„Kizuna“ – ein Band über Tausende Kilometer: Frankfurt und Yokohama bekräftigen ihre Partnerschaft
Besuch der Frankfurter Delegation würdigt 15-jährige Verbundenheit
zwischen den beiden Städten und setzt neue Impulse für die Zukunft
ffm. Frankfurt und Yokohama trennen 10.000 Kilometer und doch haben beide Städte vieles gemeinsam. Beide sind internationale Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkte, geprägt von Weltoffenheit und kultureller Vielfalt. Als Teil großer Metropolregionen stehen beide Städte vor ähnlichen Herausforderungen – von sozialer Stadtentwicklung und Klimaanpassung bis zur Frage, wie wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität miteinander verbunden werden können.
Genau an diesen Gemeinsamkeiten setzt die Städtepartnerschaft an. „Kizuna“ heißt auf Japanisch so viel wie Verbindung oder Band – das, was auch zwischen Frankfurt und Yokohama in 15 Jahren Städtepartnerschaft gewachsen ist. Deshalb reiste eine Delegation aus Frankfurt am Main unter der Leitung von Oberbürgermeister Mike Josef und Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, nach Yokohama. Bei Gesprächen und Besuchen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sport wurde deutlich, wie vielfältig die Verbindungen zwischen beiden Städten inzwischen sind – und wo neue Impulse für die kommenden Jahre gesetzt werden können.
Für Oberbürgermeister Mike Josef zeigte die Reise, wie breit die Partnerschaft nach 15 Jahren aufgestellt ist: von politischen und wirtschaftlichen Beziehungen bis zu den persönlichen Begegnungen zwischen den Menschen beider Städte. Eine besondere Rolle spielt dabei die kulturelle Verständigung junger Menschen mit Hilfe von Bildungs- und Kulturprojekten, aber auch Sport. Mit der Eintracht Frankfurt Japan Academy schafft der Frankfurter Verein in Japan Verbindungen über den Fußball und erreicht damit insbesondere Kinder und Jugendliche.
„Der Besuch in Fujieda, dem Geburtsort von Makoto Hasebe, war für mich ganz besonders. Es war wunderschön zu erleben, wie die Begeisterung für Fußball Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Fußball ist eine Kultur und für mich eine der schönsten diplomatischen Sprachen der Welt. Auch in unserer Partnerstadt Yokohama wurden wir sehr herzlich empfangen. Es war ein wichtiges Signal, dass wir die Zusammenarbeit im Rahmen der 15-jährigen Städtepartnerschaft mit Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gewürdigt haben und bei der Green Expo 2027 fortsetzen.
Gefreut hat mich die Bekanntheit und das Ansehen unserer Stadt in Japan. Ob bei Gesprächen mit der Tourismusbranche, der Gouverneurin der Präfektur Tokio, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft oder mit Schülerinnen und Schülern, ‚Francoforto‘, und nicht zuletzt unser Weihnachtsmarkt, werden sehr geschätzt. Beeindruckt war ich von der Gastfreundschaft und von der Einstellung der Menschen. Fleiß und Anstrengung des Einzelnen werden mit einem starken Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft gelebt.
Die Unternehmensbesuche haben mir gezeigt, wie wichtig Internationalität und Offenheit als Wirtschaftsfaktor sind. Gerade im Kontext dieser Reise erweist sich Frankfurts Strategie, sich als weltoffene, internationale und herzliche Stadt zu präsentieren, als richtig. Umso erfreulicher ist die konkrete Ankündigung eines Chemieunternehmens aus Tokio eine Niederlassung in Frankfurt zu eröffnen“, sagt Oberbürgermeister Josef.
Wirtschaft und gemeinsame Zukunftsthemen
Die Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmer besuchten gemeinsam mit Oberbürgermeister Josef, Stadträtin O’Sullivan und Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Bei Bosch, Fujitsu und DeNA standen unterschiedliche wirtschaftliche Perspektiven im Mittelpunkt – von Industrie und B2B-Geschäft über Software und Künstliche Intelligenz bis zur Unterhaltungsindustrie. Die Gespräche boten Gelegenheit, bestehende Verbindungen zu vertiefen undEinblicke in aktuelle Entwicklungen zu gewinnen.
