Modernisierungsprojekte gut gestalten

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Stadt Frankfurt gibt Kommunikations-Leitfaden für die energetische Modernisierung von Mietshäusern heraus

ffm. Der Kommunikations-Leitfaden ist eines der ersten Arbeitsergebnisse des WohnDialogs, an dem die Stadt Frankfurt gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wohnungswirtschaft und Mietervertreterinnen und -vertretern beteiligt ist. Vor gut einem Jahr hatte das Dezernat für Planen und Wohnen erstmals zum „WohnDialog“ eingeladen. Der WohnDialog wurde vom Planungsdezernat und dem Amt für Wohnungswesen entwickelt, um einen konstruktiven und vertrauensbildenden Austausch zwischen Wohnungswirtschaft, Mieterschaft und weiteren Akteurinnen und Akteuren der Stadtgesellschaft zu etablieren.

Trotz unterschiedlichster Interessen waren sich die Beteiligten des „WohnDialogs“ einig, dass die Herausforderungen der Zeit ein gemeinsames und koordiniertes Handeln erfordern. Gemeinsam wurden Themen ausgewählt, zu denen konkrete Initiativen, Prozesse und Projekte angestoßen werden sollen. Mehrheitlich hat sich die Gruppe zunächst auf Energetische Modernisierung und Kommunikation fokussiert.

„Frankfurts Gebäudebestand muss in den kommenden Jahren erneuert werden, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren und die Mietnebenkosten zu senken. Um diese Maßnahmen koordiniert anzugehen, haben wir gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft, Mieterverbänden und Quartiersvertretern im Rahmen des WohnDialogs einen Leitfaden erarbeitet. Dieser soll künftig als Rahmen dienen, wie die Kommunikation zwischen Vermietenden und Mietenden bei Bauprojekten gut gestaltet werden kann und zum gegenseitigen Verständnis und Vertrauen beitragen. Unser Ziel ist es, energetische Modernisierungen sozialverträglich, effizient und nachhaltig zu gestalten, ohne dabei die wirtschaftliche Realisierbarkeit aus den Augen zu verlieren“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen.

In vier Sitzungen hat eine Arbeitsgruppe zum Thema „Kommunikation bei energetischer Modernisierung“ den Kommunikations-Leitfaden entwickelt. Aufgeteilt auf die drei Phasen vor, während und nach der Modernisierung funktioniert der Leitfaden wie ein Instrumentenkasten mit konkreten Handlungsempfehlungen für eine transparente, faire Kommunikation als Grundvoraussetzungen für Akzeptanz und Mitwirkungsbereitschaft und das Gelingen anspruchsvoller Projekte.

Eingebracht haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der großen Wohnungsbaugesellschaften, wie ABG, GSW, GWH, Nassauische Heimstätte, Vonovia und der Verband der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) sowie Mieterschutzvereine, Sozialbezirksvorsteherinnen und -vorsteher und Quartiersmanagements. Fachliche Inputs haben das städtische Klimareferat sowie die städtischen Stabsstellen Bürger:innenbeteiligung und Mieterschutz beigesteuert. Die Mitglieder der AG sind im Leitfaden benannt.

Den Kommunikations-Leitfaden ist unter KommunikationsleitfadenModernisierung | Stadt Frankfurt am Main  zu finden.

Weitere Stimmen Katharina Wagner, Leiterin Amt für Wohnungswesen: „Die gemeinsame Arbeit der AG Energetische Modernisierung hat gezeigt, wie wertvoll der Dialog ist: Er schafft Verständnis und bringt die unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Der gemeinsam erarbeitete Leitfaden ist für mich deshalb jetzt schon ein Erfolg. Die großen Aufgaben im Wohnen gehen nur miteinander – der WohnDialog ist dafür die richtige Plattform, deshalb setzen wir ihn fort.“

Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest: „Eine offene und transparente Kommunikation ist ein Erfolgsfaktor bei Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen. Die sozial orientierten Wohnungsunternehmen in Frankfurt setzen seit vielen Jahren auf diesen dialogorientierten Ansatz. Der Leitfaden bietet hierfür einen praxisnahen Instrumentenkasten mit hilfreichen Handlungsempfehlungen und bündelt bewährte Erfahrungen aus der Praxis. Da sich Projekte aber erheblich in Umfang, Komplexität und Betroffenheit unterscheiden, muss die Kommunikation immer individuell ausgestaltet werden. Deswegen ist der Leitfaden keine verpflichtende Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern eine Orientierungshilfe, die je nach Projektart flexibel genutzt werden kann. Darin liegt auch seine Stärke: Er schafft einen verlässlichen Rahmen, ohne starre Vorgaben zu machen, respektiert die unternehmerische Verantwortung und ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen vor Ort – im Sinne einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Mieterinnen und Mietern.“

Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung der ABG Frankfurt Holding: „Wir möchten Mieterinnen und Mietern Zukunftssicherheit und Wohnqualität bieten und zur Erreichung der Klimaziele der Stadt Frankfurt beitragen. Wie bisher setzen wir bei baulichen Maßnahmen auf Information, Dialog und, falls erforderlich, auf die Begleitung durch unser Sozialmanagement. Um die genannten Ziele gemeinsam erreichen zu können, haben wir uns an der Entwicklung des Frankfurter Leitfadens beteiligt, der mögliche Kommunikationsmaßnahmen für die in den nächsten Jahren anstehenden energetischen Modernisierungen zusammenfasst.“

Stefan Bürger, CEO GWH Immobilien Holding: „Energetische Modernisierung ist kein Imageprojekt, sondern Pflicht – fürs Klima und für bezahlbare Nebenkosten. Aber wir verändern damit den Alltag unserer Mieterinnen und Mieter. Wer das unterschätzt, scheitert. Fragen gehören dazu. Der Leitfaden ist deshalb kein Symbolpapier, sondern ein klarer Anspruch an uns selbst. Denn am Ende zählt auch, ob die Menschen, die bei uns wohnen, unseren Weg nachvollziehen können.“

Monika Fontaine-Kretschmer, NHW-Geschäftsführerin: „Als eines der größten Wohnungsunternehmen in Hessen begrüßen wir den Kommunikations-Leitfaden ausdrücklich. Energetische Modernisierungen sind für den Klimaschutz, die Zukunftsfähigkeit unseres Bestands und langfristig auch zur Stabilisierung der Betriebskosten unverzichtbar – gleichzeitig greifen sie tief in den Alltag der Mieterinnen und Mieter ein. Ein klarer, frühzeitiger und verlässlicher Dialog auf Augenhöhe ist deshalb für uns ein zentraler Bestandteil jeder Modernisierungsstrategie. Der Leitfaden stärkt diese Haltung, gibt allen Beteiligten Orientierung und unterstützt uns dabei, komplexe Modernisierungsprojekte sozialverträglich, transparent und im Sinne einer partnerschaftlichen Hausgemeinschaft umzusetzen.“

Dominique Lieber, Vonovia Regionalbereichsleiterin: „Gerade bei anspruchsvollen Themen wie der energetischen Modernisierung ist eine klare und verlässliche Mieterkommunikation entscheidend. Der neue Leitfaden bestärkt uns in unseren Kommunikationsaktivitäten bei Modernisierungen. Er bietet dafür eine gute Orientierung und unterstützt einen strukturierten Dialog mit unseren Mieterinnen und Mietern."

Ina Gotsmann, Leiterin der Stabsstelle Bürger:innenbeteiligung: „Die Stabsstelle Bürger:innenbeteiligung hat ihre Expertise gerne in die AG Energetische Modernisierung eingebracht. Besonders wichtig war uns dabei, auf die Qualitätsstandards für gute Beteiligung hinzuweisen, wie sie in der Richtlinie Öffentlichkeitsbeteiligung festgeschrieben sind. Auch bei der energetischen Modernisierung von Mietshäusern kann es Spielräume für Beteiligung von Mieter:innen geben. Der Frankfurter Leitfaden zur Kommunikation bietet hierfür Orientierung und unterstützt den Dialog zwischen Wohnungsbaugesellschaften und Mieter:innen.“

Rolf Janßen, Geschäftsführer DMB Mieterschutzverein Frankfurt am Main: „Aufgrund der angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt und damit verbunden immer größeren Problemen für Mietende und Vermietende, ist ein Dialog zwischen den Mietparteien hilfreich, um die vielfältigen Anforderungen gemeinsam zu thematisieren und für alle Beteiligten verträgliche Lösungen zu suchen. Es ist sehr erfreulich, dass der WohnDialog mit Vertreter:innen von großen Wohnungsbaugesellschaften sowie Mieterschutzvereinen, Sozialbezirksvorsteher:innen und Quartiersmanagement breit aufgestellt ist. Hierdurch ist es möglich, in einen konstruktiven Austausch zwischen den Mietparteien zu kommen. Wir begrüßen es sehr, dass der WohnDialog fortgesetzt werden soll, um weitere, das Wohnen betreffende Themen, zu behandeln.“

Wera Eiselt, Sozialbezirksvorsteherin: „Nur wenn alle gemeinsam reden und zuhören, kann Konfliktpotential ausgeräumt werden. Man sagt sich eher nette Dinge ins Gesicht als unschöne hintenrum. Und das Verständnis kann direkt vor Ort erörtert werden ohne dass es zu Unstimmigkeiten kommt, da man immer sofort nachfragen kann.“

Kontakt für die Medien Sebastian Tokarz, Pressesprecher, Dezernat für Planen und Wohnen, Telefon 069/212-71055 , E-Mail presse.dezernat03@stadt-frankfurt.de