Konnichiwa: Frankfurter Delegation reist nach Yokohama

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Bildung und Kultur stehen im Mittelpunkt der Reise um Oberbürgermeister Josef und Stadträtin O‘Sullivan zum 15-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft

ffm. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt am Main und Yokohama reist eine Frankfurter Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Mike Josef und Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, nach Japan. Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und Sport besuchen sie von Donnerstag, 3., bis Donnerstag, 10. September, die Partnerstadt Yokohama sowie Tokio. Ziel der Reise ist es, die seit 2011 bestehende Partnerschaft weiterzuentwickeln, neue Projekte anzustoßen und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Frankfurt, der Region und Japan zu stärken.

Für Oberbürgermeister Josef ist es zugleich der Antrittsbesuch in der japanischen Partnerstadt. Zuletzt hatte 2019 vor der Corona-Pandemie eine Delegation Yokohama besucht. Die Städtepartnerschaft hat sich ursprünglich auf die Themen Wirtschaft, Klimaschutz und Kultur konzentriert, doch im Laufe der vergangenen 15 Jahre hat sie sich auf zahlreiche zusätzliche Bereiche erweitert. Regelmäßige Begegnungen und gemeinsame Projekte gibt es heute unter anderem in Bildung, gesellschaftlichem Austausch, Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit.

„Die Partnerschaft zwischen Frankfurt und Yokohama lebt von den vielen Menschen und Institutionen, die sie seit 15 Jahren mit Leben füllen. Ich freue mich, mit meinem Besuch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in unseren beiden Städten zu würdigen und in geopolitisch herausfordernden Zeiten strategische Partnerschaften wie die mit Yokohama zu stärken. Als internationale Wirtschaftsstandorte sind Frankfurt und Yokohama Knotenpunkte ihrer jeweiligen Regionen mit einer sehr diversen Stadtgesellschaft. Als Städte, die sich der Nachhaltigkeit verpflichtet haben, stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen, können viel voneinander lernen und gemeinsam neue Impulse für die kommenden Jahre setzen“, sagt Oberbürgermeister Josef.

Für Claudia Korenke ist der Besuch der Partnerstadt zugleich die erste Delegationsreise in ihrer Funktion als Stadtverordnetenvorsteherin. „Ich freue mich auf die Begegnungen mit den Menschen in Yokohama, ganz besonders auf den Austausch mit den Mitgliedern des Stadtparlaments unserer Partnerstadt“, sagt Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke. Die japanische Gesellschaft sei dafür bekannt, dass sie einen wertschätzenden Umgang mit ihren Seniorinnen und Senioren pflege. „Ich bin sehr gespannt, was wir darüber vor Ort erfahren werden und wie wir daraus lernen können.“

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Fokus

Ein Schwerpunkt des Besuchs ist die Teilnahme am Asia-Pacific Circular Cities (APCC) Forum 2026, das vom 2. bis 4. September in Yokohama stattfindet. Das internationale Forum bringt Vertreterinnen und Vertreter von Städten, Regierungen, internationalen Organisationen, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Städte den Übergang zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft gestalten.

Diskutiert werden unter anderem Strategien zur Abfallvermeidung und Ressourcenschonung, Zero-Waste-Konzepte, die Zusammenarbeit zwischen Städten und Unternehmen sowie neue Finanzierungs- und Kooperationsmodelle. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Asian Circular Cities Declaration (ACCD), die den Austausch und die Zusammenarbeit von Städten bei der Entwicklung und Umsetzung konkreter Lösungen für eine kreislauforientierte Stadtentwicklung stärken soll. Frankfurt ist Teil der Initiative Circular Cities Declaration, einer europaweiten Initiative von Städten, die sich intensiv für eine lokale Kreislaufwirtschaft einsetzen. Frankfurt ist die einzige europäische Stadt, die bei der Konferenz vertreten ist und eine Brücke von Europa nach Asien bildet.

Die Delegation nimmt am Freitag, 4. September, an der Abschlussveranstaltung des Forums teil. Josef wird dort vor einem internationalen Publikum aus Politik und Wirtschaft sprechen. Die Zusammenarbeit bei Umwelt- und Klimathemen hat in der Städtepartnerschaft eine lange Tradition: Von 2016 bis 2019 entwickelten Frankfurt und Yokohama während der International Urban Cooperation der Europäischen Union gemeinsam einen Aktionsplan zum Klimaschutz.

