Mit dem „Digital Arts Lab“ entsteht ein neuer Ort für digitale Kunst auf dem Kulturcampus

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Die Stadt Frankfurt und der Verein „NODE zur Förderung Digitaler Kultur“ schaffen, gefördert und auf gemeinsame Initiative mit der Crespo Foundation, mit dem „Digital Arts Lab“ ein neues Kompetenzzentrum für digitale Kunst in Frankfurt. Das „Digital Arts Lab“ wird ein interdisziplinäres Labor für die experimentelle künstlerische Auseinandersetzung mit digitaler Technologie. Es soll Künstlerinnen und Künstler, Entwicklerinnen und Entwickler, Designerinnen und Designer sowie Forscherinnen und Forscher zusammenbringen und über Beratungsangebote, Fortbildungen sowie die Bereitstellung innovativer Hard- und Softwaretechnologien eine digital-künstlerische Praxis und Expertise in Frankfurt etablieren.

Das „Digital Arts Lab“ entsteht zunächst als dreijähriges Pilotvorhaben im Rahmen der kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Kunstbibliothek. Der Verein NODE übernimmt die Trägerschaft und künstlerische Leitung. Die Kosten für die Einrichtung, den Betrieb, das Basisprogramm sowie die Durchführung von Weiterbildungen für Künstlerinnen und Künstler in der kritischen digital-kulturellen Bildung werden aus Mitteln der Crespo Foundation, des Kulturamtes, des Digitalisierungsbudgets des Kulturdezernats und der Stabsstelle Digitalisierung getragen. Für die weitere Programmgestaltung, Workshops und Vermittlungsformate sollen zusätzliche Mittel eingeworben werden.

Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, sagt: „Kunstgeschichte und technologische Entwicklung sind seit jeher untrennbar miteinander verbunden. Vor allem in den vergangenen Jahren haben sich die Möglichkeiten des Kunst- und Kulturschaffens ästhetisch wie auch thematisch radikal erweitert: vom digitalen Bühnenbild im Theater über die ‚Post Internet Art‘ in der Bildenden Kunst bis hin zur elektronischen Musikproduktion gibt es mittlerweile digitalkünstlerische Praktiken über alle Kunstsparten hinweg. Für all diese Entwicklungen schaffen wir mit dem ‚Digital Arts Lab‘ nun einen Ort, der wirksame Fortbildungsangebote für Frankfurter Kulturschaffende, aber auch ein Programm für die gesamte Stadtgesellschaft rund um digitale Kunst anbieten wird.“

NODE geeigneter Partner für das „Digital Arts Lab“

Mit NODE haben die Stadt Frankfurt und die Crespo Foundation den idealen Partner zur Umsetzung des „Digital Arts Lab“ gefunden. Der Verein entwickelt seit 2008 Veranstaltungen, Festivals, Workshops, Weiterbildungen sowie Netzwerk- und Austauschformate an der Schnittstelle zwischen Kunst und digitaler Technologie. Seit vielen Jahren setzt NODE Formate für Kinder und Jugendliche wie das Festival „Digitale Welten“ um und verfügt über ein breites internationales Netzwerk im Feld der digitalen Kultur.

Eileen O’Sullivan, Dezernentin für Bürger:innen, Digitales und Internationales, sagt: „Das ,Digital Arts Lab' eröffnet Künstler:innen neue Zugänge zu digitaler Infrastruktur. Kunst ist dabei weit mehr als ein Zusatz: Durch die kritische und experimentelle Auseinandersetzung mit Digitalität entstehen neue Perspektiven auf Technologien und Daten. Künstler:innen machen digitale Tools aus anderen Blickrichtungen nutzbar, übersetzen urbane Daten in verständliche und erfahrbare Visualisierungen und bringen so Bürger:innen, Stadt und Technologie in einen lebendigen Dialog. So wird deutlich, dass eine Smart City nur dann im Sinne der Demokratie funktioniert, wenn Daten transparent, zugänglich und verständlich sind und Bürger:innen digitale Systeme mitgestalten können.“

