literaTurm 2026: Festival endete mit einer Matinee zu Tschechien als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2026

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Am Sonntag, 14. Juni, endete nach sieben Tagen die 13. Auflage von literaTurm, dem biennalen Literaturfestival der Stadt Frankfurt am Main. In diesem Jahr stand literaTurm unter dem Motto „OstWestText“ und thematisierte die literarische Wahrnehmung der DDR sowie der Wende- und Nachwendejahre aus Ost- wie aus Westperspektive. Anhand von Romanen und Erzählungsbänden sowie Sachbüchern aus den letzten zwei Jahren fanden intensive und differenzierte Diskussionen statt, die die Notwendigkeit des Sprechens über Differenzen und Gemeinsames deutlich machten. Die 25 Veranstaltungen mit knapp 80 Mitwirkenden waren zu 95 Prozent ausgebucht. Viele von ihnen fanden über den Dächern der Stadt in Frankfurter Hochhäusern statt, die für das Festival namensgebend sind, ausgewählte Lesungen gab es aber auch wieder in etablierten Kulturinstitutionen.

Den Festivalabschluss bildete eine Matinee im Haus am Dom mit den Autorinnen und Autoren Iva Procházková, Marek Torčík und Uwe Kolbe, die eine Brücke zu Tschechien als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2026 und zu den Lyriktagen Frankfurt 2027 schlug. Bei weiteren Veranstaltungen und Lesungen nahmen Christoph Hein, Jana Hensel, Péter Nádas, Feridun Zaimoglu, Dirk Oschmann, Peggy Mädler, Ingo Schulze, Ilko-Sascha Kowalczuk, Lukas Rietzschel, Katja Lange-Müller, Annett Gröschner, Clemens Meyer, Hendrik Bolz, Helga Schubert, Ines Geipel, Christian Lehnert, Victor Schefé, Hendrik Bolz, Daniela Dröscher, Sylvie Schenk, Manja Präkels, Helene Bukowski, Kiran Desai und viele mehr teil.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, freute sich über den Erfolg: „Die diesjährige Ausgabe des Frankfurter Festivals literaTurm unter dem Motto ‚OstWestText‘ traf ins Schwarze. Die Menschen sind, zumal vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, hochinteressiert an den literarischen Spiegelungen der deutsch-deutschen Spannungen. Wie gut diese Themenwahl ankommt, zeigte die ausgesprochen große Resonanz auf das Programm, in dem die Risse im deutsch-deutschen Gefüge, aber auch die gemeinsamen Fundamente von wichtigen Stimmen der Gegenwartsliteratur verhandelt wurden. literaTurm hat sich wieder einmal als Diskursfestival am Puls der Zeit erwiesen. Ich danke Sonja Vandenrath, als Leiterin des Literaturreferats im Kulturamt, und ihrem Team für das hervorragende Programm und die gute Organisation.“

Zu den Höhepunkten des Festivals zählte die Eröffnung am 8. Juni in der Volksbühne im Großen Hirschgraben mit Jana Hensel, Ursula Krechel und Ilko-Sascha Kowalczuk, der kurzfristig für Steffen Mau eingesprungen war. Die Lesung mit Christoph Hein sowie ein Gespräch über Mitteleuropa zwischen Durs Grünbein, Jürgen Kaube und Péter Nádas waren weitere Highlights. Die Fragen, wie man über die DDR mit zunehmendem zeitlichen Abstand schreiben kann und wie der große Bruch von 1989/90 noch in den kommenden Generationen nachwirkt, durchzogen viele Diskussionen. In anderen Panels ging es um Dissensthemen zwischen Ost und West, die ausgesprochen konstruktiv diskutiert und anhand einschlägiger Textpassagen illustriert wurden.   

Sonja Vandenrath zieht Bilanz als Programmleiterin: „Das Thema Ost-West ist mir ein persönliches Anliegen. Dass fast vierzig Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch überwiegend die Unterschiede diskutiert werden, war der kuratorische Ausgangspunkt für literaTurm 2026. Bei der Programmarbeit ging es mir um Konstellationen, die über neuralgische Themen aus Ost- wie aus Westperspektive diskutierten. Ein wichtiger Aspekt bei der Kuration waren generationelle Fragen, die sich in den Biografien der eingeladenen Autor:innen widerspiegelten. Die DDR und die Spätfolgen der deutschen Wiedervereinigung sind ein großartiger literarischer Stoff, über den mit viel Verve diskutiert wurde. Das hat auch ein begeistertes Publikum so wahrgenommen.“ 

Gastgeber der Veranstaltungen bis zum 53. Stock waren A&O Shearman, DekaBank, DLA Piper, Freshfields, Hengeler Mueller, Skadden, UBS Europe SE, der Kunstverein Familie Montez und die Volksbühne im Großen Hirschgraben. Kooperationspartner und Veranstaltungsorte waren des Weiteren das Literaturhaus Frankfurt, die Romanfabrik, die Jüdische Gemeinde Frankfurt, der S. Fischer Verlag, das Kollektiv DiasporaOst, der Verein Kultur & Bahn und der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2026 Tschechien. Ausgewählte Veranstaltungen wurden für den Medienpartner hr2-kultur sowie den Bücher-Podcast der F.A.Z. aufgezeichnet.

Fotos Christoph Hein und Moderatorin Sabine Rennefanz beim Literaturfestival literaTurm, Copyright: Alexander Paul Englert 

Moderator Jan Wiele mit Ulrike Draesner und Annett Gröschner beim Literaturfestival literaTurm, Copyright: Alexander Paul Englert 

Moderator Gregor Dotzauer mit Durs Grünbein, Peter Nadas und Jürgen Kaube beim Literaturfestival literaTurm, Copyright: Alexander Paul Englert 

Kontakt für die Medien Sonja Vandenrath, Programmleitung literaTurm, Telefon 069/212-36091 , E-Mail sonja.vandenrath@stadt-frankfurt.de 

Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Tel 069/212-49232 , Mobil 0171/1769719 , E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de