Zugleich richtet sich der Blick bereits auf das Jahr 2027. Frankfurt bereitet einen Beitrag zur GREEN×EXPO 2027 in Yokohama vor. Die international zertifizierte Weltausstellung soll innovative Technologien und Initiativen für eine nachhaltige und grüne Gesellschaft präsentieren. Die Beteiligung Frankfurts wurde 2023 mit einer Zusatzvereinbarung zwischen den Partnerstädten vereinbart.

Wirtschaftliche und internationale Beziehungen weiter ausbauen

Einen weiteren Schwerpunkt der Delegationsreise bildet die wirtschaftliche Zusammenarbeit. In Tokio ist unter anderem die Veranstaltung „Frankfurt Meets Tokyo“ mit Unternehmen zu den Themen Ansiedlung und Künstliche Intelligenz vorgesehen. In Yokohama steht während der Reihe „Yokohama Connects“ das Thema Start-ups im Mittelpunkt. Unternehmensbesuche ergänzen das Programm.

Japan und Frankfurt verbindet bereits heute ein enges wirtschaftliches Netzwerk. Mehr als 200 japanische Unternehmen sind in Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet vertreten. Rund 3000 japanische Staatsangehörige leben in Frankfurt. Die Messe Frankfurt Japan wurde 1990 als älteste internationale Tochtergesellschaft der Messe Frankfurt gegründet; auch FrankfurtRheinMain (FRM) unterhält ein Büro in Tokio. Seit 1997 ist das Repräsentanzbüro der Stadt Yokohama in Frankfurt beheimatet. Es ist für ganz Europa zuständig.

Zudem sind ein Fachaustausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadtverwaltung Yokohamas unter anderem zu Bürgerbeteiligung und Digitalisierung sowie ein Termin mit der Gouverneurin von Tokio und der Deutschen Botschaft geplant.

„Unsere Städtepartnerschaft mit Yokohama zeigt, wie Städte über Kontinente hinweg voneinander lernen können. Städtediplomatie lebt von konkreten Projekten, die für die Frankfurterinnen und Frankfurter einen Mehrwert haben. Deshalb tauschen wir uns mit der Stadtverwaltung Yokohamas auch zu Bürgerbeteiligung und Digitalisierung aus“, sagt Stadträtin Eileen O’Sullivan. „Ich freue mich darauf, bei der Delegationsreise Einblicke in Unternehmen zu bekommen und die regionale Kunst und Kultur in Yokohama kennenzulernen.“

Eine Partnerschaft auf vielen Ebenen

Auch die Themen Bildung, Kultur, Tourismus und Sport stehen auf dem Programm der Delegation. Vorgesehen sind unter anderem Gespräche zur Vorbereitung einer weiteren Bildungsreise der Volkshochschule Frankfurt im Jahr 2027 Termine zu Stadtentwicklung und Tourismus sowie ein Besuch an der Sakuragaoka Highschool. Denn seit 2017 besteht ein Schüleraustausch zwischen der Frankfurter Schule am Ried und der Sakuragaoka Highschool. Zuletzt reisten im November 2025 Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt nach Yokohama. Im Frühjahr 2027 wird die nächste Gruppe aus Yokohama in Frankfurt erwartet, der Gegenbesuch nach Japan ist dann im Herbst 2027 geplant. Im Bereich Kultur sollen die Kontakte und Formate rund um das Filmfestival Nippon Connection Frankfurt und um die Weihnachtsmärkte in den Partnerstädten vertieft werden.

Die Delegation wird zudem die neue „Eintracht Frankfurt Academy Japan“ in Fujieda besuchen. Dadurch sollen Möglichkeiten für weitere Kooperationen zur Förderung der Jugendlichen und des sportlichen Austauschs ausgelotet werden.

Unmittelbar vor Beginn der Reise ist der Oberbürgermeister der Partnerstadt Yokohama, Takeharu Yamanaka, zurückgetreten. Ihm wurde Herabwürdigung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgeworfen, eine unabhängige Untersuchung hat den Verdacht bestätigt. Die Stadt Frankfurt distanziert sich von Machtmissbrauch in jeglicher Form. Alle Termine, die im Rahmen des Reiseprogramms mit der Stadt Yokohama vorgesehen waren, werden mit dem stellvertretenden Bürgermeister stattfinden. Er hat die Amtsgeschäfte übernommen.

Die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Yokohama wurde 2011 offiziell begründet. Bereits 2010 hatte die damalige Oberbürgermeisterin Petra Roth in Yokohama mit der Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding den Grundstein gelegt. Seitdem ist ein dichtes Netzwerk aus Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Kultur und Zivilgesellschaft entstanden.