Hülya-Tag: Erinnern (nicht nur) an Solingen

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Am Jahrestag des rassistischen Anschlags ruft ein breites Bündnis zum Gedenken an die Opfer auf

ffm. Am 29. Mai 1993 wurde in Solingen die aus der Türkei stammende Familie Genç Opfer eines Brandanschlages von vier jungen Neonazis. Zwei Frauen und drei Mädchen, darunter die 9-jährige Hülya, starben. Vierzehn weitere Familienmitglieder erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen. Der Solinger Anschlag war 1993 der Höhepunkt einer Welle rassistischer Anschläge auf Migrantinnen und Migranten in Deutschland. 1998 wurde in Bockenheim mit dem Hülya-Platz am Ende der Leipziger Straße zum ersten Mal ein Platz nach einem Opfer von Neonazis benannt.

Dort wird an jedem Jahrestag, dem Hülya-Tag, der Opfer dieses Anschlags sowie weiterer Opfer von rassistischen Angriffen gedacht. Zu dem Gedenken am Freitag, 29. Mai, um 17 Uhr ruft ein Bündnis aus mehr als einem Dutzend Vereinen und Organisationen auf. Schirmfrau ist Bürgermeisterin und Diversitätsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg.

Weitere Rednerinnen und Redner sind unter anderem Doğuş Albayrak vom Verein Tuğçe Albayrak, Marion Kneesch, Ortsvorsteherin des Ortsbeirats 2, der KAV-Vorsitzende Jumas Medoff, Tobias Wunsch von der IG Metall, Timmo Scherenberg vom Hessischen Flüchtlingsrat, Landesschüler*innen-Sprecherin Sunena Akbar sowie Zeliha Dikmen vom Verein Türkisches Volkshaus Frankfurt.

Die Theatergruppe des Internationalen Jugendverbands wird Gedichte vortragen, es singt der Chor des Migrantinnenvereins Frankfurt.

Aus Sicht von Bürgermeisterin Eskandari-Grünberg ist das Gedenken heute wichtiger denn je: „Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Solingen-Anschlag erleben wir erneut eine Zeit der gesellschaftlichen Verrohung. Eine Zeit, in der die Würde von Menschen wieder infrage gestellt wird. Eine Zeit, in der rassistische, antisemitische und menschenfeindliche Sprache normalisiert wird. Aber unsere Antwort darauf darf nicht nur Empörung sein. Unsere Antwort muss Haltung sein, Konsequenz, Solidarität und demokratischer Mut.“