Kindern in Not ein Zuhause schenken: Jugend- und Sozialamt sucht Pflegeeltern

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Vielfalt ausdrücklich willkommen

ffm. Es gibt Kinder in Frankfurt, die nicht wissen, wie sich Geborgenheit anfühlt. Kinder, die Vernachlässigung, Gewalt oder schwere familiäre Krisen erleben mussten. Kinder, die plötzlich nicht mehr in ihrem Zuhause bleiben können und zum Schutz ihres Wohls vom Jugendamt in Obhut genommen werden müssen. Für genau diese Kinder sucht das Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main dringend Pflegeeltern und Bereitschaftspflegefamilien.

„Wenn Kinder in eine Pflegefamilie kommen, bringen sie oft mehr mit als einen kleinen Koffer. Sie bringen Ängste mit, Unsicherheit und die Erfahrung, dass Erwachsene sie enttäuscht haben“, weiß Nanine Delmas, Leiterin des Jugend- und Sozialamtes. „Was sie brauchen, ist ein Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können. Menschen, die ihnen zuhören, sie trösten, ihnen Struktur geben und ihnen zeigen: Du bist wichtig, Du bist willkommen und Du bist nicht allein“.

Ein Pflegekind aufzunehmen bedeutet deshalb weit mehr, als ein Zimmer zur Verfügung zu stellen. Es bedeutet, einem jungen Menschen Sicherheit, Vertrauen und neue Perspektiven zu schenken. Oft sind es die kleinen Dinge, die für ein Kind den größten Unterschied machen: ein gemeinsames Abendessen, eine Gute-Nacht-Geschichte oder das Gefühl, dass jemand verlässlich für einen da ist.

„Wir suchen deshalb Menschen mit Herz, Geduld und Offenheit. Dabei ist die klassische Familie längst nicht die einzige Möglichkeit“, sagt Claudia Loske, Leiterin des Besonderen Diensts Jugendhilfe im Amt. Pflegeeltern können verheiratete oder unverheiratete Paare sein, Familien mit oder ohne eigene Kinder, Alleinstehende mit einem unterstützenden Netzwerk sowie gleichgeschlechtliche Paare und Regenbogenfamilien. „Frankfurt steht für Vielfalt – und diese Vielfalt wünschen wir uns auch bei unseren Pflegefamilien.“

Viele Menschen, die Pflegeeltern werden, berichten, dass sie nicht nur einem Kind helfen, sondern selbst bereichert werden. Zu erleben, wie ein Kind wieder Vertrauen fasst, erstmals unbeschwert lacht oder Schritt für Schritt seine Stärken entdeckt, ist eine bewegende Erfahrung für die Pflegeeltern.

Selbstverständlich prüft das Jugend- und Sozialamt zum Schutz der Kinder, ob Interessierte geeignet sind. Sobald das der Fall ist, muss niemand die Aufgabe der Pflegeelternschaft allein bewältigen. Das Jugend- und Sozialamt begleitet Pflegeeltern von Anfang an eng und professionell. Interessierte werden sorgfältig vorbereitet und erhalten während der gesamten Pflegezeit Beratung, Unterstützung und Fortbildungsangebote. Erfahrene Fachkräfte stehen als feste Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Seite und sind in schwierigen Situationen jederzeit erreichbar.

„Pflegeeltern schenken Kindern eine Chance auf eine bessere Zukunft. Und manchmal reicht schon ein Mensch, der an ein Kind glaubt, um dessen Leben nachhaltig zu verändern“, sagte Delmas.

Wer sich vorstellen kann, einem Kind ein Zuhause auf Zeit oder dauerhaft zu geben, ist eingeladen, sich unverbindlich über die Möglichkeiten der Pflegekinderhilfe und Bereitschaftspflege zu informieren.

Die ersten Informationen zum Thema Pflegekinderhilfe sind bei einem monatlich stattfindenden Online-Informationsabend erhältlich, jeden zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr. Interessierte können sich mit der Anzahl der teilnehmenden Personen bei der Pflegekinderhilfe und Bereitschaftspflege im Jugend- und Sozialamt unter 069/212-34773  oder per E-Mail an pflegekinderhilfe@stadt-frankfurt.de  anmelden. 

Kontakt für die Medien Nina Forst, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Jugend- und Sozialamt, Telefon 069/212-46631 , Mobil 0151/71655207 , E-Mail Nina.Forst@stadt-frankfurt.de