Bosch ist seit 1911 in Yokohama aktiv und hat 2024 seine japanische Zentrale nach Yokohama verlegt. Gemeinsam mit der Stadt entstand dort neben dem neuen Unternehmenssitz die „Bosch Hall“, ein öffentliches Kulturzentrum – nach Angaben des Unternehmens das weltweit erste Public-Private-Partnership-Projekt dieser Art von Bosch. Mit kulturellen Veranstaltungen und Angeboten mit Deutschlandbezug trägt Bosch dazu bei, die Verbindungen zwischen Yokohama und Deutschland im Alltag erlebbar zu machen.
Fujitsu gehört zu den führenden japanischen Technologieunternehmen und forscht seit mehr als drei Jahrzehnten an Künstlicher Intelligenz (KI). Im Mittelpunkt stehen heute unter anderem generative KI und KI-Agenten, Datenanalyse und Automatisierung sowie die Entwicklung vertrauenswürdiger und sicherer KI-Systeme. Für Frankfurt ist insbesondere die Frage interessant, wie solche Technologien in Verwaltung und Stadtgesellschaft eingesetzt werden können und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. In den vergangenen fünf Jahren hat Frankfurt im Smart City-Index einen großen Sprung nach oben gemacht und ist unter den Top 20 gelandet.
DeNA verbindet in Yokohama digitale Geschäftsmodelle mit Sport, Entertainment und Stadtentwicklung. Seit 2011 gehört dem Unternehmen der Baseballclub Yokohama DeNA BayStars, seit 2016 ist DeNA an der Betreibergesellschaft des Yokohama Stadiums beteiligt. Unter dem Leitbild eines „Community Ballpark“ sollen Stadion und der angrenzende Yokohama Park über den Sport hinaus zu einem Veranstaltungsort werden.
Bei der Businessveranstaltung „Frankfurt meets Tokio“ in Tokio, organisiert von der FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region (FRM), warb die Delegation für den Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain. Es wurden Kontakte zu japanischen Unternehmen sowie Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern im Zukunftsfeld KI und Robotik vertieft.
Bei „Yokohama Connect“, einem regelmäßigen Netzwerktreffen der Startup-Initiative der Stadt Yokohama im sogenannten TechHub, tauschte sich die Frankfurter Delegation mit der japanischen Startup-Szene aus und Frankfurter Startups stellten sich vor.
Die Delegationsreise bot zudem die Chance, Frankfurts starke Position als Tourismus-, Geschäftsreise- und Kongressdestination in Japan weiter auszubauen. Als internationales Luftverkehrsdrehkreuz und attraktives Ziel für Kultur- und Städtereisen belegt Frankfurt bei den Übernachtungen japanischer Gäste unter deutschen Großstädten Platz zwei. In Tokio vermittelte die Deutsche Zentrale für Tourismus der Delegation fundierte Einblicke in die Bedeutung des Marktes, Reiseanalysen sowie aktuelle Entwicklungen und Prognosen. Die Gespräche setzten wichtige Impulse für künftige Kooperationen und Veranstaltungen. Lebendige Verbindung dank Engagement auf beiden Seiten
Zentrales Anliegen der Reise war außerdem der Austausch mit Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft. Für Stadtverordnetenvorsteherin Korenke sind es die über Jahre gewachsenen Kontakte zwischen Vereinen, Gesellschaften, Institutionen und engagierten Menschen, die aus einer formalen Partnerschaft eine gelebte Verbindung machen. „Ich bin beeindruckt von den Menschen, die wir in unserer Partnerstadt kennengelernt haben. Ich bewundere die Disziplin der Japaner und ihre hohe Bereitschaft, sich bis ins hohe Alter für die Gemeinschaft einzusetzen. Unsere Begegnungen in Yokohama, insbesondere auch mit den Mitgliedern der Japanisch-Deutschen Gesellschaft, waren von großem wechselseitigem Interesse und entgegenkommender Freundlichkeit geprägt. Ich sehe dies als gute und belastbare Basis zur Vertiefung bisheriger und Knüpfung neuer Beziehungen innerhalb der Stadtgesellschaften von Frankfurt und Yokohama“, sagte Korenke.
