Nachhaltig und visionär: Siegerentwurf für das Gebäude des Frankfurt Conservation Centers steht fest

Veröffentlicht: Neuigkeiten Ort: Frankfurt

ffm. Das Frankfurt Conservation Center (FCC) soll auf dem Gelände des Frankfurter Zoos ein neues Zuhause bekommen. Aus dem Architekturwettbewerb für das geplante Gebäude ging das Stuttgarter Büro haascookzemmrich STUDIO2050 als Sieger hervor. Der Entwurf überzeugte die Jury durch seine innovative, ökologische und städtebauliche Gestaltung. Die eingereichten Entwürfe sind bis Freitag, 13. März, im Stadtplanungsamt öffentlich ausgestellt.

Das FCC ist ein internationales Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz unter der Federführung der Goethe-Universität Frankfurt, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF). Als unabhängige Plattform vereint es wissenschaftliche Expertise, praktische Naturschutzarbeit und gesellschaftliches Engagement. Gemeinsam mit seinen Partnern treibt das FCC von Frankfurt aus einen wissenschaftlich fundierten, interdisziplinären und wirkungsorientierten internationalen Naturschutz voran. Ziel ist es, ein führender europäischer Knotenpunkt für integrierten Naturschutz und nachhaltige Entwicklung zu werden, der weltweit Impulse setzt.

In das neue Gebäude sollen neben der FCC-Geschäftsstelle auch mehrere Partnerorganisationen einziehen, um bestehende Kooperationen zu stärken und neue Synergien zu schaffen. Der Neubau entsteht am östlichen Rand des Frankfurter Zoos auf einer Fläche von 1448 Quadratmetern. Mit fünf Geschossen und einem möglichen Staffelgeschoss bietet er auf rund 5000 Quadratmetern Fläche ausreichend Raum für Büros, Konferenz- und Meetingbereiche, offene Arbeitsflächen, Arbeitsplätze im Freien sowie räumliche Angebote für Ausstellungen und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Auch der Zoo profitiert, denn mit dem Neubau erhält er wieder einen dauerhaften zweiten Eingang im Osten an der Ecke Rhönstraße/Waldschmidtstraße. [Bild: Gerenderte Ostansicht des ausgewählten Entwurfs aus Sicht der Waldschmidtstraße, Copyright: haascookzemmrich STUDIO 2050 / ZGF ] Der Vorsitzende der Auswahljury, Architekturprofessor Zvonko Turkali aus Frankfurt, betont: „Der elegante, gerundete Solitär fügt sich harmonisch in den Kontext von Zoo und Stadtquartier ein und bespielt die Schnittstelle von Architektur und Landschaft spezifisch und auf spannungsvolle Weise. Er hebt sich von gängigen Büro- oder Schulungsgebäuden ab und entwickelt einen individuellen, starken Ausdruck mit sympathischer Klarheit und Leichtigkeit, der das FCC mit seiner immens wichtigen Mission entsprechend in Wert setzt.”

Nachhaltigkeit im Bau als Grundprinzip

Der Siegerentwurf hebt sich besonders durch seinen konsequent nachhaltigen Ansatz hervor. Vorgesehen sind Holz- und Lehmbauelemente, die dem Gebäude eine ressourcenschonende Struktur verleihen. Ein Low-Tech-Konzept soll für einfache und energieeffiziente Gebäudetechnik sorgen. Ergänzt wird dies durch Photovoltaik-Elemente, Abwärmenutzung sowie ein begrüntes, vorgelagertes Verschattungssystem, das eine klimagerechte Verglasung ermöglicht. Ein Wintergarten fungiert als passives Klimaelement, während Außenarbeitsbereiche und Fassadenelemente nicht nur begrünt, sondern auch als ökologische Habitate – etwa für Vögel und Insekten – vorgesehen sind. Damit wird das Gebäude selbst zu einem funktionalen Bestandteil des Naturschutzansatzes, den das FCC verkörpert.

Ausgewählte Jury mit Architekturexpertis

Neben Prof. Turkali setzte sich die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Architektur, der Stadt sowie den beteiligten Institutionen zusammen, darunter Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt, Zoodirektorin Dr. Christina Geiger und Dr. Christof Schenck, Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Die Jury tagte am Freitag, 20. Februar, und beurteilte dabei die Entwürfe von fünf Architekturbüros.

Hartwig betont die Besonderheiten des Siegerentwurfs: „Das Stuttgarter Büro haascookzemmrich ist hochverdient Sieger dieses Architekturwettbewerbs und der Entwurf ist wirklich sehr gelungen. Mich persönlich hat vor allem die Kombination aus eleganter moderner Architektur und nachhaltigem, innovativem Bauen überzeugt. Es ist großartig, dass wir auf dem Gelände des Zoos nun ein solches internationales Kompetenzzentrum bekommen, das sich interdisziplinär mit zahlreichen renommierten Forschungsinstitutionen, dem weltweiten Natur- und Artenschutz und dem Erhalt der Biodiversität widmet. Das passt exzellent zu unserem Zoo, ergänzt und erweitert die gute Arbeit und die vorhandene Expertise des Zoos und seiner Partner im FCC.”

