Michaela C. Kraft: Elf Jahre Einsatz für Frankfurts Straßen und Brücken 

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

Langjährige Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung geht in den Ruhestand

ffm. Gut elf Jahre hat Diplom-Ingenieurin Michaela C. Kraft als Leiterin das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) geprägt. Am 31. Oktober endet nun ihre Zeit im Dienst der Stadt Frankfurt. Ihr Nachfolger ist Eike Rothauge. Michaela C. Kraft selbst verabschiedet sich in den Ruhestand. Frankfurt wird die gebürtige Schwarzwälderin aber treu bleiben. 

„Mein Lebensmittelpunkt und Hauptwohnsitz bleibt Frankfurt am Main“, sagt Kraft. „Ich habe hier Wurzeln geschlagen.“ Sicher auch, aber nicht nur wegen der Lebensqualität und dem kulturellen Angebot, das Kraft rasch für die Mainmetropole eingenommen hat. Denn durch ihre weitreichende Arbeit an der Spitze des Amts für Straßenbau und Erschließung – das fünftgrößte Tiefbauamt Deutschlands – hat sich über die Jahre ganz selbstverständlich eine starke Bindung zu dieser internationalen Großstadt und dem zentralen Verkehrsknotenpunkt in Europa entwickelt.

Von der Tischlerin zur Amtsleiterin

„Wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke, erfüllt mich vor allem Dankbarkeit. Ich durfte gemeinsam mit einem engagiertem Team Verantwortung für eine zukunftsfähige Infrastruktur übernehmen, die das tägliche Leben von Hunderttausenden Menschen prägt und erleichtert“. 2016 kam sie aus Berlin nach Frankfurt am Main. Die gelernte Tischlerin aus dem Schwarzwald hatte in Berlin an der TU Bauingenieurwesen studiert, das Referendariat für den Höheren Technischen Verwaltungsdienst und eine Mediationsausbildung durchlaufen. Nach vielen Stationen in der Hauptstadt Berlin und bei Bundesministerien arbeitete sie zuletzt als Referatsleiterin die Autobahnmeisterei und die Tunnelleitzentrale mit rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in der Auftragsverwaltung des Bundes.

„Da war es natürlich ein bedeutender Schritt und eine große Veränderung, dieses Amt in Frankfurt am Main leiten zu dürfen mit rund 300 Mitarbeitenden“, freut sie sich noch heute über diese Wendung in ihrem Berufsleben. „Das Amt ist für die Planung, den Bau und die Erhaltung der Technischen Verkehrsinfrastruktur in Frankfurt am Main verantwortlich. Das ist ein Netz, das aus rund 1450 Kilometern Straßen, rund 480 Brücken und 3 Tunnelanlagen besteht und die Menschen in dieser Stadt verbindet. Rund 400.000 Menschen pendeln täglich nach Frankfurt, sie alle wollen von A nach B kommen und fordern ein Höchstmaß an Mobilität ein“, umreißt sie das Aufgabengebiet.

In ihrer Zeit als Amtsleiterin hat sich das Amt in vielen Bereichen weiterentwickelt: „Von einem klassischen Straßenbauamt hin zu einem modernen Zentrum des Infrastrukturmanagements“, sagt Kraft. „Gemeinsam haben wir große Brückenprojekte wie die Camberger Straße, die Schwedlerbrücke oder zahlreiche weitere Ingenieurbauwerke voran gebracht. Und wir haben den Reformstau durchbrochen und wichtige Straßen systematisch saniert – etwa die Wilhelmshöher Straße, die Franziusstraße, die Friesstraße oder Am Erlenbruch.“

Das Amt weiterentwickelt und für die Zukunft gerüstet

Dabei wurden neue Wege beschritten. Unter ihrer Leitung spielten jetzt Themen wie Recycling von Asphalt, Niedrigtemperaturasphalt, klimaangepasste Straßenräume, Entsiegelung und Digitalisierung eine wichtige Rolle. „Wir haben Innovationen und Nachhaltigkeit im Verkehrswegebau entwickelt. Als das habe ich mit einem engagierten Team erreicht, darauf bin ich stolz.“

So hat sich das Amt in den vergangenen elf Jahren auch im Innern verändert. Die Digitalisierung der Prozesse, papierlose Bearbeitung von parlamentarischen Anfragen, neue Formen der Personalgewinnung, Kooperationen mit Hochschulen und eine moderne Kommunikationskultur prägen seit her das Amt. „Und all diese neuen Wege nach innen und nach außen wären ohne die Innovationsfreudigkeit der Mitarbeitenden nicht möglich gewesen.“ Dabei hat sie stets die Kompetenzen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefördert und geschätzt. „Gute Führung bedeutet Vertrauen, Verantwortung übertragen und gemeinsam Lösungen entwickeln“, betont die Bauingenieurin.

Frühzeitig kommunizieren, Anliegen der Bürgerschaft ernst nehmen

Überhaupt sind Kommunikation, Transparenz, Vertrauen und Verantwortung ihr stets wichtige Werte gewesen und für sie das Geheimnis des Erfolgs einer Verwaltung – auch im Verhältnis zu den Bürgerinnen und Bürgern. Denn es waren gerade die äußeren Umstände nicht immer einfach. „Viele Maßnahmen, viele Planungen führen verständlicherweise zu Fragen, Sorgen und mitunter auch zu Kritik bei den Bürgerinnen und Bürgern“, erinnert sich Kraft an ihre aktive Zeit. „Schließlich kommt es zu Verkehrseinschränkungen oder die Menschen stehen im Stau.“

Als besondere Herausforderungen dieser Art fallen ihr die Straßensanierung „Am Erlenbruch“ ein, als in 31 Stunden die Fahrbahndecke erneuert wurde. Trotz gleichzeitiger Bauarbeiten am Riederwaldtunnel. Oder auch die Bauarbeiten an der Friesstraße im Seckbacher Gewerbegebiet, als die ansässigen Unternehmen im Vorfeld Befürchtungen wegen der Einschränkung der Erreichbarkeit hatten.

„Umso wichtiger ist eine frühzeitige, ehrliche und transparente Kommunikation in die Stadtteile hinein zu den Menschen. Und dass man vor Ort für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar ist. So lassen sich Fragen frühzeitig klären und Anliegen der Betroffenen besser berücksichtigen“, sagt Kraft. Und eine große Herausforderung für das Amt war der Fachkräftemangel. „Dennoch sind wir stets leistungsfähig geblieben und haben unter anderem durch Kooperationen mit Hochschulen und mit der Einführung eines Dualen Studiums neues Personal gewinnen können.“

Auch im Ruhestand etwas weitergeben

Michaela C. Kraft blickt zufrieden zurück und freut sich nun abseits von Pflichtaufgaben und einem vollen Terminkalender erst einmal auf die selbstbestimmte Zeit und auf einige Reisen, die anstehen. Aber auch im Ruhestand will sie etwas bewegen, etwas bewirken und ihr Wissen weitergeben. So wie bei dem Mentorenprogamm für Studierende, für das sie sich angemeldet hat. Hierfür möchte Michaela C. Kraft ihre Erfahrungen weitergeben, junge Menschen unterstützen und sie auf ihrem eigenen Weg begleiten.

Text: Thomas Waldherr

Foto Porträt von Michaela C. Kraft, Copyright: Stadt Frankfurt am Main, Foto: Chris Christes