Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg 2026 an Freundeskreis für Kultur e.V.
Bild: © KOMMZ
Der Kulturpreis der Stadt Aschaffenburg 2026 geht an den Verein Freundeskreis für Kultur e.V. als Ausrichter des Festivals KOMMZ. Das hat der Beirat der „Stiftung Kulturpreis Aschaffenburg“ in seiner Sitzung am 25. Februar einstimmig entschieden. Stiftungsvorsitzender und Oberbürgermeister Jürgen Herzing begründet: „Das KOMMZ hat sich diese Auszeichnung nach so vielen Jahren mehr als verdient. Es ist ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens in unserer Stadt und ein herausragendes Beispiel für ehrenamtliches Engagement, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besonders freut mich, dass sich dort bis heute so viele Ehrenamtliche mit großem Einsatz einbringen.“
Das KOMMZ ist das älteste regelmäßig und ununterbrochen stattfindende Non-Profit-Festival Deutschlands. Gegründet aus einer Initiative des städtischen Jugendhauses wurde das »Nilkheimer Parkfest« 1975 bis 1977 noch als städtische Veranstaltung organisiert. Danach übernahm die Organisation des Festivals eine Gruppe engagierter Menschen. 1991 wurde der gemeinnützige Verein »Freundeskreis für Kultur e.V.« gegründet. Das Festival wird bis heute ehrenamtlich organisiert und verzichtete bewusst auf direkte finanzielle Unterstützung staatlicher oder städtischer Institutionen. „KOMMZ“ steht für eine Mischung aus »kommt’s (zusammen)« und »Kommunikationsfest der Aschaffenburger Jugend«. Derzeit sind es rund 400 Menschen verschiedener Altersgruppen, die das Fest ehrenamtlich organisieren und veranstalten.
Die musikalische Bandbreite der Künstlerinnen und Künstler ist groß. Experimentellen und neuartigen Darbietungsformen wurde und wird immer viel Raum gegeben, kommerzielle Aspekte spielen eine untergeordnete Rolle. Viele der Künstlerinnen und Künstler erreichten später deutschlandweit und international große Beachtung. Dazu gehören Volker Pispers (1987), Mohamed Mounir (1989), Urban Priol (1992), Absolute Beginner (1997 mit Jan Delay) oder Dynamite Deluxe (1998 mit Samy Deluxe). Auch lokalen und regionalen Kulturschaffenden wird ein Podium geboten. Die Bandbreite reicht von Jazz, Rock, Folk über Jazz und Weltmusik bis zu Kabarett, Kleinkunst und Zirkus.
Zusätzlich zum Bühnenprogramm gibt es auf dem KOMMZ Workshops zu unterschiedlichen Themen und für alle Zielgruppen, vor allem für Kinder und Jugendliche. Konsequent versucht das KOMMZ, einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Es war das erste Fest, das (freiwillig) Mehrweggeschirr verwendete, vegetarische Speisen anbot und auf eigene Kosten einen Busservice realisierte. Dafür wurde der Freundeskreis Kultur e.V. 2008 mit dem Agenda21-Preis der Stadt Aschaffenburg ausgezeichnet.
Überschüsse des Festivals werden zu großen Teilen gespendet, unter anderem für Flüchtlingshilfsorganisationen und Entwicklungshilfeprojekte in Afrika und Südamerika, aber auch für lokale Initiativen im sozialen und kulturellen Bereich. Mitglieder des Vereins unterstützen ehrenamtlich andere wichtige Feste in Aschaffenburg, etwa den Kinderkulturtag oder das Fest für Vielfalt.
Das KOMMZ war und ist mehr als ein Musikfestival. Es bietet Platz für Diskurs zu gesellschaftlich relevanten Themen, Podiumsdiskussionen, Infoständen, Austausch, Teilhabe und Gemeinschaftsgefühl.
Die Offizielle Preisverleihung findet am 3. Juli im Schönborner Hof statt.