Dr. Christina Geiger hebt die besondere Bedeutung des Standorts und die enge Verbindung zum Zoo hervor: „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich das FCC auf unserem Gelände in einem so innovativen wie architektonisch ansprechenden Gebäude ansiedeln wird. Eine enge und intensive Zusammenarbeit der Frankfurter Institutionen, die sich für Natur- und Artenschutz einsetzen, ist unerlässlich, wenn wir Biodiversität und Lebensräume effektiv schützen wollen. Der Zoo ist inhaltlich prädestiniert als Standort für das FCC und wird sichtbarer Partner bei der Vermittlung unserer gemeinsamen Themen sein. Die unmittelbare Nachbarschaft fördert Begegnung und Austausch und macht eine Kooperation deutlich dynamischer. Der Neubau fügt sich gut in unsere Pläne für den Zoo-Umbau im Zuge des Masterplans ein. Bei diesem setzen wir ebenfalls explizit auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Da das FCC ein Bestandsgebäude aus den 1960er-Jahren ersetzen wird, geht dem Zoo auch keine Fläche für die Tierhaltung verloren. Unsere Mitarbeitenden und Auszubildenden bekommen im Neubau moderne Schulungs- und Sozialräume. Und besonders freut mich – auch für den Stadtteil – dass der Zoo nach langer Zeit wieder einen geschickt in das Gebäude integrierten zweiten Eingang bekommt.”

Dr. Christof Schenck freut sich über den wichtigen Schritt: „Das Frankfurt Conservation Center ist bereits jetzt ein Thinktank von herausragender Bedeutung für Wege aus der globalen Biodiversitäts- und Klimakrise. Mit dem neuen Gebäude entsteht nun ein architektonischer Leuchtturm, ein Markenzeichen der Nachhaltigkeit in Frankfurt. Als Zoologische Gesellschaft Frankfurt freuen wir uns sehr, 150 Jahre nach dem Bau des Zoogesellschaftshauses, einen weiteren starken Akzent in der Stadt zu setzen.“

Felix Gaschick, Geschäftsführer des FCCs, sieht in dem Bauprojekt einen Meilenstein für Naturschutz „made in Frankfurt“: „Mit dem neuen Gebäude gewinnt das Frankfurt Conservation Center zusätzliche Strahlkraft. Es macht Frankfurt als Ort für internationalen Naturschutz und nachhaltigen Entwicklung noch sichtbarer und setzt ein klares Zeichen für die Bedeutung integrierter Lösungen zum Schutz unseres Planeten. Der ökologisch konsequent durchdachte Entwurf schafft einen Ort für Zusammenarbeit, Innovation und wissenschaftlich fundiertes Handeln. Dadurch wird deutlich, dass ökologische Grundprinzipien nicht nur die Natur schützen, sondern auch die Qualität unserer Arbeitsumgebung und unser Wohlbefinden maßgeblich prägen. Ich freue mich sehr auf dieses neue Zuhause für das FCC und darauf, von hier aus gemeinsam mit unseren Partnern die Zukunft des Naturschutzes aktiv mitzugestalten.“

Durch den Zusammenschluss unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure ist das FCC ein zentraler Vernetzungsakteur auf europäischer Ebene und wird in seinem neuen Gebäude offen gestaltete Arbeits- und Kommunikationsräume nutzen, die Austausch und Innovation fördern. Damit entsteht in Frankfurt ein Ort, der globale Naturschutzstrategien vorantreibt und zugleich architektonisch und ökologisch Maßstäbe setzt.

Der Baubeginn ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, bis zur Fertigstellung wird mit circa zwei Jahren kalkuliert.

Weitere Informationen zum FCC finden sich unter frankfurtconservation.org . Hinweise zur Ausstellung im Stadtplanungsamt finden sich unter Ausstellung zum Architekturwettbewerb für das Gebäude des FCC | Stadtplanungsamt Frankfurt am Main 

Als internationales Kompetenzzentrum für integrierten Naturschutz arbeitet das FCC eng mit seinen Gründungsinstitutionen – der Goethe-Universität Frankfurt, der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt – sowie weiteren Partnern zusammen. Dazu zählen lokale und internationale Organisationen wie BioFrankfurt, Conservation International, das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), die KfW Stiftung, Nature Trust Alliance, TRAFFIC und der Zoo Frankfurt. Gemeinsam mit seinen Partnern entwickelt das FCC von Frankfurt aus Lösung und setzt Maßstäbe für den Schutz der Natur weltweit.

Foto Gerenderte Ostansicht des ausgewählten Entwurfs aus Sicht der Waldschmidtstraße, Copyright: haascookzemmrich STUDIO 2050 / ZGF 

Kontakt für die Medien

Veit Bachmann, Senior Manager European Programs and FCC, Zoologische Gesellschaft Frankfurt, Mobil 0151/44231740 , E-Mail bachmann@zgf.de 

Felix Gaschick, Geschäftsführer, Frankfurt Conservation Center, Mobil 0152/07260573 , E-Mail gaschick@frankfurtconservation.org