Kulturcampus: Klare Perspektive für die ehemalige Akademie der Arbeit

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Zwischennutzungen bis 2031 gesichert – Konzeptverfahren für gemeinschaftliches Wohnen ab 2027

ffm. Die Stadt Frankfurt am Main legt die Perspektive für die ehemalige Akademie der Arbeit (AdA) auf dem Kulturcampus Bockenheim fest. Das 1957 als Teil der historischen Universitätsbebauung errichtete Gebäude wurde nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 11. Dezember 2025 in den städtischen Liegenschaftsfonds überführt und damit langfristig für gemeinwohlorientierte Nutzungen gesichert. Ziel ist es, den Standort für gemeinschaftliches Wohnen zu entwickeln und zugleich die bestehenden sozialen und kulturellen Angebote zu stabilisieren.

Die Stadt verfolgt dafür ein zweistufiges Vorgehen: Die bestehenden Zwischennutzungen werden bis zum 31. Juli 2031 verlängert. Parallel wird ein Konzeptverfahren vorbereitet, das voraussichtlich im Herbst 2027 starten soll.

„Die ehemalige Akademie der Arbeit wird bereits heute von verschiedenen sozialen und kulturellen Initiativen genutzt. Es ist uns wichtig, dass wir diesem Engagement für die Stadt eine klare Perspektive bieten. Gleichzeitig möchten wir auf dem Kulturcampus auch innovativen Wohnformen Raum geben. Mit dem Beschluss der Stadtverordneten konnten wir das Gebäude für gemeinschaftliches Wohnen sichern. Neben weiteren Projekten entsteht so auf dem Kulturcampus ein vielfältiges Wohnangebot für unterschiedliche Bedürfnisse“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen.

Planungssicherheit bis 2031

Mit der Verlängerung schafft die Stadt erstmals eine verlässliche Perspektive für die Nutzerinnen und Nutzer vor Ort. Die neue Laufzeit ermöglicht Investitionen in die Infrastruktur, stabilisiert bestehende Angebote und eröffnet Spielräume für neue Projekte.

Das Gebäude wird derzeit durch unterschiedliche Initiativen genutzt, die den Standort sozial und kulturell prägen. Dazu zählen unter anderem die ada_kantine als niedrigschwelliger Treffpunkt mit kostenfreien Mahlzeiten auf Spendenbasis, Ateliernutzungen des Vereins basis, sowie der Verein Wohnrauminitiative FrankfurtRheinMain (WIF). Auch das Wohnheim bleibt im Gebäude erhalten und bietet weiterhin günstigen Wohnraum für Menschen in Ausbildung. Diese Angebote sichern bereits heute eine vielfältige, gemeinwohlorientierte Nutzung auf dem Kulturcampus.

Neues Konzeptverfahren ab 2027

Parallel zur Verlängerung des aktuellen Mietvertrags wurde ein Fahrplan für die weitere Entwicklung erarbeitet. Im Herbst 2027 soll ein Konzeptverfahren starten, mit dem die Liegenschaft an einen gemeinwohlorientierten Akteur vergeben wird. Ziel ist die Entwicklung eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts mit bezahlbarem Wohnraum und gemeinschaftlich nutzbaren Flächen für die Nachbarschaft.

Die zeitliche Perspektive ist klar definiert: Auf die Ausschreibung folgen Auswahlverfahren, Anhandgabe und Genehmigung des Bauvorhabens. Insgesamt wird bis zum Beginn der Bauarbeiten mit einem Zeitraum von rund vier Jahren gerechnet. Die bestehenden Angebote können bis zum tatsächlichen Baubeginn im Gebäude verbleiben; ein Auszug wird daher voraussichtlich erst ab Sommer 2031 erforderlich.

Ein früheres Konzeptverfahren konnte aufgrund deutschlandweit steigender Bau- und Finanzierungskosten nicht wirtschaftlich umgesetzt werden. Mit der erneuten Ausschreibung wird auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. Vorarbeiten aus dem ersten Verfahren – insbesondere bauliche Untersuchungen – können dabei in die weitere Entwicklung einfließen.

Baustein für den Kulturcampus

Die Entwicklung der ehemaligen Akademie der Arbeit ist Teil der Gesamtstrategie für den Kulturcampus Bockenheim. Der Standort steht exemplarisch für die Zielsetzung, bezahlbaren und gemeinschaftlichen Wohnraum mit sozialen und kulturellen Nutzungen zu verbinden. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung in zentraler Lage geleistet.

Interessierte können sich beim „Tag des offenen Wohnprojekts“, am Samstag, 9. Mai, über gemeinschaftliche Wohnformen informieren. An diesem Tag öffnen 16 gemeinschaftliche Wohnprojekte in Frankfurt ihre Türen und bieten ein Programm von 10 bis 20 Uhr. Weitere Infos sind erhältlich unter gemeinschaftliches-wohnen.de . Im September 2026 wird es zudem eine Infobörse im Planungsdezernat geben, bei der Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Frankfurt, des Netzwerks für gemeinschaftliches Wohnen sowie zahlreiche Wohninitiativen für Fragen ansprechbar sind.

Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Pressesprecher, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055 , E-Mail presse.dezernat03@stadt-frankfurt.de