Prof. Christiane Riedel, Vorstandsmitglied der Crespo Foundation, sagt: „Wir freuen uns sehr über die gelungene Kooperation mit NODE und der Stadt Frankfurt bei der Begründung des Digital Arts Lab, weil wir Kindern und Jugendlichen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region einen einfachen Zugang zu kreativen und kritischen digitalen Kompetenzen ermöglichen möchten. Deshalb ist es großartig, dass mit dem DAL nicht nur ein neuer Hub für digitale Kreativität entsteht, sondern vor allem auch Künstler:innen  gezielt als Vermittler:innen für digitale Bildung und die Begleitung junger Menschen qualifiziert werden.“

Alexander Roidl, Co-Vorstand des Vereins NODE, sagt: „Mit dem Digital Arts Lab wollen wir einen interdisziplinären Lern- und Forschungsort schaffen, der mit seiner Ausstattung und interdisziplinären Formaten künstlerische Experimente mit digitalen Technologien und Wissenstransfer fördert. Der Aufbau einer Community aus Künstler*innen, Hochschulen, digitaler Zivilgesellschaft, Kultur- und Kreativwirtschaft soll das Digital Arts Lab zu einem Zentrum für digitale Kunst & kritische Technologiepraxis entwickeln, das nachhaltig digital-künstlerische Expertise in Frankfurt verankert.“

Jeanne Charlotte Vogt, ebenfalls vom Vorstands-Duo und der Geschäftsführung des Vereins NODE, ergänzt: „Außerdem wollen wir mit Festivals, Summer Schools und Laboren, die wir in der Kunstbibliothek umsetzen, als Verstärker für künstlerische Impulse aus Frankfurt wirken und Frankfurter Positionen international sichtbar machen.“

Kooperation mit neuem Kreativraum „display“

Das „Digital Arts Lab“ wird mit dem neuen Kreativraum „display“ in der Berliner Straße projektbezogen kooperieren. Entsprechende Formate sowie eine weiterführende Förderung wurden bereits mit der Stabsstelle Digitalisierung der Stadt Frankfurt abgestimmt. Das im Januar dieses Jahres eröffnete „display“ wird ebenfalls vom Verein NODE im Auftrag der Stabsstelle betrieben. Mit Angeboten wie Coding-Workshops, Vorträgen zum digitalen Wandel oder Hackathons bietet er ein vielseitiges Programm rund um das Thema Digitalität.

Wichtiger Baustein der Kulturentwicklungsplanung (KEP)

Die Einrichtung des „Digital Arts Lab“ ist ein zentrales Vorhaben des Kulturentwicklungsplans (KEP) der Stadt Frankfurt am Main. Mit dem Titel „Miteinander Zukunft gestalten“ wurde er im Januar 2026 nach mehrjährigem Entwicklungsprozess unter Mitwirkung der Frankfurter Kulturschaffenden sowie Fachleuten aus angrenzenden Disziplinen und der interessierten Stadtgesellschaft erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Digitalisierung in Kunst und Kultur war einer von drei Themenschwerpunkten.

Zwischennutzung der ehemaligen Kunstbibliothek

Das „Digital Arts Lab“ bildet einen wesentlichen Bestandteil der kulturellen Zwischennutzung der ehemaligen Kunstbibliothek auf dem Kulturcampus, die in den kommenden Jahren im Rahmen des Kooperationsprojektes „Vision 31“ vom Verein Offenes Haus der Kulturen, der zivilgesellschaftlichen Initiative Making Frankfurt, der Frankfurt University of Applied Sciences und dem Kulturdezernat gemeinsam umgesetzt wird. Die ehemalige Kunstbibliothek bietet günstige räumliche Voraussetzungen: Mit 120 Quadratmeter erhält das Digital Arts Labs nicht nur eine eigene Räumlichkeit, sondern kann auch die multifunktionalen Gemeinschaftsflächen mitnutzen.

Kontakt für die Medien Hanna Immich, Pressesprecherin, Dezernat Kultur und Wissenschaft, Telefon 069/212-49232 , Mobil 0171/1769719 , E-Mail hanna.immich@stadt-frankfurt.de