Eine Partnerschaft, die von Menschen getragen wird
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Frankfurt und die Japanisch-Deutsche Gesellschaft in Yokohama sowie das Partnerschaftskomitee Frankfurt–Yokohama gehören zu den Akteuren, die diese Verbindung kontinuierlich pflegen. Bei einem gemeinsamen Abend mit Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaften wurde die langjährige Verbundenheit ebenso sichtbar wie die konkrete Arbeit der Vereine und Initiativen, welche die Städtepartnerschaft mit Projekten und persönlichen Begegnungen tragen.
Auch der Erfahrungsaustausch mit der Stadt Yokohama bot Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. Bei einem gemeinsamen Mittagessen von Oberbürgermeister Josef, Stadträtin O’Sullivan und Stadtverordnetenvorsteherin Korenke mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jun Matsuura und dem Präsidenten des Stadtparlaments von Yokohama, Tadanori Watanabe, wurden die 15-jährige Partnerschaft gewürdigt, Ergebnisse der Delegationsreise aufgegriffen und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit besprochen.
Für O’Sullivan ist die Städtepartnerschaft zugleich ein Beispiel dafür, welche Rolle Kommunen in den Internationalen Beziehungen spielen können. Die Reise verband deshalb die Pflege der politischen Beziehungen mit dem konkreten Austausch zwischen den Verwaltungen und der Frage, welche Erfahrungen Frankfurt und Yokohama bei gemeinsamen kommunalen Herausforderungen wie Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, das Ankommen internationaler Neubürgerinnen und -bürger, der Digitalisierung von Verwaltung, dem Bürgerservice oder KI-Strategien teilen können.
Frankfurt stellte unter anderem die Beteiligungsplattform ffm.de und den Welcome-Prozess vor, Yokohama
seine internationale Stadtstrategie und Maßnahmen für ein gutes
multikulturelles Zusammenleben.
Stadträtin Eileen O’Sullivan sagt: „In Zeiten, in denen internationale Zusammenarbeit vielerorts unter Druck steht, sind Städtepartnerschaften besonders wichtig. Sie sind gelebte Außenpolitik, die vor der Haustür erlebt werden kann. Wie alle Städte teilen Yokohama und Frankfurt die Aufgabe, die Demokratie vor Ort mit einer aktiven und handlungsfähigen Verwaltung zu stärken. Der Austausch mit der Stadtverwaltung und ebenfalls in Frankfurt ansässigen Unternehmen hat einmal wieder gezeigt, dass wir konkret voneinander lernen können.“
Treffen mit der Gouverneurin von Tokio
Städtediplomatie ergänzt Beziehungen zwischen Staaten durch direkte Verbindungen auf kommunaler und regionaler Ebene. Die Frankfurter Delegation traf deshalb in der Metropolregion Tokio Gouverneurin Yuriko Koike. Bei dem Gespräch standen die Herausforderungen großer Metropolregionen im Mittelpunkt, darunter die Resilienz von Städten und die Bedeutung des Finanzsektors. Die Gouverneurin hob einmal mehr die Bekanntheit und das Ansehen Frankfurts hervor.
Die nächste Generation: Austausch junger Menschen stärkt Städtepartnerschaft
Für die Zukunft der Städtepartnerschaft ist der Austausch zwischen jungen Menschen von großer Bedeutung. Die Schulpartnerschaft zwischen der Schule am Ried und der Sakuragaoka High-School spielt dabei eine wichtige Rolle: Durch die persönlichen Begegnungen wächst die Verständigung zwischen den jungen Menschen, Grenzen in den Köpfen werden abgebaut, die Weltoffenheit gestärkt. Ein Beispiel dafür ist der Schreibwettbewerb der Deutsch-Japanischen Gesellschaft für Schülerinnen und Schüler, bei dem es eine Japan-Reise zu gewinnen gibt., Reisen wie diese ermöglichen Jugendlichen, die jeweils andere Stadt und Kultur unmittelbar kennenzulernen und eigene Kontakte zu knüpfen.
Nach 15 Jahren richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf das, was zwischen Frankfurt und Yokohama bereits entstanden ist, sondern auch auf die jungen Menschen in beiden Städten, die die Partnerschaft in die Zukunft tragen werden: Kizuna, das Band über Tausende Kilometer, wird an die nächste Generation weitergegeben.
