Kühlere Schulen und Kitas
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Kühlere Schulen und Kitas: gemeinsame Initiative von Bürgermeisterin Akdeniz, Stadtkämmerer Schellenberg und Stadtrat Klötzner / „Unser Ziel sind nachhaltige Verbesserungen im Hitzeschutz im Kita- und Schulalltag“Die Wissenschaftsstadt Darmstadt geht die Herausforderung steigender Temperaturen in Schulen und Kindertageseinrichtungen mit einer koordinierten und ressortübergreifenden Strategie an: Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, Stadtkämmerer André Schellenberg und Stadtrat Holger Klötzner haben eine priorisierte, dringliche Bearbeitung der Hitzethematik in Kitas und Schulen in Darmstadt vereinbart.„Die Hitzeperioden der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein dringender Handlungsbedarf besteht: Hohe Temperaturen in Klassenzimmern und Kindertagesstätten stellen nicht nur ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für Kinder und Beschäftigte dar, sondern beeinträchtigen auch die Gestaltung des pädagogischen Alltags, die Konzentrationsfähigkeit und die Qualität von Bildung und Betreuung. Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen“, betonen Akdeniz, Schellenberg und Klötzner. „Unser Ziel ist es, nachhaltige Verbesserungen im Hitzeschutz im Kita- und Schulalltag zu erreichen.“Das von den drei Dezernaten gemeinsam entwickelte Vorgehen setzt auf eine Kombination aus kurzfristigen Schritten und langfristigen Investitionen. In Zusammenarbeit zwischen h_da, Schul- und Jugendamt wurden bereits Schulen und Kitas untersucht und Maßnahmenvorschläge entworfen. Die Ergebnisse wurden im Juni vorgestellt und können online abgerufen werden (https://doi.org/10.48444/h_docs-pub-639 sowie doi.org/10.48444/h_docs-pub-636). „Ich freue mich, dass wir kluge Köpfe an der Hochschule Darmstadt finden konnten, die uns auf Basis von Zahlen, Daten und Fakten unterstützen“, so Klötzner.1. Monitoring und Bestandsaufnahme: Daten als Basis für EntscheidungenEin zentraler Baustein des Vorgehens ist das kontinuierliche Monitoring der Temperaturen in nahezu allen städtischen Schulen und Kitas. Hierzu gehören auch priorisierte Begehungen aller Einrichtungen, in denen – gegebenenfalls mit Unterstützung externer Ingenieurbüros – Wärmequellen identifiziert werden.2. Schulungen und Sensibilisierung: Wissen als SchlüsselEine weitere Maßnahme ist die Schulung der Beschäftigten. Kitateams, Hausmeisterinnen und Hausmeister, Lehrkräfte und Landesbedienstete werden in Themen wie Nachtauskühlung, Gerätebedienung geschult. „Die Schulung des Personals zu Hitze- und UV-Schutzmaßnahmen ist eine sinnvolle Begleitmaßnahme, um in unserer Funktion als Kita- und Schulträgerin ein entsprechendes Fortbildungsangebot zu schaffen“, so Akdeniz, Schellenberg und Klötzner. Besonders in Kitas, wo die Fachkräfte eng mit den Kindern zusammenarbeiten, ist die Sensibilisierung für die Themen Hitze und UV-Schutz von zentraler Bedeutung“, verdeutlicht Akdeniz. „Allein das Abschalten von Smart-Boards über Nacht und das Wochenende kann die Temperaturen in den Räumen spürbar senken“, erläutert Schellenberg und betont, wie wichtig die Mitarbeit aller Beteiligten ist.3. Organisatorische Maßnahmen: Flexibilität als StärkeIn den städtischen Kitas wurden in den letzten Jahren sehr viele Maßnahmen umgesetzt, um Schattenplätze in den Freianlagen zu schaffen. Auch werden die Aufenthaltszeiten im Freien bei hohen Temperaturen angepasst. Zudem verfügen viele Kitas über Wasserspielbereiche, die bei Hitze gerne genutzt werden. Es soll geprüft werden, ob kühle Räume bzw. Bereiche in Kitas gezielt eingerichtet werden können.4. Kurzfristig umsetzbare bauliche MaßnahmenZu den kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen gehören:• Die Anbringung von Außenverschattungen, UV-Schutzfolien und Jalousien, um die direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren.• Die aktive Klimatisierung von Schlafräumen und anderen Bereichen in Kitas, in denen Kinder besonders schutzbedürftig sind.• Die Umstellung auf LED-Beleuchtung, die nicht nur den Stromverbrauch senkt, sondern auch die interne Wärmelast reduziert.5. Langfristige bauliche Lösungen: Nachhaltigkeit im FokusFür eine dauerhafte Verbesserung setzt die Stadt auf:• Kühlung durch Wärmepumpen, die Abwärme aus dem Gebäudeinneren abführen und somit Räume kühlen können.• helle oder reflektierende Dachoberflächen sowie die Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern, die nicht nur Strom liefern, sondern auch die Aufheizung der Gebäude reduzieren.• den Einbau besonderer Fenster mit integrierter Sonnenschutzverglasung und UV-Schutz.• Dach- und Fassadenbegrünung, Beschattungssysteme und Entsiegelung von Flächen, um das Mikroklima in der Umgebung der Schulen und Kitas zu verbessern.• die Optimierung der Außenanlagen für mehr Schatten und Kühlung.Priorisierung und Wirtschaftlichkeit: klare Kriterien für die UmsetzungBei der Umsetzung der Maßnahmen setzen die Akdeniz, Schellenberg und Klötzner auf klare Prioritäten, abhängig von der Hitzebelastung der jeweiligen Gebäude. So werden Schulen und Kitas, die in den nächsten ein bis drei Jahren ohnehin zur Gesamtsanierung anstehen, zunächst nicht mit kurzfristigen Investitionen bedacht. „Es geht darum, die verfügbaren Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen entfalten“, erklärt Schellenberg. Die Maßnahmen werden daher nach Dringlichkeit, Wirtschaftlichkeit und Machbarkeit gestaffelt – immer unter der Prämisse, dass sie finanziell und logistisch tragbar sind.“Gemeinsame Verantwortung, gemeinsame Erfolge„Wir können die Herausforderung nur gemeinsam lösen“, so Akdeniz, Schellenberg und Klötzner. Während das Sozialdezernat den Fokus auf die personellen und organisatorischen Maßnahmen legt, sorgt das Dezernat IV dafür, dass die baulichen, technischen und finanziellen Rahmenbedingungen stimmen. Das von Stadtrat Klötzner geführte Dezernat wiederum bringt die Perspektive der Schulen ein und stellt sicher, dass die Maßnahmen den Bedürfnissen von Lehrkräften und Schülern gerecht werden.Ausblick: Kontinuierliche Evaluation und AnpassungDie Wissenschaftsstadt Darmstadt wird die Umsetzung der Maßnahmen kontinuierlich begleiten und evaluieren. Dabei werden nicht nur die Temperaturdaten ausgewertet, sondern auch das Feedback von Lehrkräften, Kitateams und Hausmeistern einbezogen. Ziel ist es, bis zum Sommer 2027 messbare Verbesserungen in allen Schulen und Kitas zu erreichen – und damit ein Vorbild für andere Kommunen zu sein.