Klima-Bündnis-Konferenz in Brüssel: Kommunen brauchen mehr Unterstützung für Klimaschutz und -anpassung
Klimadezernentin Zapf-Rodríguez fordert: Europäische Klimapolitik muss
kommunale Praxis von Anfang an mitdenken
ffm. Wie können Städte und Regionen schneller auf die Folgen des Klimawandels reagieren, wie den Klimaschutz vorantreiben und was brauchen sie, um die Energiewende vor Ort zu beschleunigen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Internationalen Jahreskonferenz des Klima-Bündnis (CAIC26) am 29. und 30. September in Brüssel. Etwa 200 Vertreterinnen und Vertreter aus 24 Ländern kamen zum Austausch zusammen.
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, sowie Vorstandsmitglied des Klima-Bündnis hat in Brüssel die kommunale Perspektive vertreten. Im politischen Plenum diskutierte sie mit Prof. Diana Ürge-Vorsatz, IPCC-Vizepräsidentin, Jan Dusík, stellvertretender Generaldirektor der GD CLIMA bei der Europäischen Kommission, Marcos Ros Sempere, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Marc Serra Solé, ebenso Vorstandsmitglied im Klimabündnis und Vertreter der Region Barcelona, darüber, was Kommunen für die Umsetzung von Klimaschutz und Klimaanpassung brauchen. Im Mittelpunkt standen dabei auch die Erfahrungen aus Frankfurt.
„Ich schätze diesen Austausch sehr, weil wir als Kommunen unsere Erfahrungen direkt in die europäische Debatte einbringen können. Frankfurt kann zeigen, was vor Ort bereits funktioniert und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Städte lernen. Genau dieser Austausch zwischen politischer Ebene und kommunaler Praxis ist wichtig, wenn europäische Klimaziele wirken sollen“, sagte Zapf-Rodríguez.
Die Erfahrungen des diesjährigen Sommers zogen sich wie ein roter Faden durch die Gespräche. Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und verheerende Waldbrände haben in vielen Teilen Europas gezeigt, wie unmittelbar die Folgen des Klimawandels inzwischen sind. Zapf-Rodríguez brachte die Frankfurter Erfahrungen mit Hitzeschutz und klimaresilienter Stadtentwicklung in die Diskussion ein: „Dieser Sommer hat sehr konkret gezeigt, warum Klimaanpassung zu den zentralen Aufgaben einer Stadt gehört. Es geht um unsere Infrastruktur, öffentliche Räume und darum, Menschen vor den Folgen extremer Hitze zu schützen.“
Dabei müsse Klimaanpassung die unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigen. Menschen, die in schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen leben, im Freien arbeiten oder in dicht bebauten Stadtteilen wohnen, sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Frankfurt setzt deshalb unter anderem auf mehr Grün und Schatten, Wasser in der Stadt und klimaresiliente öffentliche Räume.
Frankfurter Erfahrungen mit der Energiewende
Auch die Erfahrungen mit der kommunalen Wärmeplanung und energetischer Transformation brachte Zapf-Rodríguez in die Diskussion über Energiesicherheit und Resilienz ein.
Wie europäische Förderung konkrete Vorhaben voranbringen kann, stellte sie anhand des ELENA-Programms vor. Frankfurt nutzt die Unterstützung der Europäischen Investitionsbank für die energetische Modernisierung privater und städtischer Gebäude sowie die stärkere Nutzung von Dächern für erneuerbare Energien. „ELENA ist ein gutes Beispiel dafür, wie europäische Unterstützung kommunale Projekte möglich machen kann. Diese Erfahrung habe ich auch in die Diskussion in Brüssel eingebracht: Denn wenn wir die Energiewende beschleunigen wollen, müssen europäische Fördermittel auch dort ankommen, wo die Umsetzung stattfindet“, sagte Zapf-Rodríguez.
Ein integraler Bestandteil des ELENA-Projekts und der Frankfurter Energiewende sind niedrigschwellige Information und Beratung für Bürgerinnen und Bürger. Ein gutes Beispiel dafür ist die Frankfurter „Insel für Klima und Nachhaltigkeit“, in der das städtische Klimareferat und die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) Informationen und Beratung zu Klima, Umwelt und nachhaltigen Lösungen bündeln. Dieser sogenannte One-Stop-Shop illustrierte die Frankfurter Strategie zum einen in der politischen Debatte und wurde zum anderen in einem praktischen Austausch zwischen den europäischen Städten und Regionen auch als Best-Practice-„Rezept“ im Format „Climate Kitchen“ eingehend vorgestellt.
Europäische Ziele brauchen kommunale Umsetzung
Für Zapf-Rodríguez ist das die zentrale Erkenntnis aus den Gesprächen in Brüssel: Europäische Klimapolitik muss kommunale Praxis von Anfang an mitdenken. „Wir brauchen ambitionierte europäische Ziele. Aber genauso wichtig ist, dass Städte und Regionen die Möglichkeit haben, sie umzusetzen. Dafür brauchen wir Planungssicherheit, finanzielle Unterstützung und einen guten Zugang zu Förderprogrammen.“
Als Vorstandsmitglied des Klima-Bündnis will Zapf-Rodríguez den Austausch zwischen Städten und Regionen weiter stärken und kommunale Erfahrungen in die europäische Debatte einbringen. „Wir müssen nicht überall dieselben Lösungen finden. Aber wir können voneinander lernen. Gerade der Austausch über das, was vor Ort funktioniert, hilft uns dabei, schneller voranzukommen.“
ffm. Wie können Städte und Regionen schneller auf die Folgen des Klimawandels reagieren, wie den Klimaschutz vorantreiben und was brauchen sie, um die Energiewende vor Ort zu beschleunigen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Internationalen Jahreskonferenz des Klima-Bündnis (CAIC26) am 29. und 30. September in Brüssel. Etwa 200 Vertreterinnen und Vertreter aus 24 Ländern kamen zum Austausch zusammen.
