Kita Meißnerweg erneut als „Buchkita“ ausgezeichnet

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

Quelle: iStock Für ihr kontinuierliches Engagement in der frühkindlichen Sprach- und Leseförderung erhält die Kita Meißnerweg erneut das Gütesiegel „Buchkita“. Die Auszeichnung würdigt die vielfältigen Aktivitäten, mit denen die pädagogischen Fachkräfte Kindern einen lebendigen Zugang zu Büchern, Geschichten, Sprache und Bildern ermöglichen. Das Gütesiegel „Buchkita“ geht auf eine Initiative der Interessengemeinschaft Leseförderung im Börsenverein des Deutschen Buchhandels zurück und wird gemeinsam von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und dem Deutschen Bibliotheksverband auf der Frankfurter Buchmesse verliehen.In der Kita Meißnerweg wird täglich gemeinsam gelesen. Dabei geht es längst nicht nur darum, Geschichten vorzulesen: Die Kinder werden zum Erzählen, Mitmachen, Fragenstellen, Reimen und Spielen angeregt. Seit 2026 ist sie auch Sprach-Kita. Ein besonderer Schwerpunkt liegt deshalb darauf, die sprachliche Vielfalt der Kinder aufzugreifen und unterschiedliche Sprachen selbstverständlich in den Kita-Alltag einzubeziehen.„Die Kinderbetreuungseinrichtung Meißnerweg zeigt auf beeindruckende Weise, wie vielfältig und lebendig Sprach- und Leseförderung gestaltet werden kann. Bücher, Geschichten und unterschiedliche Medien eröffnen den Kindern neue Welten, regen zum Erzählen, Fragen und Nachdenken an und schaffen wertvolle Möglichkeiten für gemeinsame Gespräche. Besonders schön finde ich, dass dabei die unterschiedlichen Sprachen und Erfahrungen der Kinder selbstverständlich einbezogen werden. Das engagierte Team setzt damit wichtige positive Impulse für die sprachliche und persönliche Entwicklung der Kinder und schafft zugleich Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Lernen. Die erneute Auszeichnung als Buchkita ist eine schöne Anerkennung dieses besonderen Engagements“, betont Bürgermeisterin Barbara Akdeniz.Lesen findet in der Kita Meißnerweg an vielen verschiedenen Orten statt. In jedem Raum gibt es eine eigene Leseecke, die zum gemütlichen Schmökern und gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern einlädt. Auch das Außengelände wird zum Leseort: dienstags lesen Eltern gemeinsam mit den Kindern und nutzen dafür eigens geschaffene gemütliche Plätze. „Wir möchten, dass Kinder erleben: Bücher und Geschichten gehören zu unserem Alltag. Lesen kann überall stattfinden – drinnen, draußen, gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften, mit Eltern oder mit anderen Kindern“, beschreibt das Kita-Team seinen Ansatz.Wie vielfältig die Angebote sind, zeigen zahlreiche Projekte und Aktionen. So haben die Kinder beispielsweise Reime aus dem Buch „Der Oktopus auf großer Fahrt“ ergänzt und die darin vorkommenden Figuren nachgespielt. Auf diese Weise wurden sprachliche Bildung, Kreativität und Bewegung miteinander verbunden. Auch Themen wie Vorurteile und Ausgrenzung werden mithilfe von Bilderbüchern aufgegriffen. Das Buch „Otto, die kleine Spinne“ bietet Anlass, mit den Kindern über Unterschiede, Zugehörigkeit und den Umgang miteinander ins Gespräch zu kommen. Für die spielerische Erweiterung des Wortschatzes kommt unter anderem der „Körperteile-Blues“ zum Einsatz. Sprache wird dabei mit Musik, Bewegung und aktiver Beteiligung verbunden – eine Kombination, die Kindern einen niedrigschwelligen und motivierenden Zugang zu neuen Wörtern ermöglicht.Als Sprach-Kita legt die Einrichtung besonderen Wert darauf, die unterschiedlichen Familiensprachen der Kinder sichtbar und hörbar werden zu lassen. Beim gemeinsamen Lesen finden deshalb auch die verschiedenen Sprachen der Kinder ihren Platz. Geschichten werden dabei nicht ausschließlich über klassische Bücher vermittelt. Zum Einsatz kommen auch digitale und analoge Medien. So können Kinder Geschichten auf unterschiedliche Weise erleben und verschiedene Zugänge zu Sprache und Erzählungen kennenlernen.Ein besonderer Höhepunkt war der Bundesweite Vorlesetag. Gemeinsam mit Schülerinnen der 10. Klasse der Gesamtschule aus dem Stadtteil Kranichstein wurde ein Angebot zum dialogischen Vorlesen gestaltet. Die Schülerinnen und Schüler lasen nicht einfach nur vor, sondern kamen mit den Kita-Kindern über die Geschichten ins Gespräch. Fragen, Vermutungen und eigene Gedanken der Kinder wurden aufgegriffen. Damit wurde der Vorlesetag zu einer Begegnung zwischen den Generationen – und gleichzeitig zu einem weiteren Beispiel dafür, wie vielfältig Leseförderung gestaltet werden kann.Die erneute Verleihung des Gütesiegels „Buchkita“ ist für das Team Anerkennung und Ansporn zugleich. Denn Leseförderung beginnt nicht erst mit dem Schuleintritt: Sie schafft bereits im Kita-Alter wichtige Grundlagen für Sprache, Kommunikation, Fantasie und gesellschaftliche Teilhabe.