„Im Modus der Serie“: Museum Angewandte Kunst zeigt Ausstellung zu Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Das Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main hat am Donnerstag, 23. Juli, bei einer Pressekonferenz die Ausstellung „Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design“ vorgestellt. Die Ausstellung läuft von Freitag, 24. Juli, bis Sonntag, 18. Oktober.

Serien eröffnen ein Spiel der Nuancen und Differenzen; der Redundanzen und Wiederholungen. Jede begonnene Serie lässt sich durch ähnliche Gegenstände erweitern. Gegenstände, die im Modus der Serialität erdacht, erzeugt, rezipiert oder konsumiert werden, verweisen stets auf verwandte Gegenstände der gleichen Serie. Doch was genau macht die Serie zur Serie? Welche Bedeutung hat Serialität für die Gestaltung von Alltagswelten und an welchen Stellen erlaubt die Serie individuelle Anpassungen? Die Ausstellung „Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design“ möchte neue Zugänge zum Themenfeld der Serialität anbieten. Es werden serielle Strategien und Verfahren in den Blick genommen, um Potentiale wie auch Grenzen von Serialität aufzuzeigen.

Während 20 Fallstudien von Studierenden der RWTH Aachen University zu herausragenden Beispielen im Bauen anhand von Bildern, Plänen und Modellen dem Publikum zugänglich gemacht werden, zeigen sechs Studien von Studierenden der HfG Offenbach die Auseinandersetzung mit dem Thema im Bereich des Produkt-, Kommunikations- und Interieurdesigns. Sie erzählen über das Paradoxon der seriellen Handarbeit und die Möglichkeiten additiver Fertigung in der seriellen Rennradschuhproduktion, behandeln Referenzen im Interieurdesign und der Schriftgestaltung im „Neuen Frankfurt“ der 1920er-Jahre oder lassen das von König Sejong 1443 entwickelte Hangul, das Schriftsystem der koreanischen Sprache, als generatives System verstehen. Diese Studien stehen exemplarisch für die Vorzüge, Chancen und Widersprüche serieller Gestaltung und Produktion und wollen daran erinnern, dass jede Serie nicht nur Produkte hervorbringt, sondern auch Vorstellungen davon, wie wir leben wollen.

Besucherinnen und Besucher können so einerseits Erfindungen, Produktinnovationen und Herstellungsverfahren kennenlernen, die in ihrer Gesamtschau technikgeschichtliche Entwicklungslinien nachvollziehbar machen, und andererseits aktuelle kritische Auseinandersetzungen im Bereich des Designs entdecken.

Die Ausstellung wird von Prof. Axel Sowa kuratiert, der von Florian Eschner und dem Team des Lehr- und Forschungsgebiets Architekturtheorie und Studierenden der RWTH Aachen University unterstützt wird. Sie entsteht in Kooperation mit Studierenden der HfG Offenbach unter Leitung von Prof. Matthias Wagner K., Direktor des Museum Angewandte Kunst . Prof. Norbert Hanenberg hat mit Studierenden der TH Gießen zur Entwicklung der Ausstellungsmöbel beigetragen.

Die Studierenden der RWTH Aachen University: Leonie Adler, Mathea Alef, Johannes Bergerfurth, Amalia Beveridge, Jana Bušová, Anastasia Certan, Indiana Courarie-Delage, Finn Eicke, Tim Engel, Ferdinand Feldkamp, Anna-Lena Feldmann, Deniz Gleiss, David Goretzki, Suna Gönenç, Jan Günther, Niklas Haderlein, Wilma Heitmann, Tobias Heyn, Kyra Jacobi, Marie Kunz, Finn Merchak, Lara Milad Ali Amin, Marcus Müller, Mayu Oenoki, Denis Plotnikov, Piet Rehermann, Fynn Rüdiger, Vasilia Savvidou, Greta Schnorrenberg, Meret Schwarze, Lena Siebrecht, Johannes Sieben, Louis Seyler, Elias Tschirch, Isabella Freiin von Cornberg-Freiin von Flotow.

Die Studierenden der HfG Offenbach: Kasimir Bamberger, Lorenzo Carella, Anna Koitschev, Lukas Lange, Song Yeon Lee, Lea Matthia Michler, Aranza Velasco Sanchez. Die Studierenden der Technischen Hochschule Mittelhessen, THM Giessen: Armen Demirci, Paul Gessner, Maxine Götz, Madita Herrmann, Simon Hildebrand, Leon Lenz, Noris Neuland.

Die Ausstellung wird gefördert von der Wüstenrot Stiftung, der Else Kröner Fresenius Stiftung, dem Informationszentrum Beton, der B&O Bau GmbH und der Pacarada Group.  Partner sind das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, die THM Gießen, die RWTH Aachen University und die Frankfurter Stiftung urban future forum e.V.

Die Serienparlamente Die Ausstellung „Im Modus der Serie“ ist auch ein Beitrag zu einer aktuellen Diskussion. Heute taucht der Begriff der Serialität erneut als politisches Versprechen auf. Serialität soll – das zeigt die aktuelle Debatte zum Wohnungsbau – Herstellungsprozesse beschleunigen, Verfahren vereinfachen und Kosten dämpfen. Serialität soll nachhaltige Baukomponenten in hohen Stückzahlen bereitstellen. Modelle, Module und Prototypen stehen schon bereit. Wann werden sie in Serie gehen? Bevor die Produktion hochgefahren wird, möchte die Ausstellung dazu anregen, innezuhalten und nachzufragen: Was genau ist mit dem aktuellen Appell zur Serialität gemeint? Was bedeutet Serialität im Hinblick auf ethische und ästhetische Fragen? Serialität erweist sich als Spiegel gesellschaftlicher Leitbilder und Forderungen, die jeweils mit unterschiedlichen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit, Standardisierung und Normierung verbunden sind.

Um diesen und weiteren Fragen Raum zu bieten, lädt die Frankfurter Stiftung urban future forum zu drei begleitenden Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen ein: den „Serienparlamenten“. Die verschiedenen „Serienparlamente“ sind jeweils einem übergreifendem Themenblock gewidmet und laden Architektinnen und Archiekten, Designerinnen und Designer, Herstellerinnen und Hersteller, Politikerinnen und Politiker sowie Bürgerinnen und Bürger dazu ein, ihre Gedanken und Positionen zu serieller Planung und Produktion vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren. Zur Diskussion steht unter anderem die Frage, wie der vermeintliche Widerspruch zwischen Serialität und guter Gestaltung aufgelöst werden kann und, wie Qualitätsansprüche mit industrieller Verfertigung vereinbar sind.

Das gesamte Programm mit Terminen und Gästen findet sich anbei in der ausführlichen Pressemitteilung als PDF-Dokument zum Download.

Pressebilder gibt es zum Download unter Im Modus der Serie. Differenz, Variation und Wiederholung in Architektur und Design / Museum Angewandte Kunst .

Download Pressemitteilung mit Programm und Gästen