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, sowie Vorstandsmitglied des Klima-Bündnis hat in Brüssel die kommunale Perspektive vertreten. Im politischen Plenum diskutierte sie mit Prof. Diana Ürge-Vorsatz, IPCC-Vizepräsidentin, Jan Dusík, stellvertretender Generaldirektor der GD CLIMA bei der Europäischen Kommission, Marcos Ros Sempere, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Marc Serra Solé, ebenso Vorstandsmitglied im Klimabündnis und Vertreter der Region Barcelona, darüber, was Kommunen für die Umsetzung von Klimaschutz und Klimaanpassung brauchen. Im Mittelpunkt standen dabei auch die Erfahrungen aus Frankfurt.
„Ich schätze diesen Austausch sehr, weil wir als Kommunen unsere Erfahrungen direkt in die europäische Debatte einbringen können. Frankfurt kann zeigen, was vor Ort bereits funktioniert und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer Städte lernen. Genau dieser Austausch zwischen politischer Ebene und kommunaler Praxis ist wichtig, wenn europäische Klimaziele wirken sollen“, sagte Zapf-Rodríguez.
Die Erfahrungen des diesjährigen Sommers zogen sich wie ein roter Faden durch die Gespräche. Extreme Hitze, anhaltende Trockenheit und verheerende Waldbrände haben in vielen Teilen Europas gezeigt, wie unmittelbar die Folgen des Klimawandels inzwischen sind. Zapf-Rodríguez brachte die Frankfurter Erfahrungen mit Hitzeschutz und klimaresilienter Stadtentwicklung in die Diskussion ein: „Dieser Sommer hat sehr konkret gezeigt, warum Klimaanpassung zu den zentralen Aufgaben einer Stadt gehört. Es geht um unsere Infrastruktur, öffentliche Räume und darum, Menschen vor den Folgen extremer Hitze zu schützen.“
Dabei müsse Klimaanpassung die unterschiedlichen Lebensrealitäten berücksichtigen. Menschen, die in schlecht gedämmten Dachgeschosswohnungen leben, im Freien arbeiten oder in dicht bebauten Stadtteilen wohnen, sind besonderen Belastungen ausgesetzt. Frankfurt setzt deshalb unter anderem auf mehr Grün und Schatten, Wasser in der Stadt und klimaresiliente öffentliche Räume.
Frankfurter Erfahrungen mit der Energiewende
Auch die Erfahrungen mit der kommunalen Wärmeplanung und energetischer Transformation brachte Zapf-Rodríguez in die Diskussion über Energiesicherheit und Resilienz ein.
Wie europäische Förderung konkrete Vorhaben voranbringen kann, stellte sie anhand des ELENA-Programms vor. Frankfurt nutzt die Unterstützung der Europäischen Investitionsbank für die energetische Modernisierung privater und städtischer Gebäude sowie die stärkere Nutzung von Dächern für erneuerbare Energien. „ELENA ist ein gutes Beispiel dafür, wie europäische Unterstützung kommunale Projekte möglich machen kann. Diese Erfahrung habe ich auch in die Diskussion in Brüssel eingebracht: Denn wenn wir die Energiewende beschleunigen wollen, müssen europäische Fördermittel auch dort ankommen, wo die Umsetzung stattfindet“, sagte Zapf-Rodríguez.
Ein integraler Bestandteil des ELENA-Projekts und der Frankfurter Energiewende sind niedrigschwellige Information und Beratung für Bürgerinnen und Bürger. Ein gutes Beispiel dafür ist die Frankfurter „Insel für Klima und Nachhaltigkeit“, in der das städtische Klimareferat und die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) Informationen und Beratung zu Klima, Umwelt und nachhaltigen Lösungen bündeln. Dieser sogenannte One-Stop-Shop illustrierte die Frankfurter Strategie zum einen in der politischen Debatte und wurde zum anderen in einem praktischen Austausch zwischen den europäischen Städten und Regionen auch als Best-Practice-„Rezept“ im Format „Climate Kitchen“ eingehend vorgestellt.
Europäische Ziele brauchen kommunale Umsetzung
Für Zapf-Rodríguez ist das die zentrale Erkenntnis aus den Gesprächen in Brüssel: Europäische Klimapolitik muss kommunale Praxis von Anfang an mitdenken. „Wir brauchen ambitionierte europäische Ziele. Aber genauso wichtig ist, dass Städte und Regionen die Möglichkeit haben, sie umzusetzen. Dafür brauchen wir Planungssicherheit, finanzielle Unterstützung und einen guten Zugang zu Förderprogrammen.“
Als Vorstandsmitglied des Klima-Bündnis will Zapf-Rodríguez den Austausch zwischen Städten und Regionen weiter stärken und kommunale Erfahrungen in die europäische Debatte einbringen. „Wir müssen nicht überall dieselben Lösungen finden. Aber wir können voneinander lernen. Gerade der Austausch über das, was vor Ort funktioniert, hilft uns dabei, schneller voranzukommen.“