Leiterin des Frauenbüros Edda Feess scheidet aus dem aktiven Dienst aus

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Darmstadt

Ende einer Ära: Die Leiterin des Frauenbüros, Edda Feess, scheidet nach 21 Jahren aus dem aktiven Dienst der Wissenschaftsstadt Darmstadt aus. Jetzt wurde sie verabschiedet.Edda Feess, Jahrgang 1961, trat 2005 als stellvertretende Frauenbeauftragte ihren Dienst an und leitete seit Mai 2012 das Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Ihre langjährige Tätigkeit fasst sie wie folgt zusammen: „Diskriminierung zu überwinden und einen Beitrag zu leisten, dass Frauen frei und selbstbestimmt leben können, habe ich immer als sehr sinnvolle Aufgabe erlebt und etwas Schöneres kann man sich für die Arbeit nicht wünschen. Gleichstellungsarbeit bedeutete für mich, Veränderungen im Dialog, gemeinsam und Schritt für Schritt zu erreichen. Viele Verbesserungen waren umsetzbar, weil engagierte Menschen in der Politik, allen voran Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, und Menschen in meinem Team, in der Verwaltung, dem Frauennetzwerk und der Stadtgesellschaft diesen Weg mit mir gemeinsam gegangen sind.“Oberbürgermeister und Personaldezernent Hanno Benz verdeutlicht die Verdienste der langjährigen Mitarbeiterin der Wissenschaftsstadt Darmstadt: „Edda Feess hat die Gleichstellungsarbeit in Darmstadt geprägt und ihr Gesicht gegeben. Dass die Gleichstellung heute fest in der Politik und in der Arbeit unserer Stadtverwaltung verankert ist, ist auch ihr Verdienst – dafür danke ich ihr und wünsche ihr für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.“Bürgermeisterin Barbara Akdeniz: „Edda Feess hat die Gleichstellungsarbeit in Darmstadt mehr als 20 Jahre lang mit Einsatz, Hartnäckigkeit, Kompetenz und Leidenschaft für die Sache geprägt. Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, strukturelle Verbesserungen zu ermöglichen und die Gleichstellung als Bestandteil der politischen und verwaltungstechnischen Arbeit zu verankern. Mit diesen neu geschaffenen Strukturen und Angeboten für Frauen und Mädchen hat Edda Feess Darmstadt zu einem positiven Beispiel für Gleichberechtigung und Chancengleichheit entwickelt.“Die Liste der Tätigkeiten und erfolgreich umgesetzten Projekte, an denen Edda Feess mitgewirkt und viele davon ins Leben gerufen hat, ist lang. Mit ihrem Eintritt ins Frauenbüro 2005 war sie verantwortlich für behördliche Gleichstellungsarbeit nach dem Hessischen Gleichberechtigungsgesetz und das Thema „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Sie leitete das „Lokale Bündnis für Familie Darmstadt“ und erarbeitete mit der Industrie- und Handelskammer und den zwanzig größten Darmstädter Unternehmen in einer „NetzWerkStadt“ Praxislösungen für den Wirtschaftsstandort Darmstadt.Zuvor gründete die Politikwissenschaftlerin und Germanistin den damals bundesweit modellhaften Internet-Wegweiser zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie (www.familien-willkommen.de), wofür sie 2008 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Mit der Übernahme der Leitungsfunktion 2012 lag ein Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich des Schutzes vor häuslicher und sexualisierter Gewalt von Frauen: 2013 wurde ein inklusiver Fachtag „Nein zu Gewalt an Frauen mit Behinderung“ zum lokalen Aktionsplan der UN-Behindertenrechtskonvention durchgeführt, 2015 ein Schutzkonzept zur Prävention von häuslicher und sexualisierter Gewalt in den Darmstädter Erstwohnhäusern für Geflüchtete entwickelt und ab 2019 in Umsetzung der Istanbul-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf kommunaler Ebene unter Federführung des Frauenbüros und in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus dem „Netzwerk Gewaltschutz“ das überregional beachtete „Darmstädter Modell“ erarbeitet und als eine erste umgesetzte Maßnahme im November 2021 eine Info-Kampagne „Das Schweigen brechen“ zu Hilfsangeboten für Frauen in Gewaltsituationen durchgeführt.Im Jahr 2015 trat Darmstadt der Europäischen Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene bei. „Ich bin dankbar, dass der Magistrat mit dieser Entscheidung das Thema Geschlechtergerechtigkeit in die Zukunft unserer Stadt hinein verankert hat“, so Feess. Bürgermeisterin Akdeniz ergänzt: „Die Tiefe und Tragweite dieser Entscheidung zeigt sich im 1. Darmstädter Gleichstellungsbericht von 2021, dessen Handlungsansätze weit in die Zukunft Darmstadts weisen und in bisher zwei Gleichstellungsaktionsplänen mit insgesamt über 35 einzelnen Maßnahmen. Damit wird Gleichstellungsarbeit messbar und das führt zu konsequenten Umsetzungen.“Ein weiterer Höhepunkt ihrer Tätigkeit: Auf Initiative von Edda Feess und der Luise-Büchner-Gesellschaft e.V. und mit finanzieller Unterstützung des frauenpolitischen Darmstädter Netzwerks wurde im Juni 2017 ein Denkmal für Luise Büchner enthüllt, die sich im 19. Jahrhundert für die Bildung von Frauen und Mädchen eingesetzt hatte. Jüngste erfolgreiche Aufgabe war die Projektentwicklung zum Neubau eines Frauenhauses, das voraussichtlich im August 2027 dem Träger und den betroffenen Frauen übergeben werden kann.Für die Zukunft hofft Feess, dass Frauenpolitik in Darmstadt an der Spitze der Agenda bleibt, um weiter bestehende Forderungen durchzusetzen und Erreichtes in der Gleichstellung von Mann und Frau zu verteidigen. „Denn der Kampf für Frauenrechte ist ein Kampf für die Grundfesten unserer demokratischen Gesellschaft. Gerade zu einer Zeit, in der sich immer mehr antifeministische und demokratiefeindliche Kräfte anschicken, die Zeit zurückdrehen zu wollen“, so Feess abschließend.