die Arbeiterinnen und Arbeiter auf der Baustelle spürbar entlastet, zugleich konnte der CO2-Ausstoß um etwa vier Tonnen reduziert werden. Ein weiterer Vorteil: Durch die kürzere Abkühlzeit stand die Straße den Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmern schneller wieder zur Verfügung.

Die neue Asphaltdeckschicht bildet die Oberfläche der Straße und sorgt für Griffigkeit, Lärmreduktion und Wasserableitung. Die darunterliegende Binderschicht nimmt Scherkräfte auf und stabilisiert den gesamten Straßenkörper. Im Rahmen der Sanierung wurden außerdem Sinkkästen und Schachtabdeckungen reguliert sowie Naturbordsteine angepasst.

Nachhaltige Sanierung statt weiterer Provisorien

In der Straße Am Erlenbruch sind in den vergangenen Jahren mehrfach provisorische Reparaturen durchgeführt worden. Zunehmend wurden jedoch Schäden sichtbar, die bereits auf Belastungen im unteren Straßenaufbau hindeuteten. Im Winter 2025/26 verschlechterten starke Frost-Tau-Wechsel die Situation zusätzlich. Auch die Schadensmeldungen aus der Bevölkerung nahmen zu und bestätigten den schlechten Zustand der Fahrbahndecke. Angesichts der weiterhin bestehenden planerischen und terminlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Projekt Riederwaldtunnel – zuletzt dokumentiert durch das Planänderungsverfahren 2025 – nutzt die Stadt die aktuelle Bausaison, um die dringend notwendigen Infrastrukturarbeiten umzusetzen.

„Durch die wiederholten Verzögerungen beim Tunnelprojekt ist die Situation auf der Straße untragbar geworden, weiter abzuwarten war nicht mehr verantwortbar“, erklärte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. „Grundsätzlich versuchen wir immer Infrastrukturprojekte zu bündeln und Synergien zu nutzen – so wie es im Zusammenspiel mit dem Tunnelprojekt vorgesehen war. Aber Verkehrssicherheit hat immer Priorität.“

ASE-Amtsleiterin Michaela C. Kraft ergänzte: „Viele kleinere Reparaturen sind langfristig oft kostenintensiver als eine gezielte vorbeugende Sanierung eines größeren Abschnitts. Die neue Asphaltdecke stellt sicher, dass die Substanz des Straßenunterbaus – also der aufwendigste Teil im Straßenbau – nicht weiter geschädigt wird. Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis während der Einschränkungen an diesem Wochenende.“

Thomas Möller, Leiter der ASE-Straßenunterhaltung, erklärte: „Mit dieser Intensivmethode können stark belastete Straßen wie Am Erlenbruch innerhalb kurzer Zeit wieder für mehrere Jahre leistungsfähig gemacht werden. Dieses Konzept wollen wir künftig verstärkt auch an weiteren Verkehrsschwerpunkten einsetzen. Wichtig bleibt dabei immer, die Betroffenen frühzeitig einzubinden und transparent zu informieren.“

Siefert lobte die Art der Sanierung: „Es war beeindruckend zu sehen, in welcher Powertaktung hier über das gesamte Wochenende gearbeitet wurde. Was die Kolleginnen und Kollegen im Schichtbetrieb innerhalb weniger Stunden geleistet haben, verdient großen Respekt.“



Bei den Arbeiten handelte es sich ausdrücklich nicht um die endgültige grundhafte Erneuerung dieses Straßenabschnitts, sondern um eine notwendige Sanierung der Fahrbahndecke zur Sicherung der Funktionsfähigkeit der wichtigen Verkehrsachse bis zur späteren Gesamtmaßnahme.

Die Kosten der Sanierungsmaßnahme beliefen sich auf rund 500.000 Euro.

Hintergrund der Maßnahme Die heutige Belastungssituation der Straße Am Erlenbruch entwickelte sich über viele Jahre. Bereits seit den 1990er-Jahren ist der Bereich eng mit den Planungen rund um den Riederwaldtunnel verbunden. Gleichzeitig hat die Verkehrsbelastung kontinuierlich zugenommen. Maßgeblich hierfür sind unter anderem die gewachsene Bedeutung der großflächigen Einzelhandels- und Gewerbestandorte entlang der Borsigallee – insbesondere rund um das Hessen-Center und die angrenzenden Fachmarkt- und Gewerbeflächen – sowie die Zunahme von Liefer-, Logistik- und Kundenverkehren im Frankfurter Osten.

Auch der Pendlerverkehr zwischen den östlichen Stadtteilen Frankfurts, dem Main-Kinzig-Kreis und der Innenstadt ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen. Die Straße Am Erlenbruch übernimmt dabei eine wichtige Verbindungsfunktion zwischen den Stadtteilen Seckbach, Riederwald und Bornheim sowie den Anschlüssen an die A661. Zusätzliche Belastungen entstehen immer wieder durch Baustellen- und Umleitungsverkehre im Zusammenhang mit Infrastrukturmaßnahmen im Frankfurter Osten und auf den umliegenden Autobahnen.

Fotos Nacht- und Wochendendeinsatz im Osten Frankfurts: Rund 1200 Tonnen geschädigten Asphalts wurden von einer Hightech-Großfräse zwischen Rümelinstraße und der Brücke der A661 über Nacht abgefräst, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert bringt mit dem Fertiger die Binderschicht auf den Untergrund auf. Sie ist grobkörniger, als die Asphaltdecke, die final aufgetragen wird und bietet eine glatte und komfortable neue Fahrbahn bietet, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Zwei Fertiger bringen nebeneinander unter Hochdruck die Schichten für die neue Fahrbahn auf, damit zum Wochenstart der Verkehr läuft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Sie waren bei den Sanierungsarbeiten (v.l.): Panogiotis Goutzivelakis, Sachgebietsleiter, Michaela C. Kraft, scheidende Amtsleiterin ASE, Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert, Eike Rothauge, neuer Amtsleiter ASE, Thomas Möller, Leiter Straßenunterhaltung beim ASE, und Manpreet Singh, Projektleiter, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos 

Stehen vor zwei thermoisolierten Sattelschleppern mit Asphaltgut auf dem noch nicht asphaltierten Pflaster der abgefrästen Straße (v.l.): Michaela C. Kraft, scheidende Amtsleiterin ASE, Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert, Eike Rothauge, neuer Amtsleiter ASE, Thomas Möller, Leiter Straßenunterhaltung ASE, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Isaak Papadopoulos