Fotos Bilder von der Delegationsreise gibt es unter Yokohama 2026. Das
Copyright findet sich in den Dateinamen.
ffm. Frankfurt und Yokohama trennen 10.000 Kilometer und doch haben beide Städte vieles gemeinsam. Beide sind internationale Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkte, geprägt von Weltoffenheit und kultureller Vielfalt. Als Teil großer Metropolregionen stehen beide Städte vor ähnlichen Herausforderungen – von sozialer Stadtentwicklung und Klimaanpassung bis zur Frage, wie wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität miteinander verbunden werden können.
Genau an diesen Gemeinsamkeiten setzt die Städtepartnerschaft an. „Kizuna“ heißt auf Japanisch so viel wie Verbindung oder Band – das, was auch zwischen Frankfurt und Yokohama in 15 Jahren Städtepartnerschaft gewachsen ist. Deshalb reiste eine Delegation aus Frankfurt am Main unter der Leitung von Oberbürgermeister Mike Josef und Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, nach Yokohama. Bei Gesprächen und Besuchen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sport wurde deutlich, wie vielfältig die Verbindungen zwischen beiden Städten inzwischen sind – und wo neue Impulse für die kommenden Jahre gesetzt werden können.
Für Oberbürgermeister Mike Josef zeigte die Reise, wie breit die Partnerschaft nach 15 Jahren aufgestellt ist: von politischen und wirtschaftlichen Beziehungen bis zu den persönlichen Begegnungen zwischen den Menschen beider Städte. Eine besondere Rolle spielt dabei die kulturelle Verständigung junger Menschen mit Hilfe von Bildungs- und Kulturprojekten, aber auch Sport. Mit der Eintracht Frankfurt Japan Academy schafft der Frankfurter Verein in Japan Verbindungen über den Fußball und erreicht damit insbesondere Kinder und Jugendliche.
„Der Besuch in Fujieda, dem Geburtsort von Makoto Hasebe, war für mich ganz besonders. Es war wunderschön zu erleben, wie die Begeisterung für Fußball Menschen auf der ganzen Welt verbindet. Fußball ist eine Kultur und für mich eine der schönsten diplomatischen Sprachen der Welt. Auch in unserer Partnerstadt Yokohama wurden wir sehr herzlich empfangen. Es war ein wichtiges Signal, dass wir die Zusammenarbeit im Rahmen der 15-jährigen Städtepartnerschaft mit Fokus auf die Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gewürdigt haben und bei der Green Expo 2027 fortsetzen.
Gefreut hat mich die Bekanntheit und das Ansehen unserer Stadt in Japan. Ob bei Gesprächen mit der Tourismusbranche, der Gouverneurin der Präfektur Tokio, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft oder mit Schülerinnen und Schülern, ‚Francoforto‘, und nicht zuletzt unser Weihnachtsmarkt, werden sehr geschätzt. Beeindruckt war ich von der Gastfreundschaft und von der Einstellung der Menschen. Fleiß und Anstrengung des Einzelnen werden mit einem starken Verantwortungsbewusstsein für die Gemeinschaft gelebt.
Die Unternehmensbesuche haben mir gezeigt, wie wichtig Internationalität und Offenheit als Wirtschaftsfaktor sind. Gerade im Kontext dieser Reise erweist sich Frankfurts Strategie, sich als weltoffene, internationale und herzliche Stadt zu präsentieren, als richtig. Umso erfreulicher ist die konkrete Ankündigung eines Chemieunternehmens aus Tokio eine Niederlassung in Frankfurt zu eröffnen“, sagt Oberbürgermeister Josef.
Wirtschaft und gemeinsame Zukunftsthemen
Die Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmer besuchten gemeinsam mit Oberbürgermeister Josef, Stadträtin O’Sullivan und Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Bei Bosch, Fujitsu und DeNA standen unterschiedliche wirtschaftliche Perspektiven im Mittelpunkt – von Industrie und B2B-Geschäft über Software und Künstliche Intelligenz bis zur Unterhaltungsindustrie. Die Gespräche boten Gelegenheit, bestehende Verbindungen zu vertiefen undEinblicke in aktuelle Entwicklungen zu gewinnen.
Bosch ist seit 1911 in Yokohama aktiv und hat 2024 seine japanische Zentrale nach Yokohama verlegt. Gemeinsam mit der Stadt entstand dort neben dem neuen Unternehmenssitz die „Bosch Hall“, ein öffentliches Kulturzentrum – nach Angaben des Unternehmens das weltweit erste Public-Private-Partnership-Projekt dieser Art von Bosch. Mit kulturellen Veranstaltungen und Angeboten mit Deutschlandbezug trägt Bosch dazu bei, die Verbindungen zwischen Yokohama und Deutschland im Alltag erlebbar zu machen.
Fujitsu gehört zu den führenden japanischen Technologieunternehmen und forscht seit mehr als drei Jahrzehnten an Künstlicher Intelligenz (KI). Im Mittelpunkt stehen heute unter anderem generative KI und KI-Agenten, Datenanalyse und Automatisierung sowie die Entwicklung vertrauenswürdiger und sicherer KI-Systeme. Für Frankfurt ist insbesondere die Frage interessant, wie solche Technologien in Verwaltung und Stadtgesellschaft eingesetzt werden können und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. In den vergangenen fünf Jahren hat Frankfurt im Smart City-Index einen großen Sprung nach oben gemacht und ist unter den Top 20 gelandet.
DeNA verbindet in Yokohama digitale Geschäftsmodelle mit Sport, Entertainment und Stadtentwicklung. Seit 2011 gehört dem Unternehmen der Baseballclub Yokohama DeNA BayStars, seit 2016 ist DeNA an der Betreibergesellschaft des Yokohama Stadiums beteiligt. Unter dem Leitbild eines „Community Ballpark“ sollen Stadion und der angrenzende Yokohama Park über den Sport hinaus zu einem Veranstaltungsort werden.
Bei der Businessveranstaltung „Frankfurt meets Tokio“ in Tokio, organisiert von der FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region (FRM), warb die Delegation für den Wirtschaftsstandort FrankfurtRheinMain. Es wurden Kontakte zu japanischen Unternehmen sowie Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern im Zukunftsfeld KI und Robotik vertieft.
Bei „Yokohama Connect“, einem regelmäßigen Netzwerktreffen der Startup-Initiative der Stadt Yokohama im sogenannten TechHub, tauschte sich die Frankfurter Delegation mit der japanischen Startup-Szene aus und Frankfurter Startups stellten sich vor.
Die Delegationsreise bot zudem die Chance, Frankfurts starke Position als Tourismus-, Geschäftsreise- und Kongressdestination in Japan weiter auszubauen. Als internationales Luftverkehrsdrehkreuz und attraktives Ziel für Kultur- und Städtereisen belegt Frankfurt bei den Übernachtungen japanischer Gäste unter deutschen Großstädten Platz zwei. In Tokio vermittelte die Deutsche Zentrale für Tourismus der Delegation fundierte Einblicke in die Bedeutung des Marktes, Reiseanalysen sowie aktuelle Entwicklungen und Prognosen. Die Gespräche setzten wichtige Impulse für künftige Kooperationen und Veranstaltungen. Lebendige Verbindung dank Engagement auf beiden Seiten
Zentrales Anliegen der Reise war außerdem der Austausch mit Akteurinnen und Akteuren der Zivilgesellschaft. Für Stadtverordnetenvorsteherin Korenke sind es die über Jahre gewachsenen Kontakte zwischen Vereinen, Gesellschaften, Institutionen und engagierten Menschen, die aus einer formalen Partnerschaft eine gelebte Verbindung machen. „Ich bin beeindruckt von den Menschen, die wir in unserer Partnerstadt kennengelernt haben. Ich bewundere die Disziplin der Japaner und ihre hohe Bereitschaft, sich bis ins hohe Alter für die Gemeinschaft einzusetzen. Unsere Begegnungen in Yokohama, insbesondere auch mit den Mitgliedern der Japanisch-Deutschen Gesellschaft, waren von großem wechselseitigem Interesse und entgegenkommender Freundlichkeit geprägt. Ich sehe dies als gute und belastbare Basis zur Vertiefung bisheriger und Knüpfung neuer Beziehungen innerhalb der Stadtgesellschaften von Frankfurt und Yokohama“, sagte Korenke.
Eine Partnerschaft, die von Menschen getragen wird
Die Deutsch-Japanische Gesellschaft in Frankfurt und die Japanisch-Deutsche Gesellschaft in Yokohama sowie das Partnerschaftskomitee Frankfurt–Yokohama gehören zu den Akteuren, die diese Verbindung kontinuierlich pflegen. Bei einem gemeinsamen Abend mit Vertreterinnen und Vertretern der Gesellschaften wurde die langjährige Verbundenheit ebenso sichtbar wie die konkrete Arbeit der Vereine und Initiativen, welche die Städtepartnerschaft mit Projekten und persönlichen Begegnungen tragen.
Auch der Erfahrungsaustausch mit der Stadt Yokohama bot Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu blicken. Bei einem gemeinsamen Mittagessen von Oberbürgermeister Josef, Stadträtin O’Sullivan und Stadtverordnetenvorsteherin Korenke mit dem stellvertretenden Bürgermeister Jun Matsuura und dem Präsidenten des Stadtparlaments von Yokohama, Tadanori Watanabe, wurden die 15-jährige Partnerschaft gewürdigt, Ergebnisse der Delegationsreise aufgegriffen und Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit besprochen.
Für O’Sullivan ist die Städtepartnerschaft zugleich ein Beispiel dafür, welche Rolle Kommunen in den Internationalen Beziehungen spielen können. Die Reise verband deshalb die Pflege der politischen Beziehungen mit dem konkreten Austausch zwischen den Verwaltungen und der Frage, welche Erfahrungen Frankfurt und Yokohama bei gemeinsamen kommunalen Herausforderungen wie Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung, das Ankommen internationaler Neubürgerinnen und -bürger, der Digitalisierung von Verwaltung, dem Bürgerservice oder KI-Strategien teilen können.
Frankfurt stellte unter anderem die Beteiligungsplattform ffm.de
Stadträtin Eileen O’Sullivan sagt: „In Zeiten, in denen internationale Zusammenarbeit vielerorts unter Druck steht, sind Städtepartnerschaften besonders wichtig. Sie sind gelebte Außenpolitik, die vor der Haustür erlebt werden kann. Wie alle Städte teilen Yokohama und Frankfurt die Aufgabe, die Demokratie vor Ort mit einer aktiven und handlungsfähigen Verwaltung zu stärken. Der Austausch mit der Stadtverwaltung und ebenfalls in Frankfurt ansässigen Unternehmen hat einmal wieder gezeigt, dass wir konkret voneinander lernen können.“
Treffen mit der Gouverneurin von Tokio
Städtediplomatie ergänzt Beziehungen zwischen Staaten durch direkte Verbindungen auf kommunaler und regionaler Ebene. Die Frankfurter Delegation traf deshalb in der Metropolregion Tokio Gouverneurin Yuriko Koike. Bei dem Gespräch standen die Herausforderungen großer Metropolregionen im Mittelpunkt, darunter die Resilienz von Städten und die Bedeutung des Finanzsektors. Die Gouverneurin hob einmal mehr die Bekanntheit und das Ansehen Frankfurts hervor.
Die nächste Generation: Austausch junger Menschen stärkt Städtepartnerschaft
Für die Zukunft der Städtepartnerschaft ist der Austausch zwischen jungen Menschen von großer Bedeutung. Die Schulpartnerschaft zwischen der Schule am Ried und der Sakuragaoka High-School spielt dabei eine wichtige Rolle: Durch die persönlichen Begegnungen wächst die Verständigung zwischen den jungen Menschen, Grenzen in den Köpfen werden abgebaut, die Weltoffenheit gestärkt. Ein Beispiel dafür ist der Schreibwettbewerb der Deutsch-Japanischen Gesellschaft für Schülerinnen und Schüler, bei dem es eine Japan-Reise zu gewinnen gibt., Reisen wie diese ermöglichen Jugendlichen, die jeweils andere Stadt und Kultur unmittelbar kennenzulernen und eigene Kontakte zu knüpfen.
Nach 15 Jahren richtet sich der Blick deshalb nicht nur auf das, was zwischen Frankfurt und Yokohama bereits entstanden ist, sondern auch auf die jungen Menschen in beiden Städten, die die Partnerschaft in die Zukunft tragen werden: Kizuna, das Band über Tausende Kilometer, wird an die nächste Generation weitergegeben.
Fotos Bilder von der Delegationsreise gibt es unter Yokohama 2026